Berichtsheft schreiben: Schritt für Schritt zum fertigen Eintrag
Ein Berichtsheft schreiben Sie in vier Schritten: Name, Ausbildungsjahr und Zeitraum oben eintragen, die Tätigkeiten jedes Tages in Stichworten festhalten, Unterweisungen und Berufsschulthemen getrennt nennen und die Stunden danebenschreiben. Das Gesetz verlangt nur, dass Sie einen schriftlichen oder elektronischen Ausbildungsnachweis führen (§ 13 Satz 2 Nummer 7 BBiG). Täglich oder wöchentlich und etwa eine DIN-A4-Seite je Woche rät die Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses.
Stand: 15.10.2026
Was gehört ins Berichtsheft?
Der Ausbildungsnachweis, wie das Berichtsheft amtlich heißt, zeigt Woche für Woche, was Sie in der Ausbildung gemacht und gelernt haben. Nach der Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses (Nummer 4) trägt jede Übersicht Ihren Namen, das Ausbildungsjahr und den Berichtszeitraum. Die Themen des Berufsschulunterrichts sind aufzunehmen.
Dazu kommen in der Praxis die Angaben, nach denen ein Ausbilder beim Durchsehen sucht:
- Kopf: Name, Ausbildungsberuf, Ausbildungsjahr und Kalenderwoche mit Datum von Montag bis Freitag.
- Betriebliche Tätigkeiten: was Sie an welchem Tag gemacht haben, in Stichworten.
- Unterweisungen und Lehrgänge: Arbeitsschutz, Einweisung an Maschinen, Schulungen, überbetriebliche Kurse.
- Berufsschule: Fach oder Lernfeld, Thema, Stundenzahl.
- Stunden: Arbeitszeit je Tag, bei Bedarf mit Mehrarbeit.
- Abwesenheiten: Urlaub, Krankheit, Feiertag, Freistellung, jeweils mit dem Vermerk des Tages.
Ins Berichtsheft gehört, was tatsächlich geschehen ist: betrieblich, überbetrieblich und in der Berufsschule.
Berichtsheft schreiben in fünf Schritten
Ein Eintrag besteht aus einem Verb, einem Gegenstand und, wenn es passt, einem Ergebnis: „Kundenanfragen im Posteingang sortiert und an die Sachbearbeiter verteilt“. Das reicht aus. Was Sie dabei gelernt haben, dürfen Sie in einem Halbsatz ergänzen.
- Schritt 1: Kopf ausfüllen. Name, Ausbildungsjahr und Berichtszeitraum stehen auf jedem Blatt.
- Schritt 2: Notizen sammeln. Halten Sie am Ende des Tages zwei oder drei Stichpunkte fest, solange Sie sich genau erinnern.
- Schritt 3: Tätigkeiten formulieren. Nennen Sie zuerst, was Sie getan haben, dann woran oder womit, und wenn möglich das Ergebnis.
- Schritt 4: Berufsschule und Unterweisungen ergänzen. Tragen Sie sie getrennt von den betrieblichen Tätigkeiten ein.
- Schritt 5: Stunden prüfen und zur Durchsicht vorlegen. Die Summe der Tage muss zur vereinbarten Wochenarbeitszeit passen, abzüglich Abwesenheiten.
Gute und schwache Einträge im Vergleich
Schwache Einträge nennen nur das Thema. Gute Einträge zeigen, was Sie konkret getan haben.
| Schwacher Eintrag | Besserer Eintrag | Was der bessere Eintrag zeigt |
|---|---|---|
| Büroarbeit | Eingangsrechnungen geprüft, kontiert und zur Freigabe vorgelegt | Aufgabe und Arbeitsschritte |
| Kundengespräche | Zwei Beratungsgespräche zu Tarifwechsel begleitet, Gesprächsnotiz angelegt | Anlass, Zahl und Ergebnis |
| Werkstatt | Bremsbeläge an einem Pkw gewechselt und Bremsflüssigkeit geprüft | Gegenstand und Tätigkeit |
| Wie gestern | Fortsetzung der Inventur im Lager B, Bestände von Regal 12 bis 18 erfasst | Fortschritt statt Wiederholung |
| Berufsschule | Lernfeld 4, Kalkulation von Angeboten, 6 Unterrichtsstunden | Fach, Thema und Stunden |
| Gelernt, wie man arbeitet | Sicherheitsunterweisung an der Kreissäge durch den Ausbilder, 1 Stunde | Wer unterwiesen hat und wie lange |
Beispiel: eine Woche im Berichtsheft
So kann eine Woche für eine Auszubildende zur Kauffrau für Büromanagement aussehen. Die Zeilen sind ein Beispiel, kein Vordruck.
| Tag | Tätigkeit | Stunden |
|---|---|---|
| Montag | Posteingang sortiert und verteilt, Terminkalender der Abteilung gepflegt, Bestellung von Büromaterial erfasst | 8 |
| Dienstag | Eingangsrechnungen geprüft und kontiert, Rückfragen zu zwei Rechnungen an den Einkauf gestellt | 8 |
| Mittwoch | Angebot für einen Kunden nach Vorlage erstellt, vom Ausbilder durchgesehen und korrigiert | 8 |
| Donnerstag | Berufsschule: Lernfeld 5, Marketingmaßnahmen planen, 8 Unterrichtsstunden | 8 |
| Freitag | Arbeitsschutzunterweisung durch die Sicherheitsfachkraft, anschließend Ablage von Verträgen nach Aktenplan | 7 |
Ein Tag, ein bis drei konkrete Tätigkeiten, die Stunden daneben: Die Empfehlung verlangt nur stichwortartige Angaben.
Wer prüft das Berichtsheft, und wer unterschreibt?
Ausbildende müssen Sie zum Führen des Nachweises anhalten und ihn regelmäßig durchsehen (§ 14 Absatz 2 Satz 1 BBiG). Sie sollen ihn am Arbeitsplatz führen können (§ 14 Absatz 2 Satz 2 BBiG). Die Empfehlung des BIBB-Hauptausschusses rät zu einer Prüfung mindestens monatlich, bei schriftlichen Nachweisen mit Datum und Unterschrift. Bei minderjährigen Auszubildenden soll ein gesetzlicher Vertreter in angemessenen Zeitabständen Kenntnis nehmen.
Den Nachweis müssen Sie zur Abschlussprüfung vorlegen: Die Zulassung setzt voraus, dass Sie ihn schriftlich oder elektronisch vorgelegt haben (§ 43 Absatz 1 Nummer 2 BBiG). Im Handwerk gilt § 36 Absatz 1 Nummer 2 HwO für die Gesellenprüfung. Die Empfehlung sieht vor, dass der Nachweis in den Prüfungen nicht bewertet wird.
Wer digital schreibt, trägt die Woche nach Tagen und Stunden ein. Mit heftwerk geschieht das am Telefon oder am Rechner im Browser, und der zuständige Ausbilder gibt die Woche frei oder gibt sie mit Kommentar zurück.
Einzelfragen beim Schreiben
Zu den Fragen, die beim Schreiben am häufigsten auftauchen, gibt es eigene Seiten mit Beispielen:
- Rhythmus: täglich oder wöchentlich schreiben
- Umfang: wie viel in ein Berichtsheft gehört
- Berufsschule, Blockunterricht und Lernfelder eintragen
- Urlaub, Krankheit und Feiertage eintragen
- Rückstand aufholen und nachträglich schreiben
- Stunden, Überstunden und Berufsschulzeit
- Überbetriebliche Lehrgänge und Unterweisungen
- Die erste Woche der Ausbildung
- Berichtsheft täglich oder wöchentlich
- Wie viel ins Berichtsheft schreiben
- Berufsschule im Berichtsheft
- Urlaub und Krankheit eintragen
- Berichtsheft nachträglich schreiben
- Stunden im Berichtsheft
- Überbetriebliche Ausbildung eintragen
- Berichtsheft in der ersten Woche
- Berichtsheft-Beispiele
- Berichtsheft-Vorlage
Häufige Fragen
Was muss in jedem Berichtsheft stehen?
Pflicht ist nach dem Gesetz nur, dass Sie einen schriftlichen oder elektronischen Ausbildungsnachweis führen (§ 13 Satz 2 Nummer 7 BBiG). Die Empfehlung des BIBB-Hauptausschusses nennt als Angaben Ihren Namen, das Ausbildungsjahr, den Berichtszeitraum und die Themen des Berufsschulunterrichts. Ob Ihre Kammer weitere Angaben verlangt, erfahren Sie dort.
Muss ich das Berichtsheft in der Freizeit schreiben?
Nein. Ihnen ist Gelegenheit zu geben, den Ausbildungsnachweis am Arbeitsplatz zu führen (§ 14 Absatz 2 Satz 2 BBiG). Planen Sie mit dem Ausbilder einen festen Zeitpunkt in der Woche ein, zum Beispiel am Freitagnachmittag.
Wer unterschreibt das Berichtsheft?
Nach der Empfehlung des BIBB-Hauptausschusses bestätigen Ausbildende oder Ausbilder die Eintragungen bei schriftlichen Nachweisen mit Datum und Unterschrift. Bei einem elektronischen Nachweis genügt eine andere elektronische Bestätigung. Bei minderjährigen Auszubildenden soll auch ein gesetzlicher Vertreter Kenntnis erhalten und das bestätigen.
Wird das Berichtsheft benotet?
Nein. Nach der Empfehlung des BIBB-Hauptausschusses wird der Ausbildungsnachweis in den Zwischen- und Abschlussprüfungen nicht bewertet. Er ist aber Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung (§ 43 Absatz 1 Nummer 2 BBiG), im Handwerk für die Gesellenprüfung (§ 36 Absatz 1 Nummer 2 HwO).
Darf ich das Berichtsheft am Computer schreiben?
Ja. Das Gesetz lässt ausdrücklich einen schriftlichen oder elektronischen Ausbildungsnachweis zu (§ 13 Satz 2 Nummer 7 BBiG). Welche Form gilt, hält der Ausbildungsvertrag fest (§ 11 Absatz 1 Satz 2 Nummer 12 BBiG).
Quellen
- BIBB: Ausbildungsnachweis, Empfehlung Nr. 156 des Hauptausschusses, abgerufen am 15.10.2026
- Berufsbildungsgesetz: Pflichten der Auszubildenden (§ 13 Satz 2 Nummer 7 BBiG), abgerufen am 15.10.2026
- Berufsbildungsgesetz: Pflichten der Ausbildenden (§ 14 Absatz 2 BBiG), abgerufen am 15.10.2026
Das Berichtsheft digital führen
heftwerk ist ein Berichtsheft-Tool für den digitalen Ausbildungsnachweis. Auszubildende tragen ihre Woche am Telefon oder am Rechner ein, der Ausbilder gibt sie frei, und der Nachweis steht als PDF bereit. Für Auszubildende ist heftwerk kostenlos, den Zugang richtet der Ausbildungsbetrieb ein. heftwerk im Überblick
Ausbildungsnachweis nach BBiG, Freigabe durch den Ausbilder, Export als PDF. Ab 41,25 € im Monat* für bis zu fünf Auszubildende, netto zuzüglich Umsatzsteuer. Preis und häufige Fragen
*Mit dem Code IHK2026: bis einschließlich 31.12.2026 kostenfrei (bei Abschluss ab 2027: 30 Tage), danach zum halben Preis, bei jährlicher Zahlung 41,25 € im Monat (495 € im Jahr), netto. Preis fest bis Ende 2030, danach bis 2045 nur Inflationsausgleich nach dem Verbraucherpreisindex. Abschluss bis 31.03.2027. *Aktionsbedingungen
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