Datenschutz im Berichtsheft: Wer darf mitlesen, was gehört nicht hinein?
Das Berichtsheft enthält personenbezogene Daten der Auszubildenden und oft Angaben zum Betrieb. Lesen dürfen es die Auszubildenden selbst, die Ausbildenden und beauftragten Ausbilder, die es nach § 14 Absatz 2 Satz 1 BBiG regelmäßig durchsehen, und die Stelle, der es zur Zulassung vorgelegt wird. Gesundheitsdaten und Betriebsgeheimnisse gehören nicht hinein. Nutzt der Betrieb das Verfahren eines Anbieters, braucht er dafür einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Artikel 28 DSGVO.
Stand: 15.10.2026
Bis 31.12.2026 kostenfrei: Legen Sie Ihren Betrieb an und führen Sie die Nachweise ab sofort digital. *Aktionsbedingungen
Wer darf das Berichtsheft lesen?
Nach der Empfehlung 156 kann außerdem die Berufsschule im Rahmen der Lernortkooperation Kenntnis nehmen (Nummer 8), und Arbeitnehmervertretungen können zur Erfüllung ihrer Aufgaben Einsicht nehmen (Nummer 10). Weitere Personen brauchen einen eigenen Grund.
| Wer | Warum | Grundlage |
|---|---|---|
| Auszubildende | Sie führen den Nachweis | § 13 Satz 2 Nummer 7 BBiG |
| Ausbildende und beauftragte Ausbilder | Sie sehen den Nachweis regelmäßig durch | § 14 Absatz 2 Satz 1 BBiG |
| Gesetzliche Vertreter, bei Minderjährigen | Sie sollen in angemessenen Zeitabständen Kenntnis nehmen | Empfehlung 156, Nummer 9 |
| Zuständige Kammer | Ihr wird der Nachweis zur Zulassung zur Prüfung vorgelegt | § 43 Absatz 1 Nummer 2 BBiG, § 36 Absatz 1 Nummer 2 HwO |
Was nicht ins Berichtsheft gehört
Auszubildende müssen über Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse Stillschweigen wahren (§ 13 Satz 2 Nummer 6 BBiG). Das gilt auch für das Berichtsheft: Es wird vom Ausbilder, bei Minderjährigen von den Eltern und von der Kammer gelesen, und wandert unter Umständen in fremde Hände.
Gesundheitsdaten sind besonders sensibel. Für den Nachweis genügt es, dass an einem Tag Krankheit vorlag. Die Diagnose gehört nicht hinein.
| Besser nicht | Besser so |
|---|---|
| Krank wegen Bandscheibenvorfall | Krank |
| Angebot für Firma Müller GmbH über 48.000 Euro kalkuliert | Angebot für einen Kunden kalkuliert |
| Rezeptur der neuen Lackmischung notiert | Lackmischung nach Anweisung hergestellt |
| Zugang zum Server mit Passwort eingerichtet | Zugang zum Server eingerichtet |
Ins Berichtsheft gehört, was Sie getan und gelernt haben, nicht was der Betrieb geheim hält.
Digitale Verfahren und Auftragsverarbeitung
Wird das Berichtsheft in einem Verfahren eines Anbieters geführt, verarbeitet der Anbieter Daten im Auftrag des Betriebs. Artikel 28 DSGVO regelt das: Der Betrieb darf nur mit Auftragsverarbeitern arbeiten, die hinreichende Garantien für geeignete technische und organisatorische Maßnahmen bieten, und die Verarbeitung beruht auf einem Vertrag oder einem anderen Rechtsinstrument.
Der Betrieb sollte vor dem Einsatz prüfen:
- Liegt ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung vor?
- Wo stehen die Server, und wer hat Zugriff?
- Wer im Betrieb darf welche Einträge sehen?
- Was geschieht mit den Daten, wenn der Vertrag endet?
Betriebsrat
Gibt es einen Betriebsrat, bestimmt er bei der Durchführung betrieblicher Berufsbildungsmaßnahmen mit (§ 98 Absatz 1 BetrVG). Bei technischen Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, das Verhalten oder die Leistung der Arbeitnehmer zu überwachen, kommt § 87 Absatz 1 Nummer 6 BetrVG in Betracht, soweit keine gesetzliche oder tarifliche Regelung besteht.
Ob ein digitales Berichtsheft darunter fällt, hängt vom Einzelfall ab. Der Gesetzestext nennt es nicht.
Datenschutz in heftwerk
Die Server von heftwerk stehen in Deutschland. Den Vertrag zur Auftragsverarbeitung schließt der Betrieb beim Anlegen. Die Anmeldung läuft ohne Passwort über einen Code per E-Mail.
Eine Diagnose gehört nicht ins Berichtsheft. Für einen Krankheitstag genügt der Vermerk, dass Sie krank waren.
Häufige Fragen
Wer darf das Berichtsheft eines Auszubildenden lesen?
Die Auszubildenden selbst, die Ausbildenden und beauftragten Ausbilder, die es regelmäßig durchsehen (§ 14 Absatz 2 Satz 1 BBiG), bei Minderjährigen nach der Empfehlung 156 ein gesetzlicher Vertreter, und die Kammer, der der Nachweis zur Zulassung vorgelegt wird.
Dürfen Krankheitsgründe im Berichtsheft stehen?
Sie sollten nicht darin stehen. Für den Nachweis genügt der Eintrag „krank“ an dem betreffenden Tag. Diagnosen sind Gesundheitsdaten und gehören nicht in einen Nachweis, den mehrere Personen lesen.
Muss ein Betrieb für ein digitales Berichtsheft einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung abschließen?
Ja, wenn der Anbieter personenbezogene Daten im Auftrag des Betriebs verarbeitet. Artikel 28 DSGVO verlangt dafür einen Vertrag oder ein anderes Rechtsinstrument und Auftragsverarbeiter, die hinreichende Garantien bieten.
Darf das Berichtsheft Kundennamen enthalten?
Das Gesetz verbietet es nicht ausdrücklich, verpflichtet Auszubildende aber zur Wahrung von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen (§ 13 Satz 2 Nummer 6 BBiG). Schreiben Sie deshalb neutral, etwa „Angebot für einen Kunden“.
Quellen
- Pflichten der Auszubildenden im Berufsbildungsgesetz (gesetze-im-internet.de), abgerufen am 15.10.2026
- Pflichten der Ausbildenden im Berufsbildungsgesetz (gesetze-im-internet.de), abgerufen am 15.10.2026
- Artikel 28 DSGVO, Auftragsverarbeiter (dsgvo-gesetz.de, nichtamtlicher Abdruck), abgerufen am 15.10.2026
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