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Berichtsheft als Notarfachangestellter: Beispiele und Tipps

Ins Berichtsheft als Notarfachangestellter gehört alles, was Sie im Notariat tatsächlich getan und gelernt haben: Entwürfe und Urkunden vorbereiten, Grundbuchauszüge und Registerauskünfte einholen, Vollzugsschreiben und Anträge erstellen, Kosten berechnen, Verwahrungsgeschäfte begleiten, Fristen überwachen und Beteiligte am Telefon oder am Schalter betreuen. Dazu kommen die Themen der Berufsschule und Lehrgänge außerhalb des Notariats.

Stand: 21.10.2026

Was als Notarfachangestellter ins Berichtsheft gehört

Grundlage ist die Verordnung über die Berufsausbildungen zum Rechtsanwaltsfachangestellten, zum Notarfachangestellten, zum Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten sowie zum Patentanwaltsfachangestellten (ReNoPatAusbV). Die Ausbildung dauert drei Jahre. Schwerpunkte oder Fachrichtungen gibt es für Notarfachangestellte nicht; die berufsübergreifenden Inhalte teilen Sie mit den verwandten Berufen, die notarspezifischen Inhalte gelten nur für Ihren Beruf.

Der Ausbildungsrahmenplan ordnet die Inhalte nach Berufsbildpositionen. Ihre Einträge lassen sich diesen Bereichen zuordnen:

Beispielwoche im ersten Ausbildungsjahr

Die Einträge sind Beispiele; Ihre Woche sieht anders aus. Die Stunden richten sich nach Ihrem Ausbildungsvertrag.

TagTätigkeitenStunden
MontagPost geöffnet, sortiert und den Akten zugeordnet; Fristenkalender gepflegt; Grundbuchauszug für einen Kaufvertrag angefordert und zur Akte genommen8
DienstagTelefonate mit Beteiligten angenommen und Terminwünsche eingetragen; Terminvorbereitung für eine Beurkundung: Ladung geschrieben und Unterlagen zusammengestellt8
MittwochBerufsschule: Rechtssystem und Rechtsgeschäfte, Willenserklärung und Vertragsschluss, Schriftverkehr8
DonnerstagBeglaubigte Abschriften erstellt; Urkundenrolle und Akten nach Anweisung geführt; Anfragen beim Grundbuchamt per elektronischem Postfach versendet8
FreitagKostenrechnung unter Anleitung vorbereitet; Zahlungseingänge auf dem Anderkonto mit der Sachbearbeiterin abgeglichen; Ablage und Aktenvernichtung nach Aufbewahrungsfrist8

Beispielwoche im dritten Ausbildungsjahr

TagTätigkeitenStunden
MontagEntwurf eines Grundstückskaufvertrags nach Vorgaben des Notars vorbereitet; Vorkaufsrechte und Lasten aus dem Grundbuch geprüft; Entwurf an die Beteiligten versandt8
DienstagBeurkundungstermin begleitet: Personalien geprüft, Niederschrift vorbereitet, Ausfertigungen veranlasst; anschließend Vollzugsschreiben und Genehmigungsanfragen erstellt8
MittwochBerufsschule: Kostenrecht, Geschäftswert und Gebühren im Notariat, Gesellschaftsrecht, Prüfungsvorbereitung8
DonnerstagHandelsregisteranmeldung für eine GmbH-Gesellschafterliste vorbereitet und elektronisch eingereicht; Verwahrungsgeschäft begleitet: Auszahlungsvoraussetzungen geprüft8
FreitagKostenberechnung zu drei Urkunden selbstständig erstellt und vom Notar prüfen lassen; Erbscheinsantrag vorbereitet; Fristen der Woche abgeglichen8

Berufsschule im Berichtsheft des Notarfachangestellten

Tragen Sie die Unterrichtsthemen als Stichworte ein, zum Beispiel Vertragsrecht, Sachenrecht, Erbrecht, Gebührenberechnung oder Wirtschafts- und Sozialkunde. Der Rahmenlehrplan der Kultusministerkonferenz gliedert den Unterricht in Lernfelder; welche davon wann dran sind, legt Ihre Berufsschule fest.

Nach der Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses gehören die Themen des Berufsschulunterrichts in den Ausbildungsnachweis.

Formulierungen für den Beruf Notarfachangestellter

StattBesser
Akten bearbeitetKaufvertragsakte angelegt, Grundbuchauszug angefordert und Vollzugsschritte in der Fristenliste eingetragen
Urkunde vorbereitetBeurkundungsunterlagen für einen Gesellschaftsvertrag zusammengestellt und Personalausweise der Beteiligten kopiert
Kosten gemachtKostenberechnung für einen Kaufvertrag erstellt: Geschäftswert ermittelt, Gebühren und Auslagen aufgelistet
Am Telefon geholfenAnruf einer Beteiligten angenommen, Terminwunsch aufgenommen und benötigte Unterlagen genannt
Im Büro mitgearbeitetAusgehende Post gegengelesen, Anträge an das Registergericht elektronisch versandt und Eingang kontrolliert

Fachberichte, Lehrgänge und zuständige Stelle

Ausgebildet wird in Notariaten, in der Regel bei Notarinnen und Notaren oder in Anwaltsnotariaten. Zuständige Stelle ist die Notarkammer, in der das Notariat seinen Sitz hat, nicht die IHK. Ob Fachberichte, Skizzen oder Fotos verlangt werden, geben Kammer und Betrieb vor. Fragen Sie Ihren Ausbilder.

Lehrgänge außerhalb der Ausbildungsstätte tragen Sie mit Thema, Ort und Stunden ein. Der Betrieb stellt Sie dafür frei (§ 15 Absatz 1 Satz 2 Nummer 4 BBiG). Namen der Beteiligten und Urkundennummern brauchen Sie im Nachweis nicht; im Notariat gilt ohnehin die Verschwiegenheit, deshalb schreiben Sie nur die Art der Tätigkeit auf.

Abschlussprüfung und Zulassung

Die Zwischenprüfung liegt zu Beginn des zweiten Ausbildungsjahres und umfasst die Bereiche Kommunikation und Büroorganisation sowie Rechtsanwendung. Die Abschlussprüfung hat fünf Prüfungsbereiche: Geschäfts- und Leistungsprozesse, Beteiligtenbetreuung als Fachgespräch, Rechtsanwendung im Notarbereich, Kosten sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Rechtsanwendung und Kosten zählen am stärksten. Ob eine mündliche Ergänzungsprüfung möglich ist, regelt die Verordnung für einzelne Bereiche.

Zur Abschlussprüfung wird zugelassen, wer den Ausbildungsnachweis vorgelegt hat (§ 43 Absatz 1 Nummer 2 BBiG). Nach der Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses wird der Nachweis in der Prüfung nicht bewertet.

Ausbildungsrahmenplan

Was der Betrieb in der Ausbildung vermittelt, legt der Ausbildungsrahmenplan fest, eine Anlage der Ausbildungsordnung. Hier steht er im Wortlaut der Verordnung über die Berufsausbildungen zum Rechtsanwaltsfachangestellten und zur Rechtsanwaltsfachangestellten, zum Notarfachangestellten und zur Notarfachangestellten, zum Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten und zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten sowie zum Patentanwaltsfachangestellten und zur Patentanwaltsfachangestellten (ReNoPatAusbV 2015), abgerufen von gesetze-im-internet.de am 25.10.2026. Verweise auf Paragrafen der Verordnung sind in den Überschriften weggelassen. Die Zeitangaben sind Richtwerte; maßgeblich ist die amtliche Fassung.

Abschnitt A: berufsübergreifende berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten23 Positionen

1 Mandanten- oder Beteiligtenbetreuung
1.1 Mandanten- oder beteiligtenorientierte Kommunikation und serviceorientierte Betreuung3 Wochen im 1. bis 12. Monat, 2 Wochen im 13. bis 36. Monat
  • a)eigene Rolle als Dienstleister und die kommunikativen Anforderungen an den Mandanten- oder Beteiligtenkontakt verstehen
  • b)Gespräche unter Anwendung verbaler und nonverbaler Kommunikationsformen und -techniken adressatenorientiert führen, auf Mandanten- oder Beteiligtenverhalten angemessen reagieren
  • c)Telefonate serviceorientiert führen und nachbereiten
  • d)Wertschätzung und Vertrauensbildung als Grundlage erfolgreicher Kommunikation begreifen und umsetzen
  • e)aus mündlichen und schriftlichen Informationen den wesentlichen Sachverhalt ermitteln und weitere Handlungsschritte einleiten
  • f)Mandanten oder Beteiligte empfangen und unter Berücksichtigung ihrer persönlichen Situation und ihres soziokulturellen Hintergrundes, ihrer Erwartungen und Wünsche serviceorientiert betreuen
  • g)Beschwerden entgegennehmen und Lösungsmöglichkeiten anbieten
  • h)Konflikte identifizieren, thematisieren und versachlichen
  • i)durch situationsgerechtes Verhalten zur Konfliktlösung beitragen
1.2 Konferenz- und Besprechungsmanagement2 Wochen im 1. bis 12. Monat
  • a)externe und interne Konferenzen und Besprechungen planen, vorbereiten und bei der Durchführung mitwirken
  • b)Konferenz- und Besprechungsergebnisse aufzeichnen
  • c)Konferenzen und Besprechungen nachbereiten
1.3 Fachbezogene Anwendung der englischen Sprache2 Wochen im 1. bis 12. Monat, 2 Wochen im 13. bis 36. Monat
  • a)Auskünfte erteilen und einholen
  • b)Informationen aufgabenbezogen auswerten
  • c)kurze Standardschreiben verfassen
2 Büro- und Arbeitsorganisation
2.1 Betriebs- und Arbeitsabläufe; Qualitätssicherung2 Wochen im 1. bis 12. Monat, 2 Wochen im 13. bis 36. Monat
  • a)bei Planung, Organisation und Gestaltung von Betriebsabläufen mitwirken und zu deren Optimierung beitragen
  • b)Arbeits- und Organisationsmittel aufgabenorientiert auswählen und effektiv und effizient einsetzen
  • c)eigene Arbeit systematisch, inhaltlich und zeitlich strukturieren, zielgerecht organisieren, rationell gestalten und qualitätsbewusst kontrollieren
  • d)qualitätssichernde Maßnahmen im eigenen Verantwortungsbereich durchführen, kontrollieren und bewerten
  • e)Methoden des Selbst- und Zeitmanagements nutzen, insbesondere Prioritäten setzen bei der zeitlichen Planung von Arbeitsabläufen und bei deren Durchführung
  • f)Zusammenhänge von Selbst- und Zeitmanagement, Leistungssteigerung und Stress beachten
2.2 Büro- und Verwaltungsarbeiten; Aktenverwaltung und Dokumentation3 Wochen im 1. bis 12. Monat, 2 Wochen im 13. bis 36. Monat
  • a)eingehende und ausgehende Post unter Berücksichtigung rechtlicher und betrieblicher Vorgaben bearbeiten
  • b)Informationen beschaffen, auswerten, weiterleiten und archivieren
  • c)Ordnungs- und Ablagesysteme für Schriftgut- und Aktenverwaltung einsetzen
  • d)Dokumente und Unterlagen ordnen, sicher verwahren und Aufbewahrungsfristen beachten
  • e)Akten anlegen, führen und archivieren
  • f)Materialbedarf ermitteln, Waren unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte bestellen
  • g)Waren annehmen, kontrollieren und lagern
  • h)Schriftverkehr selbständig und nach Anweisung führen, Anlagen und Dokumente zusammenstellen und beifügen
2.3 Fristen- und Terminmanagement4 Wochen im 1. bis 12. Monat
  • a)Verfahrenstermine notieren und kontrollieren
  • b)betriebliche Termine planen, notieren und koordinieren
  • c)Fristen nach Eingang unter Berücksichtigung gesetzlicher und betrieblicher Vorgaben berechnen, notieren; Einhaltung der Fristen kontrollieren
  • d)Termin- und Fristenkalender führen und verwalten
2.4 Arbeiten im Team2 Wochen im 1. bis 12. Monat
  • a)Aufgaben im Team planen und bearbeiten
  • b)Teamentwicklung mitgestalten
  • c)Kritik konstruktiv annehmen und äußern
  • d)Teambesprechungen vorbereiten und mitgestalten
2.5 Textgestaltung4 Wochen im 1. bis 12. Monat
  • a)fachkundliche Texte formulieren und gestalten
  • b)fachkundliche Textbausteine und Formulare entwickeln
  • c)Textverarbeitungssysteme und -programme wirtschaftlich und aufgabenorientiert einsetzen
2.6 Informations- und Kommunikationssysteme3 Wochen im 1. bis 12. Monat
  • a)Informations- und Kommunikationssysteme einsetzen; branchen- und betriebsspezifische Software anwenden
  • b)Informationen beschaffen, aufbereiten und nutzen; fachspezifische Datenbanken anwenden
  • c)Möglichkeiten des internen und externen Datenaustausches über unterschiedliche Kommunikationsnetze nutzen
  • d)Auskünfte aus Registern und Datenbanken abrufen
2.7 Elektronischer Rechtsverkehr2 Wochen im 1. bis 12. Monat
  • a)rechtliche Voraussetzungen zur Teilnahme am elektronischen Rechtsverkehr beachten
  • b)elektronisches Postfach für Kommunikation mit Gerichten und Verwaltung nutzen
2.8 Datenschutz und Datensicherheit2 Wochen im 1. bis 12. Monat
  • a)gesetzliche, berufsspezifische und betriebliche Vorschriften zum Datenschutz anwenden
  • b)Daten sichern und verwahren
3 Rechnungswesen und -kontrolle
3.1 Rechnungs- und Finanzwesen; Zahlungsverkehr2 Wochen im 1. bis 12. Monat, 4 Wochen im 13. bis 36. Monat
  • a)Rechnungen nach steuerrechtlichen Vorgaben entwerfen und eingehende Rechnungen auf diese Vorgaben hin prüfen
  • b)betriebliche Berechnungen unter Berücksichtigung des kaufmännischen Rechnens durchführen, insbesondere Prozent- und Zinsberechnungen
  • c)Sach- und Finanzkonten unterscheiden und einrichten
  • d)betriebliche Geschäftsvorfälle unter Berücksichtigung von Buchführungspflichten nach Handels- und Steuerrecht buchen
  • e)Zahlungsvorgänge abwickeln und überwachen
  • f)Arten der betriebsrelevanten Steuern unterscheiden und deren Termine und Fristen überwachen
  • g)Vorarbeiten zur Einnahmenüberschussrechnung und zum Jahresabschluss durchführen
3.2 Aktenbuchhaltung2 Wochen im 13. bis 36. Monat
  • a)gesetzliche und betriebliche Pflichten bei der Aufzeichnung von Zahlungsvorgängen in den Akten und im Aktenkonto berücksichtigen
  • b)gesetzliche und betriebliche Pflichten im Umgang mit Fremdgeld und Anderkonten berücksichtigen
4 Gesetze und Verordnungen in der Rechtspflege
4.1 Handhabung von Gesetzen und Verordnungen; Europarecht3 Wochen im 1. bis 12. Monat
  • a)Aufbau und Struktur von Gesetzen und Verordnungen erfassen sowie die entsprechenden Vorschriften auffinden; Inhalts- und Sachverzeichnisse verwenden
  • b)Gesetze, Verordnungen, Rechtsprechung, Literatur und Zeitschriften sowie deren Fundstellen mit den üblichen Abkürzungen bezeichnen, unterscheiden und zuordnen
  • c)Grundlagen des grenzüberschreitenden Rechtsverkehrs unterscheiden und berücksichtigen
4.2 Zivilrecht
4.2.1 Allgemeiner Teil des bürgerlichen Rechts4 Wochen im 1. bis 12. Monat
  • a)Bücher des BGB und ihre Rechtsgebiete, insbesondere Schuld- und Sachenrecht, unterscheiden
  • b)Rechtsbegriffe, insbesondere die der Personen und Sachen, bei der Lösung von berufsbezogenen Aufgaben berücksichtigen
  • c)Unterschiede der gesetzlichen und rechtsgeschäftlichen Vertretung beachten
  • d)Voraussetzung und Wirkung der Verjährung überprüfen
  • e)Voraussetzungen für die Entstehung, Wirksamkeit und Durchführung von Rechtsgeschäften prüfen, insbesondere Arten von Willenserklärungen sowie einseitige und mehrseitige Rechtsgeschäfte erläutern, Formerfordernisse prüfen sowie Nichtigkeit und Anfechtbarkeit unterscheiden
4.2.2 Schuld- und Sachenrecht4 Wochen im 1. bis 12. Monat
  • a)vertragliche und gesetzliche Schuldverhältnisse unterscheiden
  • b)Leistungsstörungen bei der Erfüllung des Kaufvertrages feststellen und Rechtsfolgen beachten
  • c)Formen des vertraglichen und gesetzlichen Eigentumserwerbs unterscheiden und bei der Bearbeitung von Fachaufgaben berücksichtigen
4.2.3 Handels- und Gesellschaftsrecht3 Wochen im 1. bis 12. Monat
  • a)Arten der Kaufleute und Unternehmensformen unterscheiden und deren rechtlichen Haftungs- und Vertretungsumfang ermitteln
  • b)Aufbau und Inhalte der Register unterscheiden und die daraus gewonnenen Informationen bei der Erledigung berufsspezifischer Aufgaben nutzen
4.3 Zivilverfahrensrecht; Zwangsvollstreckungsrecht2 Wochen im 1. bis 12. Monat
  • a)Strukturen und Verfahrensabläufe in der ordentlichen Gerichtsbarkeit beachten
  • b)Voraussetzungen der Zwangsvollstreckung prüfen und Vollstreckungsmaßnahmen veranlassen

Abschnitt C: weitere berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten im Ausbildungsberuf Notarfachangestellter und Notarfachangestellte11 Positionen

1 Notariatsgeschäfte
1.1 Rechtsanwendung in den Bereichen des bürgerlichen Rechts und des Zivilverfahrensrechts3 Wochen im 1. bis 12. Monat, 4 Wochen im 13. bis 36. Monat
  • a)Vertragsarten unterscheiden, insbesondere Kauf-, Tausch-, Schenkungs-, Miet-, Pacht- und Darlehensvertrag sowie Bürgschaft und Schuldversprechen, und bei der Vorbereitung notarieller Urkunden berücksichtigen
  • b)Formerfordernisse von Rechtsgeschäften prüfen
  • c)Übertragung von Rechten und Ansprüchen prüfen und fallbezogen aufbereiten
  • d)Voraussetzungen von Rechtsbehelfen prüfen und entsprechende Maßnahmen einleiten
1.2 Rechtsanwendung im Bereich des Liegenschaftsrechts30 Wochen im 13. bis 36. Monat
  • a)Aufbau und Inhalt des Grundbuchs erfassen, Grundstücksbegriffe unterscheiden, Einsicht in das Grundbuch nehmen
  • b)Lasten und Beschränkungen an Grundstücken bewerten, insbesondere Dienstbarkeit, Wohnungsrecht, Nießbrauch, Reallast, Hypothek und Grundschuld, einschließlich Abtretung, Rangänderung, Nachverpfändung, Pfandentlassung, Löschung, und unter Berücksichtigung der Formerfordernisse anwenden
  • c)Sicherungswirkung der Vormerkung berücksichtigen
  • d)Erklärungen für Eintragungen und Löschungen im Grundbuch sowie Berichtigungsanträge entwerfen
  • e)Besitz von Eigentum abgrenzen, Voraussetzungen für den Eigentumsübergang bei beweglichen und unbeweglichen Sachen ermitteln und unter Berücksichtigung der Formerfordernisse bei der Vertragsgestaltung anwenden
  • f)Grundstückskaufverträge und Überlassungsverträge entwerfen und abwickeln, insbesondere Genehmigungen, Zustimmungen und Zeugnisse zum Vollzug einholen sowie gesetzliche Anzeigepflichten beachten
  • g)Grundschuldbestellungen entwerfen und abwickeln, Erfordernisse der Zwangsvollstreckungsunterwerfung prüfen und berücksichtigen
  • h)Aufteilungen in Wohnungs- und Teileigentum und Bestellungen von Erbbaurechten sowie Veräußerung dieser Rechte vorbereiten
  • i)Grundbuchvollzug überwachen
1.3 Rechtsanwendung in den Bereichen des Familien- und Erbrechts16 Wochen im 13. bis 36. Monat
  • a)Familien- und Güterstand bei der Vorbereitung von Urkunden prüfen
  • b)betreuungs- und familiengerichtliche Genehmigungen bei Vorbereitung und Vollzug von Urkunden berücksichtigen
  • c)familienrechtliche Verträge unter Beachtung der Formerfordernisse entwerfen
  • d)Annahme Minderjähriger und Volljähriger unterscheiden, hierzu erforderliche Erklärungen und Anträge vorbereiten sowie Anzeigepflichten beachten
  • e)gesetzliche und gewillkürte Erbfolge unterscheiden und bei der Vorbereitung von Urkunden beachten
  • f)erbrechtliche Verfügungen in Testamenten und Erbverträgen unter Beachtung der Formerfordernisse entwerfen, insbesondere Erbeinsetzung, Vermächtnis und Auflage
  • g)Pflichtteilsberechtigung prüfen, Erb- und Pflichtteilsverzicht unterscheiden
  • h)Anträge auf Erteilung eines Erbscheins und eines Europäischen Nachlasszeugnisses verfassen
  • i)Erklärungen für die Ausschlagung der Erbschaft vorbereiten und Fristen beachten
1.4 Rechtsanwendung in den Bereichen des Handels- und Gesellschaftsrechts10 Wochen im 13. bis 36. Monat
  • a)Einsicht in Register und Registerakten nehmen, Informationen aufbereiten, Bescheinigungen entwerfen
  • b)GmbH-Gesellschaftsverträge, Beschlüsse der Gesellschafterversammlung einer GmbH, Geschäftsanteilsabtretungsverträge sowie Liste der Gesellschafter unter Beachtung der Formerfordernisse entwerfen, vollziehen und steuerliche Beistandspflichten erfüllen
  • c)Anmeldungen zum Handels-, Genossenschafts- und Vereinsregister entwerfen und einreichen
  • d)Registervollzug überwachen
2 Notarielles Berufs- und Verfahrensrecht
2.1 Stellung und Amtspflichten des Notars2 Wochen im 1. bis 12. Monat, 2 Wochen im 13. bis 36. Monat
  • a)Stellung und Unparteilichkeit des Notars bei der Betreuung von Beteiligten berücksichtigen
  • b)Vorschriften des notariellen Berufs-, Verfahrens- und Dienstrechts anwenden
  • c)gesetzliche Anzeigen und Mitteilungen vornehmen
2.2 Urkundswesen6 Wochen im 13. bis 36. Monat
  • a)Bücher, Verzeichnisse und Akten führen, Aufbewahrungsfristen beachten
  • b)Urschrift, Ausfertigung und beglaubigte Abschrift unterscheiden und bei der Vorbereitung von Ausfertigungen, beglaubigten Abschriften und Vermerkblättern beachten
  • c)Unterschriftsbeglaubigungen entwerfen
2.3 Verwahrungsgeschäfte4 Wochen im 13. bis 36. Monat
  • a)Verwahrungs- und Massenbuch nebst Namensverzeichnis sowie Anderkontenliste führen; Dokumentations- und Mitteilungspflichten beachten
  • b)Hinterlegungsanweisungen entwerfen
3 Kostenrecht12 Wochen im 13. bis 36. Monat
  • a)Kosten gegenüber den Beteiligten erläutern
  • b)Kostenberechnungen auf der Grundlage der Geschäftswert- und Gebührenvorschriften erstellen
  • c)Kosten unter Berücksichtigung der Fälligkeits- und Verjährungsvorschriften einziehen
  • d)Gerichtskosten ermitteln
4 Elektronischer Rechtsverkehr im Notariat6 Wochen im 13. bis 36. Monat
  • a)elektronisch beglaubigte Abschriften, beglaubigte Ausdrucke und andere elektronische Dokumente vorbereiten
  • b)strukturierte Datensätze erzeugen
  • c)Dienste der Bundesnotarkammer nutzen, insbesondere Vorsorgeurkunden im Zentralen Vorsorgeregister und erbfolgerelevante Urkunden im Zentralen Testamentsregister der Bundesnotarkammer registrieren

Abschnitt F: berufsübergreifende integrative Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten5 Positionen

1 Stellung des Ausbildungsbetriebes im Rechtswesen und im Wirtschaftssystem
  • a)Aufbau des Rechtssystems erklären sowie Aufgaben, Struktur und Organe der Rechtspflege beschreiben, Zweige der Gerichtsbarkeit unterscheiden
  • b)Stellung und Bedeutung von Rechtsanwälten, Notaren und Patentanwälten in der Rechtspflege darlegen und die berufsrechtlichen Anforderungen an sie und ihre Beschäftigten erläutern
  • c)Verschwiegenheitspflicht als Grundlage der Berufsausübung einhalten
  • d)betriebswirtschaftliche Vorgänge erklären und in volkswirtschaftliche Zusammenhänge einordnen, insbesondere zu Angebot und Nachfrage, Preisbildung und Wettbewerb
  • e)Anforderungen an eine dienstleistungsorientierte Berufsausübung in der Rechtspflege bei der eigenen Aufgabenerfüllung berücksichtigen
  • f)Entwicklung und Umsetzung der Außendarstellung unter Beachtung von berufsrechtlichen Vorschriften mitgestalten
2 Aufbau, Organisationsstruktur und Rechtsform des Ausbildungsbetriebes
  • a)Rechtsform des Ausbildungsbetriebes darstellen
  • b)Organisationsstruktur des Ausbildungsbetriebes mit seinen Tätigkeitsbereichen und ihrem Zusammenwirken erklären
  • c)Aufgaben und Arbeitsabläufe im Betrieb unter Berücksichtigung der betrieblichen Organisationsanweisungen darstellen
  • d)Kooperationsbeziehungen erläutern
  • e)Kammerstrukturen für Rechtsanwälte, Notare und Patentanwälte darstellen
3 Berufsbildung, Arbeits-, Sozial- und Tarifrechtwährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln
  • a)Rechte und Pflichten aus dem Ausbildungsvertrag feststellen, Dauer und Beendigung erläutern und Aufgaben der Beteiligten im dualen System beschreiben
  • b)den betrieblichen Ausbildungsplan mit der Ausbildungsordnung vergleichen und zu seiner Umsetzung beitragen
  • c)im Ausbildungsbetrieb geltende Regelungen über Vollmachten und Weisungsbefugnisse beachten
  • d)arbeitsrechtliche Vorschriften, insbesondere zum Jugendarbeitsschutz, zum Mutterschutz, zum Urlaub, zur Arbeitszeit und zur Entgeltfortzahlung, sowie tarifrechtliche Vorschriften für den Ausbildungsbetrieb erläutern
  • e)Positionen der eigenen Entgeltabrechnung verstehen und sozialversicherungs- und steuerrechtliche Abzüge erklären
  • f)wesentliche Inhalte eines Arbeitsvertrages erklären
  • g)lebensbegleitendes Lernen als Voraussetzung für berufliche und persönliche Entwicklung begreifen und nutzen sowie berufsbezogene Fortbildungsmöglichkeiten ermitteln
4 Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit; Maßnahmen der Gesundheitsförderung
  • a)Sicherheits- und Gesundheitsvorschriften am Arbeitsplatz anwenden und Maßnahmen zur Vermeidung von Gefährdungen ergreifen
  • b)Arbeitsplatz unter Berücksichtigung ergonomischer Anforderungen einrichten und pflegen
  • c)stressauslösende Situationen im Beruf erkennen und bewältigen
  • d)Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften anwenden
  • e)Verhaltensweisen bei Unfällen beschreiben sowie erste Maßnahmen einleiten
  • f)Vorschriften des vorbeugenden Brandschutzes anwenden; Verhaltensweisen bei Bränden beschreiben und Maßnahmen der Brandbekämpfung ergreifen
5 Umweltschutz

zur Vermeidung betriebsbedingter Umweltbelastungen im beruflichen Einwirkungsbereich beitragen, insbesondere

  • a)mögliche Umweltbelastungen durch den Ausbildungsbetrieb und seinen Beitrag zum Umweltschutz an Beispielen erklären
  • b)für den Ausbildungsbetrieb geltende Regelungen des Umweltschutzes anwenden
  • c)Möglichkeiten der wirtschaftlichen und umweltschonenden Energie- und Materialverwendung nutzen
  • d)Abfälle vermeiden; Stoffe und Materialien einer umweltschonenden Entsorgung zuführen

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung zum Notarfachangestellten?

Die Ausbildung dauert drei Jahre. Eine Aufteilung in Fachrichtungen gibt es nicht. Ihr Berichtsheft führen Sie über die gesamte Ausbildungszeit.

Welche Stelle ist für mein Berichtsheft zuständig, IHK oder Kammer?

Für Notarfachangestellte ist die Notarkammer zuständige Stelle. Dort melden Sie sich zur Prüfung an und legen den Ausbildungsnachweis vor. Ob die Kammer eine eigene Form vorgibt, erfahren Sie bei Ihrem Ausbilder oder direkt bei der Kammer.

Darf ich Namen von Beteiligten und Urkundennummern ins Berichtsheft schreiben?

Das ist nicht nötig. Nennen Sie die Art des Vorgangs, zum Beispiel Kaufvertrag, Erbscheinsantrag oder Handelsregisteranmeldung, und was Sie dabei gemacht haben. Das schützt die Verschwiegenheit im Notariat und reicht als Nachweis aus.

Wird das Berichtsheft in der Abschlussprüfung bewertet?

Nein. Nach der Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses wird der Nachweis nicht bewertet. Er muss aber vorgelegt werden, damit Sie zur Prüfung zugelassen werden (§ 43 Absatz 1 Nummer 2 BBiG). Ausbildende sehen ihn durch (§ 14 Absatz 2 BBiG).

Quellen

Das Berichtsheft digital führen

heftwerk ist ein Berichtsheft-Tool für den digitalen Ausbildungsnachweis. Auszubildende tragen ihre Woche am Telefon oder am Rechner ein, der Ausbilder gibt sie frei, und der Nachweis steht als PDF bereit. Für Auszubildende ist heftwerk kostenlos, den Zugang richtet der Ausbildungsbetrieb ein. heftwerk im Überblick

Ausbildungsnachweis nach BBiG, Freigabe durch den Ausbilder, Export als PDF. Ab 41,25 € im Monat* für bis zu fünf Auszubildende, netto zuzüglich Umsatzsteuer. Preis und häufige Fragen

*Mit dem Code IHK2026: bis einschließlich 31.12.2026 kostenfrei (bei Abschluss ab 2027: 30 Tage), danach zum halben Preis, bei jährlicher Zahlung 41,25 € im Monat (495 € im Jahr), netto. Preis fest bis Ende 2030, danach bis 2045 nur Inflationsausgleich nach dem Verbraucherpreisindex. Abschluss bis 31.03.2027. *Aktionsbedingungen

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