ÜBA und Lehrgänge im Berichtsheft: so tragen Sie Unterweisungen ein
Überbetriebliche Lehrgänge (ÜBA), Schulungen und Unterweisungen tragen Sie getrennt von den betrieblichen Tätigkeiten ein: Lehrgang, Inhalt, Zeitraum und Stunden. Ausbildende müssen Auszubildende für Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte freistellen (§ 15 Absatz 1 Satz 2 Nummer 4 BBiG), und die Teilnahme wird auf die Ausbildungszeit angerechnet (§ 15 Absatz 2 BBiG). Für Lehrlinge im Handwerk gelten diese Vorschriften ebenfalls.
Stand: 15.10.2026
Was überbetriebliche Ausbildung ist
Überbetriebliche Ausbildung findet in einer Bildungsstätte außerhalb des Ausbildungsbetriebs statt, zum Beispiel einer Berufsbildungsstätte der Kammer oder der Innung. Sie ergänzt die Ausbildung im Betrieb. Das Gesetz spricht von Ausbildungsmaßnahmen, die auf öffentlich-rechtlicher oder vertraglicher Grundlage außerhalb der Ausbildungsstätte durchzuführen sind. Dafür sind Auszubildende freizustellen (§ 15 Absatz 1 Satz 2 Nummer 4 BBiG), und sie müssen an solchen Maßnahmen teilnehmen (§ 13 Satz 2 Nummer 2 BBiG).
Die Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses nennt überbetriebliche Unterweisungen ausdrücklich als Inhalt des Nachweises, mit dem Handwerk als Beispiel. Die Pflichten aus den §§ 10 bis 26 BBiG, darunter die Freistellung nach § 15 BBiG und der Ausbildungsnachweis nach § 13 Satz 2 Nummer 7 BBiG, gelten dort ebenfalls (§ 3 Absatz 3 BBiG). Statt der Abschlussprüfung heißt es im Handwerk Gesellenprüfung, die Vorlage des Nachweises als Zulassungsvoraussetzung regelt § 36 Absatz 1 Nummer 2 HwO.
Was Sie zum Lehrgang eintragen
- Bezeichnung des Lehrgangs, zum Beispiel „ÜBA Metalltechnik, Grundlehrgang“.
- Ort der Bildungsstätte und Zeitraum mit Datum.
- Inhalte in Stichworten: welche Fertigkeiten Sie geübt haben.
- Werkstücke oder Prüfungen, zum Beispiel „Zinkenverbindung gefertigt“ oder „Messprotokoll erstellt“.
- Stunden je Tag.
- Name der Lehrkraft oder des Betreuers, wenn der Vordruck danach fragt.
Der Lehrgang gehört in dasselbe Berichtsheft wie der Betrieb, mit eigenem Vermerk und eigenen Stunden.
Beispiel: eine Lehrgangswoche
So kann eine Woche in der überbetrieblichen Ausbildung für einen Tischlerlehrling aussehen. Inhalt und Stundenzahl sind ein Beispiel, die Bildungsstätte nennt die tatsächlichen Angaben.
| Tag | Tätigkeit | Stunden |
|---|---|---|
| Montag | ÜBA: Sicherheitsunterweisung, Einweisung an Hobel- und Kreissäge | 8 |
| Dienstag | ÜBA: Zinkenverbindung nach Zeichnung gefertigt | 8 |
| Mittwoch | ÜBA: Zapfenverbindung angerissen, gestemmt und gefügt | 8 |
| Donnerstag | ÜBA: Werkstück verleimt, geschliffen, Maßkontrolle | 8 |
| Freitag | ÜBA: Bewertungsgespräch zum Werkstück, Werkzeugpflege | 7 |
Betrieb und Lehrgang in einer Woche
Wechselt die Woche zwischen Betrieb und Lehrgang, kennzeichnen Sie jeden Eintrag mit seinem Ort:
| Tag | Tätigkeit | Stunden |
|---|---|---|
| Montag | Betrieb: Fenster ausgemessen, Aufmaß in Zeichnung übertragen | 8 |
| Dienstag | Betrieb: Rahmen für Innentür zugeschnitten und gefügt | 8 |
| Mittwoch | ÜBA: Oberflächenbehandlung, Lasur und Lack auftragen | 8 |
| Donnerstag | ÜBA: Oberflächenbehandlung, Schleifgänge, Trocknungszeiten | 8 |
| Freitag | Betrieb: Türrahmen eingebaut, Beschläge montiert | 7 |
Stunden und Anrechnung
Die Teilnahme an Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte wird mit der Dauer der Teilnahme auf die Ausbildungszeit angerechnet, einschließlich der Pausen und der notwendigen Wegezeiten zwischen Teilnahmeort und Ausbildungsstätte (§ 15 Absatz 2 BBiG). Die Vergütung ist für die Zeit der Freistellung weiterzuzahlen (§ 19 Absatz 1 Nummer 1 BBiG).
Für Jugendliche regelt dasselbe das Jugendarbeitsschutzgesetz. Der Arbeitgeber muss sie für Maßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte freistellen (§ 10 Absatz 1 Nummer 1 JArbSchG), und ein Entgeltausfall darf nicht eintreten (§ 10 Absatz 2 Satz 2 JArbSchG).
Betriebliche Unterweisungen und Schulungen
Unterweisungen im Betrieb, etwa zu Arbeitssicherheit, Brandschutz oder Maschinen, tragen Sie ebenfalls ein, mit Datum, Thema, durchführender Person und Dauer. Formulieren Sie zum Beispiel:
- „Unterweisung zur Arbeitssicherheit durch die Sicherheitsfachkraft, 1 Stunde.“
- „Einweisung an der Abkantpresse durch den Ausbilder, 2 Stunden.“
- „Schulung zum Warenwirtschaftssystem durch den Lagerleiter, 3 Stunden.“
- „Erste-Hilfe-Kurs beim Roten Kreuz, ganztägig.“
Bescheinigung als Beleg
Heben Sie die Teilnahmebescheinigung der Bildungsstätte auf. Wer digital führt, hängt sie als Foto oder PDF an die Woche: In heftwerk lassen sich Fotos und PDF-Dateien als Beleg an die Woche hängen.
- Berichtsheft schreiben: Anleitung
- Berichtsheft im Handwerk
- Ausbildungsrahmenplan
- Stunden im Berichtsheft
Häufige Fragen
Gehört die überbetriebliche Ausbildung ins Berichtsheft?
Ja. Sie ist Teil der Ausbildung und wird auf die Ausbildungszeit angerechnet (§ 15 Absatz 2 BBiG). Tragen Sie Lehrgang, Inhalte und Stunden getrennt von den betrieblichen Tätigkeiten ein.
Muss ich für Lehrgänge ein eigenes Berichtsheft führen?
Das Gesetz verlangt einen Ausbildungsnachweis (§ 13 Satz 2 Nummer 7 BBiG), kein zweites Heft. Welche Form Ihre Kammer oder Bildungsstätte verlangt, sagt deren Vordruck. Fragen Sie im Zweifel dort nach.
Zählt die überbetriebliche Ausbildung zur Arbeitszeit?
Ja. Die Dauer der Teilnahme einschließlich Pausen und notwendiger Wegezeiten wird auf die Ausbildungszeit angerechnet (§ 15 Absatz 2 BBiG).
Wie viele Stunden trage ich für einen Lehrgangstag ein?
Die Stunden, die die Teilnahme tatsächlich dauerte, einschließlich Pausen und notwendiger Wegezeiten zwischen Teilnahmeort und Ausbildungsstätte. Den Stundenplan nennt die Einladung der Bildungsstätte.
Was schreibe ich bei einer Sicherheitsunterweisung?
Datum, Thema, wer unterwiesen hat und wie lange: „Unterweisung zur Arbeitssicherheit durch die Sicherheitsfachkraft, 1 Stunde“. Mehr braucht es nicht.
Quellen
- Berufsbildungsgesetz: Freistellung und Anrechnung (§ 15 Absatz 1 und 2 BBiG), abgerufen am 15.10.2026
- Berufsbildungsgesetz: Pflichten der Auszubildenden (§ 13 Satz 2 Nummer 7 BBiG), abgerufen am 15.10.2026
- Berufsbildungsgesetz: Fortzahlung der Vergütung (§ 19 Absatz 1 BBiG), abgerufen am 15.10.2026
Das Berichtsheft digital führen
heftwerk ist ein Berichtsheft-Tool für den digitalen Ausbildungsnachweis. Auszubildende tragen ihre Woche am Telefon oder am Rechner ein, der Ausbilder gibt sie frei, und der Nachweis steht als PDF bereit. Für Auszubildende ist heftwerk kostenlos, den Zugang richtet der Ausbildungsbetrieb ein. heftwerk im Überblick
Ausbildungsnachweis nach BBiG, Freigabe durch den Ausbilder, Export als PDF. Ab 41,25 € im Monat* für bis zu fünf Auszubildende, netto zuzüglich Umsatzsteuer. Preis und häufige Fragen
*Mit dem Code IHK2026: bis einschließlich 31.12.2026 kostenfrei (bei Abschluss ab 2027: 30 Tage), danach zum halben Preis, bei jährlicher Zahlung 41,25 € im Monat (495 € im Jahr), netto. Preis fest bis Ende 2030, danach bis 2045 nur Inflationsausgleich nach dem Verbraucherpreisindex. Abschluss bis 31.03.2027. *Aktionsbedingungen
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