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Berichtsheft als Industrie-Isolierer: Beispiele und Tipps

Ins Berichtsheft als Industrie-Isolierer gehört, was Sie in Betrieb, Werkstatt, auf der Baustelle, in der Berufsschule und in Lehrgängen gelernt haben: das Dämmen von Rohrleitungen, Behältern und Anlagen gegen Wärmeverlust, Kälte und Schall, das Anbringen von Unterkonstruktionen und Dampfbremsen, das Zuschneiden und Montieren von Blechummantelungen und Formstücken, das Lesen von Zeichnungen sowie Arbeitssicherheit und Gerüstarbeiten. Auf dieser Seite finden Sie zwei Beispielwochen, Formulierungshilfen und Hinweise zu Berufsschule, Lehrgängen und Abschlussprüfung.

Stand: 21.10.2026

Was als Industrie-Isolierer ins Berichtsheft gehört

Grundlage ist die Verordnung über die Berufsausbildung in der Isolier-Industrie (ISAusbV 1997). Die Ausbildung ist als Stufenausbildung angelegt und dauert insgesamt 3 Jahre. Die erste Stufe zum Isolierfacharbeiter umfasst 24 Monate, die zweite Stufe zum Industrie-Isolierer weitere 12 Monate. Schwerpunkte oder Fachrichtungen gibt es nicht. Zuständig ist die Industrie- und Handelskammer.

Der Ausbildungsrahmenplan ordnet die Inhalte nach Berufsbildpositionen. Ihre Einträge lassen sich diesen Bereichen zuordnen:

Beispielwoche im ersten Ausbildungsjahr

Die Einträge sind Beispiele; Ihre Woche sieht anders aus. Die Stunden richten sich nach Ihrem Ausbildungsvertrag.

TagTätigkeitenStunden
MontagUnterweisung in Arbeitssicherheit und persönlicher Schutzausrüstung, Blechstreifen mit Handschere und Biegemaschine zugeschnitten und gekantet8
DienstagMineralfasermatten für gerade Rohrstücke zugeschnitten, Dämmung angelegt und mit Draht befestigt, Maße mit Zollstock geprüft8
MittwochBerufsschule: Dämmstoffe und ihre Eigenschaften, technische Mathematik zu Umfang und Fläche, Zeichnungen lesen8
DonnerstagRohrbogen mit Hartschaumschalen gedämmt, Fugen versetzt angeordnet und verklebt, Arbeitsplatz aufgeräumt8
FreitagUmmantelung aus Blech über gerader Rohrdämmung aufgebracht und mit Blechschrauben gesichert, Werkzeuge gepflegt8

Beispielwoche im dritten Ausbildungsjahr

TagTätigkeitenStunden
MontagBaustelleneinrichtung für Rohrleitungsdämmung in einer Technikzentrale besprochen, Materialbedarf nach Zeichnung ermittelt und Gerüst abgenommen8
DienstagUnterkonstruktion für eine Behälterdämmung angebracht, Mineralwolle in zwei Lagen verlegt, Dampfbremse an den Stößen abgedichtet8
MittwochBerufsschule: Wärmeschutz und Berechnung von Wärmeverlusten, Technologie der Ummantelungen, Wirtschafts- und Sozialkunde8
DonnerstagAbwicklung für einen Rohrabzweig berechnet, aufgerissen, zugeschnitten und als Formteil aus Blech montiert8
FreitagKälteleitung mit diffusionsdichter Dämmung versehen, Arbeitsergebnis mit dem Vorarbeiter kontrolliert, Restmaterial sortiert8

Berufsschule im Berichtsheft des Industrie-Isolierers

Tragen Sie die Unterrichtsthemen als Stichworte ein, zum Beispiel Dämmstoffe, Wärmeschutz, Technisches Zeichnen oder Wirtschafts- und Sozialkunde. Der Rahmenlehrplan der Kultusministerkonferenz gliedert den Unterricht in Lernfelder; welche davon wann dran sind, legt Ihre Berufsschule fest.

Nach der Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses gehören die Themen des Berufsschulunterrichts in den Ausbildungsnachweis.

Formulierungen für den Beruf Industrie-Isolierer

StattBesser
Rohre gedämmtGerade Rohrleitung DN 100 mit Mineralfasermatten 60 mm gedämmt und mit Draht gesichert
Blech bearbeitetBlechmantel für Rohrbogen abgewickelt, zugeschnitten, gekantet und mit Blechschrauben montiert
Auf der Baustelle geholfenGerüst auf Tragfähigkeit und Zustand geprüft, Materiallager eingerichtet, Dämmarbeiten an Kesselleitung unterstützt
Zeichnung angeschautIsometrie der Rohrleitung gelesen und Dämmstoffmenge für zwei Bögen und einen Abzweig ermittelt
Dampfbremse gemachtDampfbremsfolie an den Stößen überlappt, verklebt und auf Dichtheit kontrolliert

Fachberichte, Lehrgänge und zuständige Stelle

Ausgebildet wird in Isolierbetrieben, die Anlagen im Industrie- und Kraftwerksbau, in der Kältetechnik und in der Haustechnik dämmen. Zuständige Stelle ist die Industrie- und Handelskammer. Ob Fachberichte, Skizzen oder Fotos verlangt werden, geben Kammer und Betrieb vor. Fragen Sie Ihren Ausbilder.

Lehrgänge außerhalb der Ausbildungsstätte tragen Sie mit Thema, Ort und Stunden ein. Der Betrieb stellt Sie dafür frei (§ 15 Absatz 1 Satz 2 Nummer 4 BBiG). Kundennamen und Auftragsnummern brauchen Sie im Nachweis nicht.

Abschlussprüfung und Zulassung

Die Abschlussprüfung zum Industrie-Isolierer besteht aus einem praktischen und einem schriftlichen Teil. Praktisch fertigen Sie in höchstens 12 Stunden Prüfungsstücke, etwa das Dämmen eines Rohrbogens und eines Rohrabzweigs mit Hartschaumschalen und ein Formteil mit mehreren Abwicklungen, dazu kommt eine Arbeitsprobe mit Mineralfasermatten und nichtmetallischer Ummantelung. Schriftlich werden Technologie, Technische Mathematik, Technisches Zeichnen sowie Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft. Eine mündliche Ergänzung ist auf Antrag oder nach Entscheidung des Prüfungsausschusses möglich.

Zur Abschlussprüfung wird zugelassen, wer den Ausbildungsnachweis vorgelegt hat (§ 43 Absatz 1 Nummer 2 BBiG). Nach der Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses wird der Nachweis in der Prüfung nicht bewertet.

Ausbildungsrahmenplan

Was der Betrieb in der Ausbildung vermittelt, legt der Ausbildungsrahmenplan fest, eine Anlage der Ausbildungsordnung. Hier steht er im Wortlaut der Verordnung über die Berufsausbildung in der Isolier-Industrie (ISAusbV 1997), abgerufen von gesetze-im-internet.de am 25.10.2026. Verweise auf Paragrafen der Verordnung sind in den Überschriften weggelassen. Die Zeitangaben sind Richtwerte; maßgeblich ist die amtliche Fassung.

Positionen des Rahmenplans11 Positionen

1 Berufsbildungwährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln
  • a)Bedeutung des Ausbildungsvertrages , insbesondere Abschluß, Dauer und Beendigung, erklären
  • b)gegenseitige Rechte und Pflichten aus dem Ausbildungsvertrag nennen
  • c)Möglichkeiten der beruflichen Fortbildung nennen
2 Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebeswährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln
  • a)Aufbau und Aufgaben des ausbildenden Betriebes erläutern
  • b)Grundfunktionen des ausbildenden Betriebes, wie Beschaffung, Fertigung, Absatz und Verwaltung, erklären
  • c)Beziehungen des ausbildenden Betriebes und seiner Belegschaft zu Wirtschaftsorganisationen, Berufsvertretungen und Gewerkschaften nennen
  • d)Grundlagen, Aufgaben und Arbeitsweise der betriebsverfassungsrechtlichen Organe des ausbildenden Betriebes beschreiben
3 Arbeits- und Tarifrecht, Arbeitsschutzwährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln
  • a)wesentliche Teile des Arbeitsvertrages nennen
  • b)wesentliche Bestimmungen der für den ausbildenden Betrieb geltenden Tarifverträge nennen
  • c)Aufgaben des betrieblichen Arbeitsschutzes sowie der zuständigen Berufsgenossenschaft und Gewerbeaufsicht erläutern
  • d)wesentliche Bestimmungen der für den ausbildenden Betrieb geltenden Arbeitsschutzgesetze nennen
4 Arbeitssicherheit, Umweltschutz und rationelle Energieverwendungwährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln
  • a)einschlägige Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften beachten und anwenden
  • b)persönliche Schutzausrüstungen zur Vermeidung von Verletzungen und Berufskrankheiten benutzen
  • c)Gefahren, die beim Umgang mit elektrischem Strom entstehen, beachten
  • d)Gefahren, die von Giften, Dämpfen, Gasen und leichtentzündlichen Stoffen sowie von Arbeitsstoffen ausgehen, beachten und Schutzmaßnahmen ergreifen
  • e)sich bei berufstypischen Unfallsituationen sachgerecht verhalten
  • f)Maßnahmen für den vorbeugenden Brand- und Explosionsschutz ergreifen sowie Brandschutzeinrichtungen und Brandbekämpfungsgeräte bedienen
  • g)Maßnahmen der Ersten Hilfe einleiten
  • h)zur Vermeidung betriebsbedingter Umweltbelastungen im beruflichen Einwirkungsbereich beitragen sowie Möglichkeiten der rationellen und umweltschonenden Materialverwendung, insbesondere durch Wiederverwendung und Entsorgung von Werk- und Hilfsstoffen, nutzen
  • i)die im Ausbildungsbetrieb verwendeten Energiearten nennen und Möglichkeiten rationeller Energieverwendung im beruflichen Einwirkungs- und Beobachtungsbereich nutzen
5 Lesen und Anfertigen von Skizzen und Zeichnungen3 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
  • a)Skizzen, Zeichnungen, isometrische Darstellungen und Stücklisten unter Beachtung der Normen anfertigen
  • b)Pläne, Zeichnungen, isometrische Darstellungen und Stücklisten lesen und anwenden
  • c)technische Tabellen, Handbücher, Richtlinien und Merkblätter anwenden
6 Planen und Vorbereiten von Arbeitsabläufen, Einrichten von Baustellen, Kontrollieren der Arbeitsergebnisse6 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
  • a)Arbeitsumfang unter Berücksichtigung des Zeitaufwandes und der Notwendigkeit personeller Unterstützung abschätzen
  • b)Arbeitsablauf im Hinblick auf den Arbeitsauftrag sicherstellen
  • c)Arbeitsablauf unter Berücksichtigung der Gegebenheiten auf der Baustelle und in Abstimmung mit anderen Gewerken sicherstellen
  • d)Maßnahmen der Qualitätssicherung ergreifen
7 Herstellen von Wärme-, Kälte- und Schalldämmungen10 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
  • a)Ausführung von Dämmsystemen prüfen und Wirkung von Dämmsystemen unter Berücksichtigung des Brandschutzes beurteilen
  • b)Dämmstoffe an Formstücken, insbesondere an Krümmern, Abzweigen und Übergängen, befestigen
  • c)Matratzen aus Dämmstoffen mit Gewebeabdeckung herstellen und anbringen
  • d)Dämmsysteme aus Ortschaum herstellen
  • e)Brandschutzabschlüsse herstellen
  • f)Endkontrolle durchführen
8 Beurteilen und Herstellen von Dampfbremsen4 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
  • a)Dampfbremsen prüfen und Wirkung von Dampfbremsen beurteilen
  • b)Dampfbremsen durch Aufbringen von Dichtungsbahnen und Beschichtungen herstellen
9 Anbringen von Unterkonstruktionen2 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
  • a)Aufgaben von Stütz- und Tragkonstruktionen erläutern
  • b)Stütz- und Tragkonstruktionen für den Anwendungszweck auswählen, herstellen und anbringen
10 Aufmessen, Aufreißen, Abwickeln, Zurichten und Montieren von Formstücken25 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
  • a)Anlagenteile aufmessen, Isometrien aufnehmen und anfertigen
  • b)Maße für Formstücke an betriebstechnischen Anlagen und in der Haustechnik ermitteln
  • c)Modelle für Formstücke aufreißen und abwickeln
  • d)Formstücke, insbesondere Übergänge, Behälterköpfe, Hosenstücke, Formkappen und Abflachungen, vorfertigen
  • e)vorgefertigte Teile einpassen, ausrichten und befestigen
  • f)vorgefertigte Formstücke montieren
11 Feststellen von Störungen an Maschinen und Geräten, Veranlassen von Reparaturen2 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
  • a)Schutzeinrichtungen an Maschinen prüfen und anwenden
  • b)Störungen an Maschinen und Geräten feststellen, Reparaturen veranlassen

Häufige Fragen

Wie oft muss ich als Industrie-Isolierer das Berichtsheft führen?

Auszubildende führen den Nachweis (§ 13 Satz 2 Nummer 7 BBiG). Wie oft Sie ihn abgeben, bestimmen Betrieb und Kammer, üblich sind wöchentliche Einträge. Klären Sie das zu Beginn mit Ihrem Ausbilder.

Wer prüft mein Berichtsheft?

Ihr Ausbilder sieht den Nachweis durch (§ 14 Absatz 2 BBiG). Er zeichnet die Einträge gegen, damit sie später zur Zulassung vorgelegt werden können.

Was trage ich bei Arbeiten auf Gerüsten und in Anlagen ein?

Schreiben Sie die Tätigkeit, den Ort und den Sicherheitsaspekt knapp auf, zum Beispiel Gerüst geprüft, Absturzsicherung angelegt oder Rohrleitung in der Technikzentrale gedämmt. Nennen Sie keine Kundennamen oder Auftragsnummern.

Zählen Werkstattwochen und Lehrgänge auch zum Nachweis?

Ja, tragen Sie sie mit Thema, Ort und Stunden ein, etwa Blecharbeiten in der Werkstatt oder einen überbetrieblichen Lehrgang. Der Betrieb stellt Sie für Lehrgänge frei (§ 15 Absatz 1 Satz 2 Nummer 4 BBiG).

Quellen

Das Berichtsheft digital führen

heftwerk ist ein Berichtsheft-Tool für den digitalen Ausbildungsnachweis. Auszubildende tragen ihre Woche am Telefon oder am Rechner ein, der Ausbilder gibt sie frei, und der Nachweis steht als PDF bereit. Für Auszubildende ist heftwerk kostenlos, den Zugang richtet der Ausbildungsbetrieb ein. heftwerk im Überblick

Ausbildungsnachweis nach BBiG, Freigabe durch den Ausbilder, Export als PDF. Ab 41,25 € im Monat* für bis zu fünf Auszubildende, netto zuzüglich Umsatzsteuer. Preis und häufige Fragen

*Mit dem Code IHK2026: bis einschließlich 31.12.2026 kostenfrei (bei Abschluss ab 2027: 30 Tage), danach zum halben Preis, bei jährlicher Zahlung 41,25 € im Monat (495 € im Jahr), netto. Preis fest bis Ende 2030, danach bis 2045 nur Inflationsausgleich nach dem Verbraucherpreisindex. Abschluss bis 31.03.2027. *Aktionsbedingungen

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