heftwerkAnmeldenRegistrieren

Berichtsheft als Rechtsanwaltsfachangestellte: Beispiele und Tipps

Ins Berichtsheft der Rechtsanwaltsfachangestellten gehören die Tätigkeiten in der Kanzlei und die Themen der Berufsschule: Mandantenbetreuung, Büro- und Aktenorganisation, Fristen, Schriftverkehr, Gebühren und Kosten, Rechnungswesen und Rechtsanwendung. Namen von Mandanten stehen nicht darin. Die Beispielwochen zeigen, wie solche Einträge aussehen.

Stand: 15.10.2026

Was ins Berichtsheft der Rechtsanwaltsfachangestellten gehört

Die Ausbildungsverordnung für die Berufe in Kanzleien regelt mehrere Berufe gemeinsam: Rechtsanwaltsfachangestellte, Notarfachangestellte, Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte sowie Patentanwaltsfachangestellte. Die Ausbildung dauert drei Jahre. Für Rechtsanwaltsfachangestellte gliedert sie sich in berufsübergreifende und berufsspezifische Inhalte:

Wer als Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte ausgebildet wird, trägt zusätzlich Notariatsgeschäfte, Notarkosten sowie notarielles Berufs- und Verfahrensrecht ein.

Beispielwoche im ersten Ausbildungsjahr

Die Einträge sind Beispiele; Ihre Woche sieht anders aus.

TagTätigkeitenStunden
MontagPost geöffnet, Eingangsstempel gesetzt und verteilt, neue Akten angelegt, Fristen in den Kalender eingetragen8
DienstagTelefon angenommen, Anfragen notiert und weitergeleitet, Termine eingetragen, Mandantentermin vorbereitet8
MittwochBerufsschule: Unterricht nach Stundenplan, zum Beispiel Büroorganisation und Rechtsanwendung7
DonnerstagSchriftsätze nach Vorlage geschrieben und zur Unterschrift vorgelegt, Anlagen kopiert und geheftet8
FreitagAkten abgelegt, Fristenkalender mit der Kollegin abgeglichen, Büromaterial bestellt8

Beispielwoche im dritten Ausbildungsjahr

TagTätigkeitenStunden
MontagKostenberechnung für ein abgeschlossenes Verfahren erstellt, Gerichtskosten geprüft, Entwurf zur Prüfung vorgelegt8
DienstagAntrag zur Zwangsvollstreckung vorbereitet, Unterlagen zusammengestellt, Schriftsatz elektronisch übermittelt8
MittwochBerufsschule: Vergütung und Kosten, Prüfungsvorbereitung7
DonnerstagMandantengespräch mit Terminübersicht begleitet, Gesprächsvermerk angelegt, Zahlungseingänge kontrolliert8
FreitagFristen der Folgewoche geprüft, Kostenvorschuss angefordert, Akten für die Verhandlung bereitgelegt8

Berufsschule im Berichtsheft der Rechtsanwaltsfachangestellten

Tragen Sie je Schultag Fach und Thema ein, zum Beispiel „Rechtsanwendung: Aufbau eines Schriftsatzes“ oder „Vergütung: Berechnung der Gebühren“. Die Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses rät, die Themen des Berufsschulunterrichts aufzunehmen. Welche Lernfelder der Rahmenlehrplan vorgibt, steht im Lehrplan Ihrer Schule.

Formulierungen für das Berichtsheft in der Kanzlei

StattBesser
Akten gemachtNeue Akten angelegt, Schriftverkehr einsortiert und Fristen im Kalender eingetragen
SchreibarbeitenSchriftsatz nach Vorlage geschrieben und zur Unterschrift vorgelegt
Mit Mandanten telefoniertAnfragen am Telefon aufgenommen, Gesprächsnotiz erstellt und Rückruf organisiert
Kosten gemachtKostenberechnung nach dem Vergütungsrecht erstellt und zur Prüfung vorgelegt
BüroFristenkalender abgeglichen und Zahlungseingänge kontrolliert

Verschwiegenheit und zuständige Kammer

Die Verschwiegenheitspflicht gilt auch für Sie, der Ausbildungsrahmenplan nennt sie als Grundlage der Berufsausübung. Schreiben Sie keine Namen von Mandanten oder Gegnern, keine Aktenzeichen und keine Angaben zum Streitgegenstand ins Berichtsheft. „Klage in einer Mietsache vorbereitet“ genügt.

Zuständige Stelle ist die Rechtsanwaltskammer. Ob sie ein eigenes Formular für den Ausbildungsnachweis vorgibt, regelt jede Kammer selbst; maßgeblich ist Ihre zuständige Kammer.

Prüfung und Berichtsheft

Die Ausbildungsverordnung sieht eine Zwischenprüfung und eine einheitliche Abschlussprüfung vor. Die Zwischenprüfung hat die Bereiche Kommunikation und Büroorganisation sowie Rechtsanwendung. Die Abschlussprüfung hat fünf Bereiche: Geschäfts- und Leistungsprozesse, Mandantenbetreuung, Rechtsanwendung im Rechtsanwaltsbereich, Vergütung und Kosten sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.

Zugelassen wird, wer an vorgeschriebenen Zwischenprüfungen teilgenommen und einen Ausbildungsnachweis vorgelegt hat (§ 43 Absatz 1 Nummer 2 BBiG). Dass Sie den Nachweis führen müssen, steht in § 13 Satz 2 Nummer 7 BBiG.

Ausbildungsrahmenplan

Was der Betrieb in der Ausbildung vermittelt, legt der Ausbildungsrahmenplan fest, eine Anlage der Ausbildungsordnung. Hier steht er im Wortlaut der Verordnung über die Berufsausbildungen zum Rechtsanwaltsfachangestellten und zur Rechtsanwaltsfachangestellten, zum Notarfachangestellten und zur Notarfachangestellten, zum Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten und zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten sowie zum Patentanwaltsfachangestellten und zur Patentanwaltsfachangestellten (ReNoPatAusbV 2015), abgerufen von gesetze-im-internet.de am 25.10.2026. Verweise auf Paragrafen der Verordnung sind in den Überschriften weggelassen. Die Zeitangaben sind Richtwerte; maßgeblich ist die amtliche Fassung.

Abschnitt A: berufsübergreifende berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten23 Positionen

1 Mandanten- oder Beteiligtenbetreuung
1.1 Mandanten- oder beteiligtenorientierte Kommunikation und serviceorientierte Betreuung3 Wochen im 1. bis 12. Monat, 2 Wochen im 13. bis 36. Monat
  • a)eigene Rolle als Dienstleister und die kommunikativen Anforderungen an den Mandanten- oder Beteiligtenkontakt verstehen
  • b)Gespräche unter Anwendung verbaler und nonverbaler Kommunikationsformen und -techniken adressatenorientiert führen, auf Mandanten- oder Beteiligtenverhalten angemessen reagieren
  • c)Telefonate serviceorientiert führen und nachbereiten
  • d)Wertschätzung und Vertrauensbildung als Grundlage erfolgreicher Kommunikation begreifen und umsetzen
  • e)aus mündlichen und schriftlichen Informationen den wesentlichen Sachverhalt ermitteln und weitere Handlungsschritte einleiten
  • f)Mandanten oder Beteiligte empfangen und unter Berücksichtigung ihrer persönlichen Situation und ihres soziokulturellen Hintergrundes, ihrer Erwartungen und Wünsche serviceorientiert betreuen
  • g)Beschwerden entgegennehmen und Lösungsmöglichkeiten anbieten
  • h)Konflikte identifizieren, thematisieren und versachlichen
  • i)durch situationsgerechtes Verhalten zur Konfliktlösung beitragen
1.2 Konferenz- und Besprechungsmanagement2 Wochen im 1. bis 12. Monat
  • a)externe und interne Konferenzen und Besprechungen planen, vorbereiten und bei der Durchführung mitwirken
  • b)Konferenz- und Besprechungsergebnisse aufzeichnen
  • c)Konferenzen und Besprechungen nachbereiten
1.3 Fachbezogene Anwendung der englischen Sprache2 Wochen im 1. bis 12. Monat, 2 Wochen im 13. bis 36. Monat
  • a)Auskünfte erteilen und einholen
  • b)Informationen aufgabenbezogen auswerten
  • c)kurze Standardschreiben verfassen
2 Büro- und Arbeitsorganisation
2.1 Betriebs- und Arbeitsabläufe; Qualitätssicherung2 Wochen im 1. bis 12. Monat, 2 Wochen im 13. bis 36. Monat
  • a)bei Planung, Organisation und Gestaltung von Betriebsabläufen mitwirken und zu deren Optimierung beitragen
  • b)Arbeits- und Organisationsmittel aufgabenorientiert auswählen und effektiv und effizient einsetzen
  • c)eigene Arbeit systematisch, inhaltlich und zeitlich strukturieren, zielgerecht organisieren, rationell gestalten und qualitätsbewusst kontrollieren
  • d)qualitätssichernde Maßnahmen im eigenen Verantwortungsbereich durchführen, kontrollieren und bewerten
  • e)Methoden des Selbst- und Zeitmanagements nutzen, insbesondere Prioritäten setzen bei der zeitlichen Planung von Arbeitsabläufen und bei deren Durchführung
  • f)Zusammenhänge von Selbst- und Zeitmanagement, Leistungssteigerung und Stress beachten
2.2 Büro- und Verwaltungsarbeiten; Aktenverwaltung und Dokumentation3 Wochen im 1. bis 12. Monat, 2 Wochen im 13. bis 36. Monat
  • a)eingehende und ausgehende Post unter Berücksichtigung rechtlicher und betrieblicher Vorgaben bearbeiten
  • b)Informationen beschaffen, auswerten, weiterleiten und archivieren
  • c)Ordnungs- und Ablagesysteme für Schriftgut- und Aktenverwaltung einsetzen
  • d)Dokumente und Unterlagen ordnen, sicher verwahren und Aufbewahrungsfristen beachten
  • e)Akten anlegen, führen und archivieren
  • f)Materialbedarf ermitteln, Waren unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte bestellen
  • g)Waren annehmen, kontrollieren und lagern
  • h)Schriftverkehr selbständig und nach Anweisung führen, Anlagen und Dokumente zusammenstellen und beifügen
2.3 Fristen- und Terminmanagement4 Wochen im 1. bis 12. Monat
  • a)Verfahrenstermine notieren und kontrollieren
  • b)betriebliche Termine planen, notieren und koordinieren
  • c)Fristen nach Eingang unter Berücksichtigung gesetzlicher und betrieblicher Vorgaben berechnen, notieren; Einhaltung der Fristen kontrollieren
  • d)Termin- und Fristenkalender führen und verwalten
2.4 Arbeiten im Team2 Wochen im 1. bis 12. Monat
  • a)Aufgaben im Team planen und bearbeiten
  • b)Teamentwicklung mitgestalten
  • c)Kritik konstruktiv annehmen und äußern
  • d)Teambesprechungen vorbereiten und mitgestalten
2.5 Textgestaltung4 Wochen im 1. bis 12. Monat
  • a)fachkundliche Texte formulieren und gestalten
  • b)fachkundliche Textbausteine und Formulare entwickeln
  • c)Textverarbeitungssysteme und -programme wirtschaftlich und aufgabenorientiert einsetzen
2.6 Informations- und Kommunikationssysteme3 Wochen im 1. bis 12. Monat
  • a)Informations- und Kommunikationssysteme einsetzen; branchen- und betriebsspezifische Software anwenden
  • b)Informationen beschaffen, aufbereiten und nutzen; fachspezifische Datenbanken anwenden
  • c)Möglichkeiten des internen und externen Datenaustausches über unterschiedliche Kommunikationsnetze nutzen
  • d)Auskünfte aus Registern und Datenbanken abrufen
2.7 Elektronischer Rechtsverkehr2 Wochen im 1. bis 12. Monat
  • a)rechtliche Voraussetzungen zur Teilnahme am elektronischen Rechtsverkehr beachten
  • b)elektronisches Postfach für Kommunikation mit Gerichten und Verwaltung nutzen
2.8 Datenschutz und Datensicherheit2 Wochen im 1. bis 12. Monat
  • a)gesetzliche, berufsspezifische und betriebliche Vorschriften zum Datenschutz anwenden
  • b)Daten sichern und verwahren
3 Rechnungswesen und -kontrolle
3.1 Rechnungs- und Finanzwesen; Zahlungsverkehr2 Wochen im 1. bis 12. Monat, 4 Wochen im 13. bis 36. Monat
  • a)Rechnungen nach steuerrechtlichen Vorgaben entwerfen und eingehende Rechnungen auf diese Vorgaben hin prüfen
  • b)betriebliche Berechnungen unter Berücksichtigung des kaufmännischen Rechnens durchführen, insbesondere Prozent- und Zinsberechnungen
  • c)Sach- und Finanzkonten unterscheiden und einrichten
  • d)betriebliche Geschäftsvorfälle unter Berücksichtigung von Buchführungspflichten nach Handels- und Steuerrecht buchen
  • e)Zahlungsvorgänge abwickeln und überwachen
  • f)Arten der betriebsrelevanten Steuern unterscheiden und deren Termine und Fristen überwachen
  • g)Vorarbeiten zur Einnahmenüberschussrechnung und zum Jahresabschluss durchführen
3.2 Aktenbuchhaltung2 Wochen im 13. bis 36. Monat
  • a)gesetzliche und betriebliche Pflichten bei der Aufzeichnung von Zahlungsvorgängen in den Akten und im Aktenkonto berücksichtigen
  • b)gesetzliche und betriebliche Pflichten im Umgang mit Fremdgeld und Anderkonten berücksichtigen
4 Gesetze und Verordnungen in der Rechtspflege
4.1 Handhabung von Gesetzen und Verordnungen; Europarecht3 Wochen im 1. bis 12. Monat
  • a)Aufbau und Struktur von Gesetzen und Verordnungen erfassen sowie die entsprechenden Vorschriften auffinden; Inhalts- und Sachverzeichnisse verwenden
  • b)Gesetze, Verordnungen, Rechtsprechung, Literatur und Zeitschriften sowie deren Fundstellen mit den üblichen Abkürzungen bezeichnen, unterscheiden und zuordnen
  • c)Grundlagen des grenzüberschreitenden Rechtsverkehrs unterscheiden und berücksichtigen
4.2 Zivilrecht
4.2.1 Allgemeiner Teil des bürgerlichen Rechts4 Wochen im 1. bis 12. Monat
  • a)Bücher des BGB und ihre Rechtsgebiete, insbesondere Schuld- und Sachenrecht, unterscheiden
  • b)Rechtsbegriffe, insbesondere die der Personen und Sachen, bei der Lösung von berufsbezogenen Aufgaben berücksichtigen
  • c)Unterschiede der gesetzlichen und rechtsgeschäftlichen Vertretung beachten
  • d)Voraussetzung und Wirkung der Verjährung überprüfen
  • e)Voraussetzungen für die Entstehung, Wirksamkeit und Durchführung von Rechtsgeschäften prüfen, insbesondere Arten von Willenserklärungen sowie einseitige und mehrseitige Rechtsgeschäfte erläutern, Formerfordernisse prüfen sowie Nichtigkeit und Anfechtbarkeit unterscheiden
4.2.2 Schuld- und Sachenrecht4 Wochen im 1. bis 12. Monat
  • a)vertragliche und gesetzliche Schuldverhältnisse unterscheiden
  • b)Leistungsstörungen bei der Erfüllung des Kaufvertrages feststellen und Rechtsfolgen beachten
  • c)Formen des vertraglichen und gesetzlichen Eigentumserwerbs unterscheiden und bei der Bearbeitung von Fachaufgaben berücksichtigen
4.2.3 Handels- und Gesellschaftsrecht3 Wochen im 1. bis 12. Monat
  • a)Arten der Kaufleute und Unternehmensformen unterscheiden und deren rechtlichen Haftungs- und Vertretungsumfang ermitteln
  • b)Aufbau und Inhalte der Register unterscheiden und die daraus gewonnenen Informationen bei der Erledigung berufsspezifischer Aufgaben nutzen
4.3 Zivilverfahrensrecht; Zwangsvollstreckungsrecht2 Wochen im 1. bis 12. Monat
  • a)Strukturen und Verfahrensabläufe in der ordentlichen Gerichtsbarkeit beachten
  • b)Voraussetzungen der Zwangsvollstreckung prüfen und Vollstreckungsmaßnahmen veranlassen

Abschnitt B: weitere berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten im Ausbildungsberuf Rechtsanwaltsfachangestellter und Rechtsanwaltsfachangestellte13 Positionen

1 Zivilrechtliches Mandat
1.1 Rechtsanwendung im Bereich des bürgerlichen Rechts12 Wochen im 13. bis 36. Monat
  • a)Ansprüche aus Kauf-, Miet-, Darlehens-, Dienst- und Werkvertrag begründen
  • b)Mahn- und Kündigungsschreiben entwerfen
  • c)Ansprüche aus unerlaubter Handlung und ungerechtfertigter Bereicherung unterscheiden
  • d)Arten, Erwerb, Belastung und Untergang von Besitz und Eigentum an beweglichen und unbeweglichen Sachen unterscheiden und bei der Bearbeitung von Fachaufgaben berücksichtigen
  • e)Ansprüche aus Erb- und Unterhaltsrecht prüfen
1.2 Rechtsanwendung in den Bereichen des Wirtschafts- und Europarechts8 Wochen im 13. bis 36. Monat
  • a)Haftungs- und Vertretungsumfang der Kaufleute und Unternehmensformen bei der Prüfung und Durchsetzung von Ansprüchen berücksichtigen
  • b)Gesellschaftsverträge für Personen- und Kapitalgesellschaften vorbereiten
  • c)Besonderheiten des Handelskaufs, auch im europäischen Bezug, berücksichtigen
  • d)Kreditarten nach Verwendungsmöglichkeiten und Sicherheiten unterscheiden
  • e)europäisches Mahnverfahren anwenden
1.3 Rechtsanwendung im Bereich des Zivilprozesses3 Wochen im 1. bis 12. Monat, 15 Wochen im 13. bis 36. Monat
  • a)Voraussetzungen für das Mahnverfahren prüfen sowie Anträge auf Erlass von Mahn- und Vollstreckungsbescheiden entwerfen und einreichen
  • b)Zuständigkeiten der Gerichte bei verschiedenen Klagearten prüfen
  • c)außergerichtliches Aufforderungsschreiben unter Berücksichtigung der Ziele und Folgen formulieren, auch in englischer Sprache
  • d)Anträge auf Bewilligung der Prozesskosten- und Beratungshilfe fertigen; Beschluss prüfen
  • e)Klageschrift entwerfen
  • f)den Mandanten den Ablauf eines zivilrechtlichen Verfahrens erläutern, auch in englischer Sprache, und entsprechende Maßnahmen einleiten
  • g)Folgen gerichtlicher Endentscheidungen einschließlich Rechtsmittel und Rechtsbehelfe prüfen und entsprechende Maßnahmen einleiten
  • h)Verfahrensfristen erfassen, berechnen und kontrollieren sowie Fristverlängerungs- und Terminverlegungsanträge entwerfen
  • i)Rechtsmittel- und Rechtsbehelfsschrift erstellen
  • j)Anträge auf einstweiligen Rechtsschutz vorbereiten
2 Zwangsvollstreckungsrechtliches Mandat20 Wochen im 13. bis 36. Monat
  • a)Verfahren der Zwangsvollstreckung unterscheiden; Organe, Arten und Voraussetzungen der Zwangsvollstreckung ermitteln
  • b)Zwangsvollstreckung wegen einer Geldforderung in das bewegliche und unbewegliche Vermögen des Schuldners einleiten
  • c)sonstige Vollstreckungsanträge entwerfen
  • d)Auszüge aus Schuldnerverzeichnissen einholen
  • e)Anträge auf Abgabe der Vermögensauskunft sowie auf Haft stellen
  • f)Einwendungen in der Zwangsvollstreckung unterscheiden, Fristen berechnen und Anträge erstellen, insbesondere sofortige Beschwerde und Erinnerung
  • g)Zwangsvollstreckung aus europäischen Titeln einleiten; deutsche Titel im europäischen Ausland vollstrecken
3 Vergütung und Kosten im zivilrechtlichen Mandat
3.1 Vergütungsgrundsätze2 Wochen im 1. bis 12. Monat, 5 Wochen im 13. bis 36. Monat
  • a)Unterschiede zwischen gesetzlichen Gebühren und Vergütungsvereinbarungen gegenüber Mandanten erläutern
  • b)Vergütungsvereinbarungen entwerfen und Honorare abrechnen
  • c)Gegenstandswerte bestimmen, Wertfestsetzung beantragen und gesetzliche Gebühren und Auslagen unter Berücksichtigung der Anrechnungsvorschriften berechnen, auch für mehrere Auftraggeber
3.2 Vergütung im Zivilprozess10 Wochen im 13. bis 36. Monat
  • a)Gebühren und Auslagen berechnen, dabei Vorschriften über dieselben und verschiedene Angelegenheiten berücksichtigen
  • b)Wertänderungen im Verfahrensverlauf beachten
  • c)Gebühren und Auslagen in Rechtsbehelfs- und Rechtsmittelverfahren ermitteln und berechnen
3.3 Vergütung in Prozesskosten- und Beratungshilfeverfahren4 Wochen im 13. bis 36. Monat
  • a)Mandanten über die Risiken eines Prozesskostenhilfeverfahrens aufklären
  • b)Anträge auf Erstattung der Vergütung nach bewilligter Prozesskostenhilfe erstellen
  • c)Beratungshilfe abrechnen
3.4 Vergütung in der Zwangsvollstreckung5 Wochen im 13. bis 36. Monat
  • a)Zwangsvollstreckungsmaßnahmen unter Berücksichtigung besonderer Angelegenheiten abrechnen
  • b)Gegenstandswerte für Vollstreckungsmaßnahmen ermitteln
3.5 Kostentragung und Kostenfestsetzung5 Wochen im 13. bis 36. Monat
  • a)Kostenanträge entwerfen
  • b)Kostenfestsetzungs- und Kostenausgleichungsanträge erstellen
  • c)Festsetzung der Vergütung gegen den Mandanten beantragen
3.6 Gerichtskosten3 Wochen im 13. bis 36. Monat
  • a)Gerichtskostenvorschüsse zu verschiedenen Verfahrensarten berechnen
  • b)Gerichtskostenrechnungen kontrollieren
4 Zahlungsverkehr3 Wochen im 13. bis 36. Monat
  • a)Zahlungsvorgänge abwickeln, überwachen, kontrollieren und dokumentieren
  • b)elektronischen Zahlungsverkehr mit Gerichten und Mandanten durchführen

Abschnitt F: berufsübergreifende integrative Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten5 Positionen

1 Stellung des Ausbildungsbetriebes im Rechtswesen und im Wirtschaftssystem
  • a)Aufbau des Rechtssystems erklären sowie Aufgaben, Struktur und Organe der Rechtspflege beschreiben, Zweige der Gerichtsbarkeit unterscheiden
  • b)Stellung und Bedeutung von Rechtsanwälten, Notaren und Patentanwälten in der Rechtspflege darlegen und die berufsrechtlichen Anforderungen an sie und ihre Beschäftigten erläutern
  • c)Verschwiegenheitspflicht als Grundlage der Berufsausübung einhalten
  • d)betriebswirtschaftliche Vorgänge erklären und in volkswirtschaftliche Zusammenhänge einordnen, insbesondere zu Angebot und Nachfrage, Preisbildung und Wettbewerb
  • e)Anforderungen an eine dienstleistungsorientierte Berufsausübung in der Rechtspflege bei der eigenen Aufgabenerfüllung berücksichtigen
  • f)Entwicklung und Umsetzung der Außendarstellung unter Beachtung von berufsrechtlichen Vorschriften mitgestalten
2 Aufbau, Organisationsstruktur und Rechtsform des Ausbildungsbetriebes
  • a)Rechtsform des Ausbildungsbetriebes darstellen
  • b)Organisationsstruktur des Ausbildungsbetriebes mit seinen Tätigkeitsbereichen und ihrem Zusammenwirken erklären
  • c)Aufgaben und Arbeitsabläufe im Betrieb unter Berücksichtigung der betrieblichen Organisationsanweisungen darstellen
  • d)Kooperationsbeziehungen erläutern
  • e)Kammerstrukturen für Rechtsanwälte, Notare und Patentanwälte darstellen
3 Berufsbildung, Arbeits-, Sozial- und Tarifrechtwährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln
  • a)Rechte und Pflichten aus dem Ausbildungsvertrag feststellen, Dauer und Beendigung erläutern und Aufgaben der Beteiligten im dualen System beschreiben
  • b)den betrieblichen Ausbildungsplan mit der Ausbildungsordnung vergleichen und zu seiner Umsetzung beitragen
  • c)im Ausbildungsbetrieb geltende Regelungen über Vollmachten und Weisungsbefugnisse beachten
  • d)arbeitsrechtliche Vorschriften, insbesondere zum Jugendarbeitsschutz, zum Mutterschutz, zum Urlaub, zur Arbeitszeit und zur Entgeltfortzahlung, sowie tarifrechtliche Vorschriften für den Ausbildungsbetrieb erläutern
  • e)Positionen der eigenen Entgeltabrechnung verstehen und sozialversicherungs- und steuerrechtliche Abzüge erklären
  • f)wesentliche Inhalte eines Arbeitsvertrages erklären
  • g)lebensbegleitendes Lernen als Voraussetzung für berufliche und persönliche Entwicklung begreifen und nutzen sowie berufsbezogene Fortbildungsmöglichkeiten ermitteln
4 Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit; Maßnahmen der Gesundheitsförderung
  • a)Sicherheits- und Gesundheitsvorschriften am Arbeitsplatz anwenden und Maßnahmen zur Vermeidung von Gefährdungen ergreifen
  • b)Arbeitsplatz unter Berücksichtigung ergonomischer Anforderungen einrichten und pflegen
  • c)stressauslösende Situationen im Beruf erkennen und bewältigen
  • d)Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften anwenden
  • e)Verhaltensweisen bei Unfällen beschreiben sowie erste Maßnahmen einleiten
  • f)Vorschriften des vorbeugenden Brandschutzes anwenden; Verhaltensweisen bei Bränden beschreiben und Maßnahmen der Brandbekämpfung ergreifen
5 Umweltschutz

zur Vermeidung betriebsbedingter Umweltbelastungen im beruflichen Einwirkungsbereich beitragen, insbesondere

  • a)mögliche Umweltbelastungen durch den Ausbildungsbetrieb und seinen Beitrag zum Umweltschutz an Beispielen erklären
  • b)für den Ausbildungsbetrieb geltende Regelungen des Umweltschutzes anwenden
  • c)Möglichkeiten der wirtschaftlichen und umweltschonenden Energie- und Materialverwendung nutzen
  • d)Abfälle vermeiden; Stoffe und Materialien einer umweltschonenden Entsorgung zuführen

Häufige Fragen

Was schreibe ich als Rechtsanwaltsfachangestellte ins Berichtsheft?

Die Tätigkeiten der Woche in Stichworten: Aktenführung, Fristen, Schriftverkehr, Mandantenbetreuung, Kosten und Gebühren, dazu die Themen der Berufsschule. Schreiben Sie auf, was Sie selbst getan haben.

Wie viel Text braucht ein Wochenbericht in der Kanzlei?

Das Gesetz legt keinen Umfang fest. Die Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses nennt etwa eine DIN-A4-Seite je Woche in Stichworten. Eine abweichende Vorgabe der Rechtsanwaltskammer oder der Kanzlei gilt vor.

Darf ich Mandantennamen oder Aktenzeichen ins Berichtsheft schreiben?

Nein. Mandantengeheimnisse sind geschützt. Verzichten Sie auf Namen, Aktenzeichen und Angaben zum Streitgegenstand. Beschreiben Sie die Tätigkeit, zum Beispiel „Frist notiert“ oder „Kostenberechnung erstellt“.

Ist die Rechtsanwaltsfachangestellte noch ein anerkannter Ausbildungsberuf?

Ja. Die ReNoPat-Ausbildungsverordnung nennt die Rechtsanwaltsfachangestellten neben den Notarfachangestellten, den Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten und den Patentanwaltsfachangestellten. Welcher Beruf gilt, steht in Ihrem Ausbildungsvertrag.

Quellen

Das Berichtsheft digital führen

heftwerk ist ein Berichtsheft-Tool für den digitalen Ausbildungsnachweis. Auszubildende tragen ihre Woche am Telefon oder am Rechner ein, der Ausbilder gibt sie frei, und der Nachweis steht als PDF bereit. Für Auszubildende ist heftwerk kostenlos, den Zugang richtet der Ausbildungsbetrieb ein. heftwerk im Überblick

Ausbildungsnachweis nach BBiG, Freigabe durch den Ausbilder, Export als PDF. Ab 41,25 € im Monat* für bis zu fünf Auszubildende, netto zuzüglich Umsatzsteuer. Preis und häufige Fragen

*Mit dem Code IHK2026: bis einschließlich 31.12.2026 kostenfrei (bei Abschluss ab 2027: 30 Tage), danach zum halben Preis, bei jährlicher Zahlung 41,25 € im Monat (495 € im Jahr), netto. Preis fest bis Ende 2030, danach bis 2045 nur Inflationsausgleich nach dem Verbraucherpreisindex. Abschluss bis 31.03.2027. *Aktionsbedingungen

Demo ansehenDem Betrieb zeigen