Berichtsheft als Chirurgiemechaniker: Beispiele und Tipps
Ins Berichtsheft gehört, was Sie in der Woche für Ihren Beruf getan und gelernt haben: Feilen, Fräsen und Drehen von Werkstücken, das Schleifen und Polieren von Instrumentenoberflächen, Fügen und Löten, Messen und Prüfen, die Montage mehrteiliger chirurgischer Instrumente sowie Instandsetzung und Funktionsprüfung. Dazu kommen die Themen der Berufsschule und Lehrgänge außerhalb des Betriebs. Auf dieser Seite finden Sie zwei Beispielwochen, Formulierungshilfen und Hinweise zur Gesellenprüfung.
Stand: 21.10.2026
Was als Chirurgiemechaniker ins Berichtsheft gehört
Grundlage ist die Verordnung über die Berufsausbildung zum Chirurgiemechaniker und zur Chirurgiemechanikerin (ChirurgMAusbV). Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre. Schwerpunkte oder Fachrichtungen gibt es nicht; alle Auszubildenden durchlaufen dasselbe Berufsbild.
Der Ausbildungsrahmenplan ordnet die Inhalte nach Berufsbildpositionen. Ihre Einträge lassen sich diesen Bereichen zuordnen:
- Arbeitsplanung sowie technische Unterlagen: Zeichnungen lesen, Arbeitsschritte festlegen, Ergebnisse kontrollieren
- Prüf- und Messtechnik: Werkstücke und Instrumente messen, lehren und prüfen
- Manuelles und maschinelles Spanen: Feilen, Sägen, Bohren, Drehen und Fräsen
- Fügen: Schraub-, Stift- und Bolzenverbindungen, Löten, Schweißen und Kleben
- Wärmebehandlung: Härten von Werkstoffen und Härteprüfung
- CNC-Programmierung und Bearbeitung an Werkzeugmaschinen
- Formgebung und Oberflächenbearbeitung an Instrumenten, Geräten und Implantaten, zum Beispiel Freiformschleifen
- Montage und Demontage von Instrumenten, Geräten und Implantaten
- Funktionsprüfung, Einstellen und Instandsetzen von Instrumenten, Geräten und Implantaten
Beispielwoche im ersten Ausbildungsjahr
Die Einträge sind Beispiele; Ihre Woche sieht anders aus. Die Stunden richten sich nach Ihrem Ausbildungsvertrag.
| Tag | Tätigkeiten | Stunden |
|---|---|---|
| Montag | Unfallverhütung und Werkstattordnung durchgesprochen, Rohlinge aus Edelstahl angerissen und mit der Metallbügelsäge zugeschnitten | 8 |
| Dienstag | Flachmaterial nach Zeichnung auf Maß gefeilt, Rechtwinkligkeit mit dem Winkel geprüft, Maße mit der Schieblehre kontrolliert | 8 |
| Mittwoch | Berufsschule: Werkstoffkunde, technisches Zeichnen, Fertigungsverfahren | 8 |
| Donnerstag | Bohrungen angekörnt und gebohrt, Gewinde von Hand geschnitten, Schraubverbindung an der Übungsbaugruppe montiert | 8 |
| Freitag | Übungsstück an der Drehmaschine plangedreht, Schnittwerte mit dem Ausbilder besprochen, Arbeitsplatz gereinigt | 8 |
Beispielwoche im vierten Ausbildungsjahr
| Tag | Tätigkeiten | Stunden |
|---|---|---|
| Montag | Arbeitsplan für ein mehrteiliges Instrument erstellt, Teile an der CNC-Fräsmaschine gefertigt, Maßhaltigkeit stichprobenartig geprüft | 8 |
| Dienstag | Branchen des Instruments von Hand nachgearbeitet, Maulteile freiformgeschliffen, Kanten entgratet und Oberfläche vorpoliert | 8 |
| Mittwoch | Berufsschule: Arbeitsplanung, technische Mathematik, Wirtschafts- und Sozialkunde | 8 |
| Donnerstag | Gebrauchtes Instrument zerlegt, Verschleiß am Gelenk festgestellt, Gelenk instandgesetzt und Instrument wieder montiert | 8 |
| Freitag | Funktionsprüfung von Schließkraft und Spiel an mehreren Instrumenten, Befunde dokumentiert, Prüfstück für die Gesellenprüfung besprochen | 8 |
Berufsschule im Berichtsheft des Chirurgiemechanikers
Tragen Sie die Unterrichtsthemen als Stichworte ein, etwa Werkstoffkunde, Fertigungsverfahren, Prüftechnik oder technische Mathematik. Der Rahmenlehrplan der Kultusministerkonferenz gliedert den Unterricht in Lernfelder; welche davon wann dran sind, legt Ihre Berufsschule fest.
Nach der Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses gehören die Themen des Berufsschulunterrichts in den Ausbildungsnachweis.
Formulierungen für den Beruf Chirurgiemechaniker
| Statt | Besser |
|---|---|
| Instrument bearbeitet | Maulteil einer Klemme nach Zeichnung gefeilt und mit der Schieblehre auf Maß geprüft |
| An der Maschine gearbeitet | Gelenkteile an der CNC-Fräsmaschine eingespannt, Nullpunkt gesetzt und Fertigung überwacht |
| Geschliffen und poliert | Griffbereich mit Schleifband in drei Körnungen geschliffen und anschließend glanzpoliert |
| Instrument repariert | Lockeres Gelenk einer Schere aufgenommen, Nietverbindung erneuert und Gängigkeit geprüft |
| Prüfung gemacht | Härteprüfung an gehärteten Probestücken durchgeführt und Werte mit der Vorgabe verglichen |
Fachberichte, Lehrgänge und zuständige Stelle
Chirurgiemechaniker werden in Handwerksbetrieben ausgebildet, die Instrumente, Geräte und Implantate für die Medizin herstellen und instand setzen. Zuständige Stelle ist die Handwerkskammer. Ob Fachberichte, Skizzen oder Fotos verlangt werden, geben Kammer und Betrieb vor. Fragen Sie Ihren Ausbilder.
Lehrgänge außerhalb der Ausbildungsstätte tragen Sie mit Thema, Ort und Stunden ein. Der Betrieb stellt Sie dafür frei (§ 15 Absatz 1 Satz 2 Nummer 4 BBiG). Kundennamen und Auftragsnummern brauchen Sie im Nachweis nicht.
- ÜBA und Lehrgänge im Berichtsheft: so tragen Sie Unterweisungen ein
- Digitales Berichtsheft im Handwerksbetrieb
Gesellenprüfung und Zulassung
Die Gesellenprüfung besteht aus einem praktischen und einem schriftlichen Teil sowie einer ergänzenden mündlichen Prüfung. In der praktischen Prüfung fertigen Sie in höchstens 14 Stunden zwei Prüfungsstücke: eine funktionsfähige Baugruppe aus maschinell gespanten Bauteilen und ein mehrteiliges chirurgisches Instrument oder mindestens vier einteilige Instrumente. Schriftlich werden Technologie, Arbeitsplanung, Technische Mathematik sowie Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft. Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres liegt zudem eine Zwischenprüfung.
Zur Gesellenprüfung wird zugelassen, wer den Ausbildungsnachweis vorgelegt hat (§ 36 Absatz 1 Nummer 2 HwO). Nach der Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses wird der Nachweis in der Prüfung nicht bewertet.
- Berichtsheft schreiben: Anleitung
- Berichtsheft Vorlage
- Berichtsheft Beispiele nach Beruf
- Zwischenprüfung oder Abschlussprüfung Teil 1: Was gilt in meinem Beruf?
- Berichtsheft und Abschlussprüfung: Was gilt für die Zulassung?
Ausbildungsrahmenplan
Was der Betrieb in der Ausbildung vermittelt, legt der Ausbildungsrahmenplan fest, eine Anlage der Ausbildungsordnung. Hier steht er im Wortlaut der Verordnung über die Berufsausbildung zum Chirurgiemechaniker/zur Chirurgiemechanikerin (ChirurgMAusbV), abgerufen von gesetze-im-internet.de am 25.10.2026. Verweise auf Paragrafen der Verordnung sind in den Überschriften weggelassen. Die Zeitangaben sind Richtwerte; maßgeblich ist die amtliche Fassung.
I. Berufliche Grundbildung12 Positionen
1 Berufsbildungwährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln
- a)Bedeutung des Ausbildungsvertrages, insbesondere Abschluß, Dauer und Beendigung, erklären
- b)gegenseitige Rechte und Pflichten aus dem Ausbildungsvertrag nennen
- c)Möglichkeiten der beruflichen Fortbildung nennen
2 Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebeswährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln
- a)Aufbau und Aufgaben des ausbildenden Betriebes erläutern
- b)Grundfunktionen des ausbildenden Betriebes, wie Beschaffung, Fertigung, Absatz und Verwaltung, erklären
- c)Beziehungen des ausbildenden Betriebes und seiner Belegschaft zu Wirtschaftsorganisationen, Berufsvertretungen und Gewerkschaften nennen
- d)Grundlagen, Aufgaben und Arbeitsweise der betriebsverfassungsrechtlichen Organe des ausbildenden Betriebes beschreiben
3 Arbeits- und Tarifrecht, Arbeitsschutzwährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln
- a)wesentliche Teile des Arbeitsvertrages nennen
- b)wesentliche Bestimmungen der für den ausbildenden Betrieb geltenden Tarifverträge nennen
- c)Aufgaben des betrieblichen Arbeitsschutzes sowie der zuständigen Berufsgenossenschaft und der Gewerbeaufsicht erläutern
- d)wesentliche Bestimmungen der für den ausbildenden Betrieb geltenden Arbeitsschutzgesetze nennen
4 Arbeitssicherheit, Umweltschutz und rationelle Energieverwendungwährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln
- a)berufsbezogene Vorschriften der Träger der gesetzlichen Unfallversicherung, insbesondere Unfallverhütungsvorschriften, Richtlinien und Merkblätter, nennen
- b)berufsbezogene Arbeitssicherheitsvorschriften bei den Arbeitsabläufen anwenden
- c)Verhaltensweisen bei Unfällen und Entstehungsbränden beschreiben und Maßnahmen der Ersten Hilfe einleiten
- d)wesentliche Vorschriften der Feuerverhütung nennen und Brandschutzeinrichtungen sowie Brandbekämpfungsgeräte bedienen
- e)Gefahren, die von Giften, Dämpfen, Gasen, leichtentzündbaren Stoffen sowie von elektrischem Strom ausgehen, beachten
- f)für den ausbildenden Betrieb geltende wesentliche Vorschriften über den Immissions- und Gewässerschutz sowie über die Reinhaltung der Luft nennen
- g)arbeitsplatzbedingte Umweltbelastungen nennen und zu ihrer Verringerung beitragen
- h)im Ausbildungsbetrieb verwendete Energiearten nennen und Möglichkeiten rationeller Energieverwendung im beruflichen Einwirkungsbereich anführen
5 Planen und Vorbereiten des Arbeitsablaufes sowie Kontrollieren und Bewerten der Arbeitsergebnisse
- a)Arbeitsschritte unter Beachtung mündlicher und schriftlicher Vorgaben abstimmen und festlegen sowie Arbeitsablauf sicherstellen
- b)Teilebedarf abschätzen und bereitstellen
- c)Halbzeuge und Normteile nach technischen Unterlagen bereitstellen
- d)Informationen für Fertigung und Instandhaltung beschaffen
- e)Werkstoffeigenschaften von Eisen- und Nichteisenmetallen sowie von Kunst- und Naturstoffen unterscheiden
6 Lesen, Anwenden und Erstellen von technischen Unterlagen
- a)Teil-, Gruppen- und Explosionszeichnungen lesen und anwenden
- b)technische Unterlagen, insbesondere Reparatur- und Betriebsanleitungen, Kataloge, Stücklisten, Tabellen und Diagramme, lesen und anwenden
- c)Skizzen anfertigen
- d)Protokolle nach Anweisung erstellen
- e)digitale und analoge Meß- und Prüfdaten lesen und zuordnen
- f)Normen, insbesondere Toleranznormen, anwenden
- g)Datenträger handhaben
7 Prüfen, Messen, Lehren6 Wochen* im 1. Ausbildungsjahr
- a)Ebenheit von Werkstücken nach dem Lichtspaltverfahren prüfen
- b)Formgenauigkeit von Werkstücken prüfen
- c)Oberflächen auf Verschleiß und Beschädigung prüfen
- d)Winkel mit feststehenden Winkeln prüfen und mit Universalwinkelmessern messen
- e)mit festen und verstellbaren Lehren prüfen
- f)Längen, insbesondere mit Strichmaßstab und Meßschieber, messen
- g)Lage von Bauteilen und Baugruppen prüfen und Lageabweichung messen
- h)physikalische oder elektrische Größen nach Anleitung messen
8 Fügen7 Wochen im 1. Ausbildungsjahr
- a)Bauteile auf Oberflächenbeschaffenheit der Fügeflächen und Formtoleranz prüfen sowie in montagegerechter Lage fixieren
- b)Bauteile mit Schrauben, Muttern und Sicherungselementen unter Beachtung der Reihenfolge und des Anzugsdrehmomentes sowie der Werkstoffpaarung verbinden und sichern
- c)Bolzen- und Stiftverbindungen herstellen
- d)Bauteile durch Kaltnieten fügen
- e)Lötwerkzeuge, Lote und Flußmittel auswählen
- f)Werkstücke oder Bauteile zum Löten vorbereiten
- g)Bleche und Profile aus unterschiedlichen Werkstoffen löten
- h)Werkstücke oder Bauteile aus unterschiedlichen Werkstoffen unter Beachtung der Verarbeitungsrichtlinien kleben
9 manuelles Spanen und Umformen5 Wochen im 1. Ausbildungsjahr
- a)Anreißen, Körnen, Kennzeichnen:
- aa)Werkstücke unter Beachtung der Werkstoffeigenschaften und -oberfläche anreißen und kennzeichnen
- bb)Bohrungsmittelpunkte sowie Kontroll- und Meßpunkte körnen
- b)Spanen und Zerteilen von Hand:
- aa)Werkzeuge nach Werkstoff, Form und Oberflächengüte des Werkstückes auswählen
- bb)Flächen und Formen an Werkstücken aus Stahl und Nichteisenmetallen eben, winklig und parallel auf Maß feilen
- cc)Werkstücke zerteilend meißeln
- dd)Bleche, Rohre und Profile aus Eisen- und Nichteisenmetallen sowie aus Kunststoffen sägen
- ee)Innen- und Außengewinde unter Beachtung der Werkstoffeigenschaften schneiden
- ff)Feinbleche mit Hand- oder Handhebelschere schneiden
- c)Umformen:
- aa)Bleche, Rohre und Profile biegen
- bb)Bleche und Profile richten
- cc)Bleche stauchen, strecken und schweifen
10 maschinelles Bearbeiten6 Wochen im 1. Ausbildungsjahr
- a)Maschinenwerte von handgeführten oder ortsfesten Maschinen bestimmen und einstellen; Arbeitstemperatur beachten sowie Kühl- und Schmiermittel zuordnen und anwenden
- b)Werkstücke oder Bauteile unter Berücksichtigung der Form und der Werkstoffeigenschaften ausrichten und spannen
- c)Werkzeuge unter Beachtung der Bearbeitungsverfahren und der zu bearbeitenden Werkstoffe auswählen
- d)Werkzeuge ausrichten und spannen
- e)Werkstücke oder Bauteile mit handgeführten oder ortsfesten Bohrmaschinen bohren und senken
- f)Werkstücke oder Bauteile mit handgeführten oder ortsfesten Maschinen trennen
- g)Werkstücke oder Bauteile mit handgeführten Maschinen schleifen
- h)Werkzeuge, insbesondere Reißnadel, Körner, Bohrer und Meißel, am Schleifbock schärfen
11 Instandhalten11 Wochen im 1. Ausbildungsjahr
- a)Behandeln von Oberflächen: Oberflächen metallischer Werkstücke oder Bauteile für den Korrosionsschutz vorbereiten sowie Korrosionsschutzmittel auswählen und auftragen
- b)Warten:
- aa)Betriebsmittel reinigen und pflegen
- bb)Betriebsstoffe, insbesondere Kühl- und Schmierstoffe, nach betrieblichen Anweisungen verwenden
- cc)Wartungsarbeiten nach Plan durchführen und dokumentieren
- c)Inspizieren und Funktion prüfen:
- aa)lösbare Verbindungen, insbesondere Schraubverbindungen, auf Sicherheit prüfen
- bb)Bauteile auf mechanische Beschädigung und Verschleiß prüfen
- cc)Bewegungsfunktion von Bauteilen prüfen
- dd)Daten auf Typenschildern elektrischer Maschinen oder Geräte beachten
- ee)elektrische Verbindungen, insbesondere an Anschlüssen, auf mechanische Beschädigung sichtprüfen
- ff)typische Sicherheitsmaßnahmen für elektrische Maschinen oder Geräte nennen und beachten
- gg)elektrische Leitungen auf Isolationsbeschädigung prüfen
- hh)Funktion elektrischer Bauteile, Leitungen und Sicherungen prüfen
- d)Instandsetzen durch Demontieren und Montieren:
- aa)Bauteile und Baugruppen nach Anweisung und Unterlagen mit und ohne Hilfsmittel aus- und einbauen
- bb)demontierte Bauteile kennzeichnen und systematisch ablegen
12 Drehen und Fräsen12 Wochen* im 1. Ausbildungsjahr
- a)Ermitteln und Einstellen von Maschinenwerten:
- aa)Werkzeuge unter Berücksichtigung der Verfahren, der Werkstoffe und der Schneidengeometrie auswählen
- bb)Umdrehungsfrequenz, Vorschub und Schnittiefe an Werkzeugmaschinen für Dreh- und Fräsoperationen mit Hilfe von Tabellen und Diagrammen unter Anleitung bestimmen und einstellen
- cc)Betriebsbereitschaft der Werkzeugmaschinen herstellen
- b)Drehen und Fräsen:
- aa)Werkstücke aus Eisen- und Nichteisenmetallen bis zur Maßgenauigkeit von +- 0,1 mm und bis zu einer Oberflächenbeschaffenheit Rz zwischen 4 und 63 Mym, insbesondere unter Beachtung der Kühlschmierstoffe, mit unterschiedlichen Drehmeißeln durch Quer-Plandrehen und Längs-Runddrehen herstellen
- bb)Werkstücke aus Eisen- und Nichteisenmetallen bis zur Maßgenauigkeit von +- 0,1 mm und bis zu einer Oberflächenbeschaffenheit Rz zwischen 10 und 40 Mym, insbesondere unter Beachtung der Kühlschmierstoffe, mit unterschiedlichen Fräsern durch Stirn-Umfangs-Planfräsen im Gegenlauf herstellen
Lfd. Nr. 5, 6 zusammen: 5 Wochen* im 1. Ausbildungsjahr
- *)Im Zusammenhang mit anderen im Ausbildungsrahmenplan aufgeführten Ausbildungsinhalten zu vermitteln.
- *)Dabei sollen bereits vermittelte Ausbildungsinhalte unter Berücksichtigung betriebsbedingter Schwerpunkte sowie des individuellen Lernfortschritts vertieft werden.
II. Berufliche Fachbildung16 Positionen
1 Planen und Vorbereiten des Arbeitsablaufes sowie Kontrollieren und Bewerten der Arbeitsergebnisse4 Wochen* im 2. Ausbildungsjahr, 4 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
- a)Arbeitsschritte unter Berücksichtigung funktionaler und fertigungstechnischer Gesichtspunkte festlegen
- b)Werkstoffe unter Berücksichtigung ihrer Eigenschaften und der Be- und Verarbeitung nach Verwendungszweck auswählen
- c)Werkzeuge, Prüf- und Meßgeräte sowie Hilfsmittel nach Verwendungszweck auswählen und bereitstellen
- d)Halbzeug-, Normteil- und Fertigteilbedarf aus technischen Unterlagen, insbesondere aus Zeichnungen, ermitteln
- e)Arbeitsplatz unter Berücksichtigung des Arbeitsauftrages vorbereiten
- f)Arbeitsergebnisse kontrollieren und bewerten
- g)Arbeitsablauf unter Berücksichtigung des Auftrages sowie organisatorischer und informatorischer Notwendigkeiten festlegen und sicherstellen
- h)Fertigungs- und Instandsetzungsumfang abschätzen
2 Lesen, Anwenden und Erstellen von technischen Unterlagen3 Wochen* im 2. Ausbildungsjahr
- a)Gesamtzeichnungen lesen und anwenden
- b)Pneumatikschaltpläne lesen und anwenden
- c)Maß-, Form- und Lagetoleranznormen sowie Oberflächensymbole erkennen und zuordnen
- d)Betriebs-, Bedienungs- und Instandhaltungsanleitungen anwenden
- e)technische Sachverhalte, insbesondere in Form von Protokollen und Berichten, aufzeichnen
3 Prüfen, Messen, Lehren3 Wochen* im 2. Ausbildungsjahr
- a)Längen und Formen unter Beachtung von Maß-, Form- und Lagetoleranzen mit entsprechenden Prüfmitteln unter Beachtung von systematischen und zufälligen Meßfehlermöglichkeiten lehren und messen
- b)Oberflächenbeschaffenheit in Abhängigkeit von ihrer Funktion beurteilen
4 Unterscheiden, Zuordnen und Handhaben von Werk- und Hilfsstoffen4 Wochen* im 2. Ausbildungsjahr
- a)Eigenschaften von Werkstoffen in bezug auf Be- und Verarbeitung, insbesondere beim Spanen und Umformen, unterscheiden
- b)Halbzeuge und Werkstücke nach Form, Stoff und Bearbeitbarkeit unterscheiden
- c)Hilfsstoffe, insbesondere Kühl- und Schmierstoffe, unterscheiden, ihrer Verwendung nach zuordnen und unter Beachtung des Umgangs mit gefährlichen Arbeitsstoffen anwenden
- d)Schleif- und Poliermittel auswählen und anwenden
5 Löten, Schweißen, Kleben4 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
- a)Löten, Schweißen:
- aa)Betriebsbereitschaft der Löt- und Schweißeinrichtung herstellen
- bb)Werkzeuge, Lote und Fluß- mittel nach Eigenschaften und Verwendungszweck auswählen
- cc)Bauteile aus Eisen- und Nichteisenmetallen unter Beachtung der Oberflächenbeschaffenheit der Werkstoffe und der Eigenschaften der Löthilfsstoffe löten
- dd)Schweißraupen auf Feinblechen aus Stahl durch Schweißen auftragen
- ee)I-Nähte an Feinblechen aus Stahl schweißen
- b)Kleben: Bauteile aus Metallen und Kunststoffen mit dem für die jeweilige Materialpaarung geeigneten Klebstoff unter Beachtung der klebstoffspezifischen Verarbeitungsbedingungen, insbesondere der Vorbereitung der Oberflächen, kleben
6 Wärmebehandeln, Härteprüfen4 Wochen im 2. Ausbildungsjahr
- a)Werkstücke härten, anlassen, glühen und vergüten
- b)Werkstücke mit werkstattüblichen Verfahren härteprüfen
7 Montieren von Bauteilen zu Baugruppen4 Wochen im 2. Ausbildungsjahr, 4 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
- a)Bauteile zu Baugruppen funktionsgerecht verbinden
- b)montierte Baugruppen funktionsgerecht richten, die Lage sichern sowie durch Sichtkontrolle, Messen und Lehren prüfen
8 Aufbauen und Prüfen von Pneumatikschaltungen2 Wochen im 2. Ausbildungsjahr
- a)Druck in pneumatischen Systemen messen und einstellen
- b)Funktion pneumatischer Bauelemente prüfen
9 Bearbeiten von Werkstücken durch Spanen von Hand und mit handgeführten Maschinen3 Wochen im 2. Ausbildungsjahr
- a)Bohrungen in Werkstücken aus Eisen- und Nichteisenmetallen bis zur Lagetoleranz von +- 0,1 mm herstellen
- b)Formen und Flächen an Werkstücken aus Eisen- und Nichteisenmetallen mit handgeführten Maschinen durch Fräsen bearbeiten
- c)Formen und Flächen an Werkstücken aus Eisen- und Nichteisenmetallen mit handgeführten Maschinen durch Schleifen bearbeiten
- d)Formen und Flächen an Werkstücken aus Eisen- und Nichteisenmetallen mit handgeführten Maschinen durch Polieren bearbeiten
- e)Formen und Flächen an gehärteten und ungehärteten Werkzeugteilen mit unterschiedlichen Werkzeugen und Hilfsmitteln von Hand und mit handgeführten Maschinen bearbeiten
10 Bearbeiten von Formen und Flächen an Instrumenten, Geräten oder Implantaten8 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
- a)Formen und Flächen an Instrumenten, Geräten oder Implantaten von Hand und mit handgeführten Maschinen mit Hilfe von Poliermitteln und Polierhilfsmitteln polieren
- b)Formen und Flächen an Instrumenten, Geräten oder Implantaten bürsten, polieren, glänzen
- c)gehärtete und ungehärtete Instrumente, Geräte oder Implantate durch Rauhen, Karieren, Kehlen und Strahlen bearbeiten
11 Programmieren von numerisch gesteuerten Werkzeugmaschinen4 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
- a)*P Datenein-*PE und Datenausgabegeräte sowie Datenträger handhaben
- b)Programme an numerisch gesteuerten Werkzeugmaschinen erstellen, eingeben, testen, ändern und optimieren
- c)Werkzeugkorrekturwerte bestimmen und einstellen
- d)Fehler in Programmen eingrenzen und korrigieren
12 Bearbeiten von Werkstücken durch Spanen auf Werkzeugmaschinen7 Wochen im 2. Ausbildungsjahr, 12 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
- a)Einrichten:
- aa)Maschinenwerte in Abhängigkeit von Werk- und Schneidstoffkombinationen, von der Maschinen-, Werkzeug-, Werkstück- und Spannmittelstabilität, von der Form des Rohlings und des Werkzeugs sowie von der Oberflächenbeschaffenheit auswählen und einstellen
- bb)Werkstückspannmittel, insbesondere Planscheiben, Spannfutter, Mitnehmerscheiben, Spannzangeneinrichtungen, Stirnseitenmitnehmer und Setzstöcke, vorbereiten und montieren
- cc)Werkstücke ausrichten und spannen, Kollisionsgefahr beachten
- dd)Werkzeuge auswählen und in fixierende und verstellbare Aufnahmen einsetzen
- ee)Werkzeuge von Hand scharfschleifen
- b)Bohren, Senken, Reiben:
- aa)Bohrungen in Werkstücken aus Eisen- und Nichteisenmetallen sowie aus Kunststoffen bis zu einer Lagetoleranz von +- 0,1 mm an Bohr- und Drehmaschinen mit unterschiedlichen Werkzeugen durch Bohren ins Volle, Aufbohren, Zentrieren, Profilsenken und Plansenken herstellen
- bb)Bohrungen in Werkstücken aus Eisenmetallen bis zur Maßgenauigkeit IT 7 rundreiben
- c)Schleifen: gehärtete und ungehärtete Werkstücke bis zur Maßgenauigkeit +- 0,2 mm bearbeiten
- d)Drehen und Fräsen:
- aa)Werkstücke aus Eisen- und Nichteisenmetallen sowie aus Kunststoffen bis zur Maßgenauigkeit IT 8 mit unterschiedlichen Drehmeißeln durch Quer-Plan- und Längs-Runddrehen auf Drehmaschinen bearbeiten
- bb)Werkstücke aus Eisen- und Nichteisenmetallen mit unterschiedlichen Drehmeißeln durch Formdrehen, insbesondere Radien und Kegel, auf Drehmaschinen bearbeiten
- cc)Werkstücke aus Eisen- und Nichteisenmetallen bis zur Maßgenauigkeit IT 8 mit unterschiedlichen Fräsern durch Umfangs-Planfräsen und Stirn-Umfangs-Planfräsen auf Fräsmaschinen bearbeiten
- dd)Werkstücke aus Eisen- und Nichteisenmetallen sowie aus Kunststoffen bis zur Maßgenauigkeit IT 7 mit unterschiedlichen Drehmeißeln durch Quer-Plan- und Längs-Runddrehen auf Drehmaschinen bearbeiten
- ee)Werkstücke aus Eisen- und Nichteisenmetallen bis zur Maßgenauigkeit IT 7 mit unterschiedlichen Fräsern durch Umfangs-Planfräsen und Stirn-Umfangs-Planfräsen auf Fräsmaschinen bearbeiten
- ff)Werkstücke aus Eisen- und Nichteisenmetallen mit unterschiedlichen Fräsern durch Längsprofilfräsen auf Fräsmaschinen bearbeiten
- gg)Teilungen an Werkstücken durch direktes Teilen herstellen
- hh)Werkstücke aus Eisen- und Nichteisenmetallen auf numerisch gesteuerten Werkzeugmaschinen bearbeiten
13 Bearbeiten von Werkstücken durch Freiformschleifen14 Wochen im 2. Ausbildungsjahr, 13 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
- a)ebene Flächen an Instrumenten von Hand schleifen
- b)zylindrische Flächen an Instrumenten von Hand schleifen
- c)analytisch nicht bestimmbare Flächen an Instrumenten und Implantaten freiformschleifen
- d)gehärtete Instrumente und Geräte schärfen
14 Montieren und Demontieren von Instrumenten, Geräten oder Implantaten4 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
- a)Bauteile und Baugruppen funktionsgerecht verbinden
- b)montierte Baugruppen funktionsgerecht richten, die Lage sichern sowie durch Sichtkontrolle, Messen und Lehren prüfen
- c)Instrumente, Geräte oder Implantate unter Beachtung ihrer Funktion zerlegen und kennzeichnen
15 Prüfen und Einstellen der Funktion von Instrumenten, Geräten oder Implantaten5 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
- a)Arbeitswege, Lageabweichungen, Spiel und Parallelität prüfen und korrigieren
- b)die Einzelfunktion im montierten Zustand prüfen und korrigieren
- c)die Gesamtfunktion, insbesondere Beweglichkeit und Schließkraft im Wirkungsbereich, prüfen und korrigieren
16 Instandsetzen von Instrumenten, Geräten oder Implantaten7 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
- a)Instrumente, Geräte oder Implantate reinigen und unter Beachtung der Funktion zerlegen und kennzeichnen
- b)Verschleißzustand feststellen und Art und Umfang der Instandsetzung festlegen
- c)schadhafte Bauteile nacharbeiten
- d)Ersatzteile herstellen
- e)schadhafte Normteile austauschen
- f)Bauteile funktionsgerecht zusammenbauen und Funktion prüfen
- *)Im Zusammenhang mit anderen im Ausbildungsrahmenplan aufgeführten Ausbildungsinhalten zu vermitteln.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Ausbildung zum Chirurgiemechaniker?
Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre. Wird ein schulisches Berufsgrundbildungsjahr angerechnet, beginnt die betriebliche Ausbildung im zweiten Ausbildungsjahr. Fachrichtungen oder Schwerpunkte gibt es nicht.
Muss ich als Chirurgiemechaniker ein Berichtsheft führen?
Ja. Sie führen den Ausbildungsnachweis (§ 13 Satz 2 Nummer 7 BBiG), und Ihr Ausbilder sieht ihn durch (§ 14 Absatz 2 BBiG). Die Ausbildungsverordnung nennt ihn Berichtsheft. Der Betrieb muss Ihnen Gelegenheit geben, ihn während der Ausbildungszeit zu schreiben.
Was trage ich ein, wenn ich eine Woche nur gefeilt und geschliffen habe?
Tragen Sie ein, was Sie bearbeitet haben, mit welchem Werkzeug und nach welchem Maß oder welcher Vorgabe. Zum Beispiel: Maulteil einer Klemme gefeilt, Maße mit der Schieblehre geprüft, Oberfläche geschliffen. Auch das Üben von Grundfertigkeiten gehört hinein.
Wer ist für die Gesellenprüfung zuständig und was gilt für die Zulassung?
Zuständig ist die Handwerkskammer. Zur Gesellenprüfung wird zugelassen, wer den Ausbildungsnachweis vorgelegt hat (§ 36 Absatz 1 Nummer 2 HwO). Bewertet wird der Nachweis in der Prüfung nicht.
Quellen
- Verordnung über die Berufsausbildung zum Chirurgiemechaniker/zur Chirurgiemechanikerin (ChirurgMAusbV), abgerufen am 21.10.2026
- Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses zum Ausbildungsnachweis, abgerufen am 21.10.2026
Das Berichtsheft digital führen
heftwerk ist ein Berichtsheft-Tool für den digitalen Ausbildungsnachweis. Auszubildende tragen ihre Woche am Telefon oder am Rechner ein, der Ausbilder gibt sie frei, und der Nachweis steht als PDF bereit. Für Auszubildende ist heftwerk kostenlos, den Zugang richtet der Ausbildungsbetrieb ein. heftwerk im Überblick
Ausbildungsnachweis nach BBiG, Freigabe durch den Ausbilder, Export als PDF. Ab 41,25 € im Monat* für bis zu fünf Auszubildende, netto zuzüglich Umsatzsteuer. Preis und häufige Fragen
*Mit dem Code IHK2026: bis einschließlich 31.12.2026 kostenfrei (bei Abschluss ab 2027: 30 Tage), danach zum halben Preis, bei jährlicher Zahlung 41,25 € im Monat (495 € im Jahr), netto. Preis fest bis Ende 2030, danach bis 2045 nur Inflationsausgleich nach dem Verbraucherpreisindex. Abschluss bis 31.03.2027. *Aktionsbedingungen
Demo ansehenDem Betrieb zeigen