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Digitales Berichtsheft im Betrieb einführen: so gehen Sie vor

Ein digitales Berichtsheft ist zulässig, denn das Gesetz lässt den schriftlichen oder den elektronischen Ausbildungsnachweis zu (§ 13 Satz 2 Nummer 7 BBiG). Für die Umstellung halten Sie die Form im Ausbildungsvertrag fest (§ 11 Absatz 1 Satz 2 Nummer 12 BBiG), klären mit dem Betriebsrat, ob eine Mitbestimmung nach § 87 Absatz 1 Nummer 6 BetrVG oder § 98 BetrVG besteht, und weisen Ausbilder und Auszubildende ein. Danach folgt ein Probelauf mit einer kleinen Gruppe.

Stand: 15.10.2026

Bis 31.12.2026 kostenfrei: Legen Sie Ihren Betrieb an und führen Sie die Nachweise ab sofort digital. *Aktionsbedingungen

Ist ein digitales Berichtsheft erlaubt?

Ja. Auszubildende müssen einen schriftlichen oder elektronischen Ausbildungsnachweis führen (§ 13 Satz 2 Nummer 7 BBiG). Für die Zulassung zur Abschlussprüfung muss ein Ausbildungsnachweis schriftlich oder elektronisch vorgelegt werden (§ 43 Absatz 1 Nummer 2 BBiG). Im Handwerk gilt dasselbe für die Gesellenprüfung (§ 36 Absatz 1 Nummer 2 HwO).

Die Pflicht des Ausbildenden bleibt bei jeder Form gleich: Er muss zum Führen anhalten und den Nachweis regelmäßig durchsehen (§ 14 Absatz 2 Satz 1 BBiG). Wie die Kammer die elektronische Form bei der Prüfungsanmeldung entgegennimmt, entscheidet sie selbst. Fragen Sie vor dem Start bei Ihrer zuständigen Kammer nach.

Die Schritte der Einführung

Ablauf der Umstellung
SchrittWas zu tun istWer
1. Bestand aufnehmenWie führen die Auszubildenden das Heft heute, wer prüft, wo liegen die NachweiseAusbildungsleitung
2. Betriebsrat einbindenVorhaben vorstellen, Datenumfang und Zugriffsrechte erklären, Beteiligung klärenGeschäftsleitung, Betriebsrat
3. Anforderungen festlegenFreigabe, Export, Vertretung, Zugriffsrechte, DatenschutzAusbildungsleitung, Datenschutz
4. Vertrag zur AuftragsverarbeitungMit dem Anbieter abschließen, bevor Daten von Auszubildenden hinein kommenGeschäftsleitung
5. Ausbildungsvertrag anpassenForm des Nachweises festhalten, laufende Verträge ergänzenAusbildende, Auszubildende
6. Ausbilder einweisenPrüfen, Freigeben, Zurückgeben, VertretungAusbildungsleitung
7. Auszubildende einweisenWochen eintragen, Abwesenheiten, BelegeAusbilder
8. ProbelaufEine Abteilung oder ein Ausbildungsjahr zuerst, Rückmeldungen sammelnAusbildungsleitung
9. Stichtag setzenAb diesem Datum nur noch digital, laufende Papierhefte abschließen und ablegenGeschäftsleitung

Wer zuerst den Betriebsrat und den Vertrag klärt, verliert später keine Zeit mit Nacharbeit.

Betriebsrat: Mitbestimmung bei der Einführung

Der Betriebsrat hat, soweit keine gesetzliche oder tarifliche Regelung besteht, bei Einführung und Anwendung technischer Einrichtungen mitzubestimmen, die dazu bestimmt sind, das Verhalten oder die Leistung der Arbeitnehmer zu überwachen (§ 87 Absatz 1 Nummer 6 BetrVG). Ob ein digitales Berichtsheft darunter fällt, ist eine Frage des Einzelfalls. Der Gesetzestext nennt es nicht. Entscheidend ist, welche Daten das System erfasst und wer sie auswerten kann.

Unabhängig davon hat der Betriebsrat bei der Durchführung von Maßnahmen der betrieblichen Berufsbildung mitzubestimmen (§ 98 Absatz 1 BetrVG). Gibt es im Betrieb einen Betriebsrat, sprechen Sie ihn deshalb vor der Entscheidung an. Wenn Sie unsicher sind, ob eine Betriebsvereinbarung nötig ist, holen Sie Rechtsrat ein.

Ausbildungsvertrag anpassen

Ausbildende müssen den wesentlichen Inhalt des Vertrags in Textform abfassen (§ 11 Absatz 1 Satz 1 BBiG). Dazu gehört die Form des Ausbildungsnachweises nach § 13 Satz 2 Nummer 7 BBiG (§ 11 Absatz 1 Satz 2 Nummer 12 BBiG). Für neue Verträge tragen Sie dort „elektronisch“ ein.

Für laufende Verträge sagt das Gesetz nichts zur Umstellung. Sinnvoll ist eine kurze schriftliche Ergänzung, die beide Seiten unterschreiben, bei Minderjährigen auch die gesetzlichen Vertreter. Fragen Sie bei Ihrer Kammer nach, ob sie die Änderung sehen möchte.

Was das Verfahren können sollte

Einweisung und Alltag nach dem Start

Auszubildenden ist Gelegenheit zu geben, den Ausbildungsnachweis am Arbeitsplatz zu führen (§ 14 Absatz 2 Satz 2 BBiG). Planen Sie deshalb bei der Einführung feste Schreibzeit ein und sagen Sie den Ausbildern, wann sie freigeben.

Legen Sie fest, wie mit den alten Papierheften umgegangen wird. Abgeschlossene Hefte archivieren Sie unverändert. Im laufenden Heft sollten Sie den Stichtag klar markieren, damit die Wochen nach der Umstellung ohne Lücke anschließen.

Wie heftwerk dabei hilft

In heftwerk tragen Auszubildende ihre Woche nach Tagen und Stunden ein, am Telefon oder am Rechner im Browser. Der zuständige Ausbilder gibt frei oder gibt mit Kommentar zurück, ist er abwesend, bestätigt die Abteilungsleitung in Vertretung. Der Nachweis als PDF folgt dem Aufbau des IHK-Nachweises, ein Gesamtexport liefert jederzeit alle bestätigten Wochen. Die Daten liegen auf Servern in Deutschland, den Vertrag zur Auftragsverarbeitung schließen Sie beim Anlegen des Betriebs.

Häufige Fragen

Muss der Betriebsrat der Einführung eines digitalen Berichtshefts zustimmen?

Das hängt vom Einzelfall ab. Bei technischen Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, Verhalten oder Leistung zu überwachen, hat der Betriebsrat mitzubestimmen (§ 87 Absatz 1 Nummer 6 BetrVG). Bei der Durchführung betrieblicher Berufsbildung hat er ebenfalls mitzubestimmen (§ 98 Absatz 1 BetrVG). Sprechen Sie ihn vor der Entscheidung an.

Muss der Ausbildungsvertrag geändert werden?

Neue Verträge müssen die Form des Ausbildungsnachweises enthalten (§ 11 Absatz 1 Satz 2 Nummer 12 BBiG). Für laufende Verträge ist eine kurze schriftliche Ergänzung sinnvoll, die beide Seiten unterschreiben.

Muss die Kammer das digitale Berichtsheft genehmigen?

Die Vorschriften zum Ausbildungsnachweis (§ 13 Satz 2 Nummer 7 BBiG, § 43 Absatz 1 Nummer 2 BBiG) nennen keine Genehmigung. Wie die Kammer den Nachweis bei der Prüfungsanmeldung entgegennimmt, erfragen Sie bei Ihrer zuständigen Kammer.

Was passiert mit den alten Papierheften?

Abgeschlossene Papierhefte bleiben unverändert im Archiv. Setzen Sie einen Stichtag, ab dem nur noch digital geschrieben wird, und schließen Sie das laufende Papierheft zu diesem Tag ab.

Wie lange dauert die Umstellung auf ein digitales Berichtsheft?

Das hängt von der Abstimmung im Betrieb ab, vor allem mit dem Betriebsrat und den Ausbildern. Die Einweisung und der Probelauf brauchen Zeit. Legen Sie den Stichtag deshalb auf den Beginn eines Ausbildungsabschnitts oder Monats.

Quellen

heftwerk für Ihren Ausbildungsbetrieb

heftwerk ist ein Berichtsheft-Tool für den digitalen Ausbildungsnachweis. heftwerk im Überblick

Ausbildungsnachweis nach BBiG, Freigabe durch den Ausbilder, Export als PDF. Ab 41,25 € im Monat* für bis zu fünf Auszubildende, netto zuzüglich Umsatzsteuer. Preis und häufige Fragen

*Mit dem Code IHK2026: bis einschließlich 31.12.2026 kostenfrei (bei Abschluss ab 2027: 30 Tage), danach zum halben Preis, bei jährlicher Zahlung 41,25 € im Monat (495 € im Jahr), netto. Preis fest bis Ende 2030, danach bis 2045 nur Inflationsausgleich nach dem Verbraucherpreisindex. Abschluss bis 31.03.2027. *Aktionsbedingungen

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