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Betrieblichen Ausbildungsplan erstellen: Schritte und Tabellenvorlage

Der betriebliche Ausbildungsplan ist die sachliche und zeitliche Gliederung der Ausbildung in Ihrem Betrieb. Sie leiten ihn aus dem Ausbildungsrahmenplan der Ausbildungsordnung ab, der eine Anleitung zur sachlichen und zeitlichen Gliederung ist (§ 5 Absatz 1 Satz 1 Nummer 4 BBiG). Dazu ordnen Sie jedem Ausbildungsinhalt eine Abteilung, einen Ausbilder und einen Zeitraum zu. Eine Tabelle mit diesen Spalten reicht als Vorlage.

Stand: 15.10.2026

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Was das Gesetz zur sachlichen und zeitlichen Gliederung sagt

Den Begriff „betrieblicher Ausbildungsplan“ verwendet das Gesetz nicht. Verlangt wird aber die Sache: Der Ausbildungsvertrag enthält Art, sachliche und zeitliche Gliederung sowie Ziel der Berufsausbildung (§ 11 Absatz 1 Satz 2 Nummer 2 BBiG). Ausbildende müssen die Ausbildung planmäßig, zeitlich und sachlich gegliedert durchführen, damit das Ausbildungsziel in der vorgesehenen Zeit erreicht werden kann (§ 14 Absatz 1 Nummer 1 BBiG).

Der Ausbildungsrahmenplan ist Teil der Ausbildungsordnung. Er legt fest, welche beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten mindestens Gegenstand der Ausbildung sind (Ausbildungsberufsbild, § 5 Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 BBiG), und ist eine Anleitung zu ihrer sachlichen und zeitlichen Gliederung (§ 5 Absatz 1 Satz 1 Nummer 4 BBiG). Im Handwerk steht dieselbe Vorgabe in § 26 Absatz 1 Satz 1 Nummer 4 HwO.

In welcher Form die Kammer den Plan als Anlage zum Vertrag sehen will, regelt Ihre zuständige Kammer. Fragen Sie vor dem Erstellen nach ihrem Muster.

Der Rahmenplan sagt, was vermittelt werden soll. Der betriebliche Plan sagt, wo, durch wen und wann.

Schritt für Schritt zum Ausbildungsplan

Aus dem Rahmenplan ableiten: Abweichungen zulassen

Ausbildungsordnungen erlauben, vom Rahmenplan abzuweichen. In der Verordnung über die Berufsausbildung zum Medizinischen Fachangestellten heißt es zum Beispiel, dass eine abweichende sachliche und zeitliche Gliederung des Ausbildungsinhalts zulässig ist, soweit betriebspraktische Besonderheiten die Abweichung erfordern. Ähnlich ist es in vielen anderen Ordnungen. Prüfen Sie die Regel in der Ordnung Ihres Berufs.

Verändern darf der Betrieb damit Reihenfolge und Zeit, nicht den Umfang dessen, was gelernt werden muss. Die Mindestinhalte bleiben gleich, denn sie bilden das Ausbildungsberufsbild.

Vorlage als Tabelle: Spalten und Beispiel

Die folgende Tabelle ist ein Beispiel für einen Betrieb mit mehreren Abteilungen. Die Inhalte sind frei gewählt. Die Positionen übernehmen Sie aus dem Rahmenplan Ihres Berufs, die Zeiträume aus Ihrer Planung.

Beispiel: betrieblicher Ausbildungsplan (erstes Ausbildungsjahr)
Nr. laut RahmenplanAusbildungsinhaltAbteilungAusbilderZeitraumDauerAbgezeichnet
1Betrieb und Abläufe kennenlernen, ArbeitsschutzVerwaltungName des AusbildersMonat 14 WochenDatum, Kürzel
2Grundlegende Arbeitsaufgaben der AbteilungEinkaufName des AusbildersMonat 2 bis 38 WochenDatum, Kürzel
3Kundenkontakt und AuftragsbearbeitungVertriebName des AusbildersMonat 4 bis 612 WochenDatum, Kürzel
4Dokumentation und AblageVerwaltungName des AusbildersMonat 7 bis 88 WochenDatum, Kürzel

Zeiträume und Fixpunkte einplanen

Einige Termine stehen fest, bevor Sie die Stationen verteilen. Zum Teil ergeben sie sich aus dem Gesetz, zum Teil aus der Schule und der Kammer.

Fixpunkte im Ausbildungsplan
FixpunktWas Sie einplanenFundstelle
Probezeitmindestens ein Monat, höchstens vier Monate, ein Zwischengespräch vor ihrem Ende§ 20 Satz 2 BBiG
BerufsschuleFreistellung für den Unterricht, auch in Blockwochen mit mindestens 25 Stunden an mindestens fünf Tagen§ 15 Absatz 1 Satz 2 Nummer 1 und 3 BBiG
ZwischenprüfungZeit für Vorbereitung und Freistellung für die Prüfung§ 48 Absatz 1 Satz 1 BBiG
AbschlussprüfungFreistellung am Tag vor der schriftlichen Prüfung§ 15 Absatz 1 Satz 2 Nummer 5 BBiG

Ausbildungsplan und Berichtsheft verbinden

Der Plan zeigt, was in einem Monat dran ist. Das Berichtsheft zeigt, was tatsächlich geschah. Beim monatlichen Durchsehen vergleichen Ausbilder deshalb beide: Passen die Tätigkeiten zur laufenden Station, fehlt eine Position, ist eine Station länger gelaufen als geplant?

Typische Fehler bei der Planung

Häufige Fragen

Ist ein betrieblicher Ausbildungsplan Pflicht?

Der Begriff steht nicht im Gesetz, die Sache schon: Der Vertrag enthält die sachliche und zeitliche Gliederung (§ 11 Absatz 1 Satz 2 Nummer 2 BBiG), und die Ausbildung ist planmäßig, zeitlich und sachlich gegliedert durchzuführen (§ 14 Absatz 1 Nummer 1 BBiG). In der Praxis erfüllen Betriebe das mit dem Ausbildungsplan.

Wer erstellt den Ausbildungsplan?

Der Ausbildende oder der von ihm beauftragte Ausbilder. Ausbildende müssen selbst ausbilden oder einen Ausbilder ausdrücklich damit beauftragen (§ 14 Absatz 1 Nummer 2 BBiG).

Darf ich vom Ausbildungsrahmenplan abweichen?

In der Regel ja, wenn betriebspraktische Besonderheiten es erfordern. Das steht in den Ausbildungsordnungen, zum Beispiel in der für Medizinische Fachangestellte. Prüfen Sie die Regel in der Ordnung Ihres Berufs. Die Mindestinhalte bleiben unverändert.

Wo finde ich den Ausbildungsrahmenplan meines Berufs?

In der Ausbildungsordnung, meist als Anlage zur Verordnung. Die Verordnungen stehen im Bundesgesetzblatt und auf gesetze-im-internet.de. Kammern und das BIBB stellen sie ebenfalls bereit.

Muss der Ausbildungsplan dem Ausbildungsvertrag beiliegen?

Der Vertrag muss die sachliche und zeitliche Gliederung enthalten (§ 11 Absatz 1 Satz 2 Nummer 2 BBiG). Ob Ihre Kammer eine Anlage mit Tabelle verlangt, erfahren Sie bei ihr.

Quellen

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