Berichtsheft als Kaufmann im Einzelhandel: Beispiele und Tipps
Ins Berichtsheft eines Kaufmanns im Einzelhandel gehören die Arbeiten der Woche in Verkauf, Warenpräsentation, Warenannahme, Kasse und Kalkulation sowie die Themen der Berufsschule. Je Tag genügen Stichworte mit Tätigkeit und Stunden. Zwei Beispielwochen zeigen, wie das im ersten und im dritten Ausbildungsjahr aussehen kann.
Stand: 15.10.2026
Was als Kaufmann im Einzelhandel ins Berichtsheft gehört
Grundlage ist die Verordnung über die Berufsausbildungen zum Verkäufer und zur Verkäuferin sowie zum Kaufmann im Einzelhandel und zur Kauffrau im Einzelhandel. Die Ausbildung zum Kaufmann dauert drei Jahre. Zusätzlich zu den Pflichtinhalten weist der Ausbildungsvertrag vier Wahlqualifikationen aus, zum Beispiel Beratung von Kunden in komplexen Situationen, Onlinehandel oder Warenbestandssteuerung.
Die Berufsbildpositionen umfassen:
- Waren- und Dienstleistungsangebot
- Warenpräsentation und Werbung
- Preiskalkulation
- Warenbestandskontrolle
- Warenannahme und Warenlagerung
- Verkaufen von Waren
- Servicebereich Kasse
- Einzelhandelsprozesse
Beispielwoche im ersten Ausbildungsjahr
Die Einträge sind Beispiele; Ihre Woche sieht anders aus. Die Stunden richten sich nach Ihrem Ausbildungsvertrag und den Öffnungszeiten.
| Tag | Tätigkeiten | Stunden |
|---|---|---|
| Montag | Warenannahme: Lieferung mit dem Lieferschein abgeglichen, Ware ausgepackt, Preisschilder angebracht, Regale verräumt | 8 |
| Dienstag | Kundengespräche zusammen mit einer Kollegin beobachtet, einfache Fragen zu Standort und Preis beantwortet, Kasse unter Aufsicht bedient | 8 |
| Mittwoch | Berufsschule: Aufbau eines Einzelhandelsbetriebs, Verkaufsgespräch, Rechnen mit Prozenten | 8 |
| Donnerstag | Schaufenster und Aktionsfläche neu gestaltet, Dekoration nach Vorgabe aufgebaut, Preisauszeichnung kontrolliert | 8 |
| Freitag | Mindesthaltbarkeit im Kühlregal kontrolliert, Ware mit Ablaufdatum aussortiert, Bestand im System korrigiert | 8 |
Beispielwoche im dritten Ausbildungsjahr
| Tag | Tätigkeiten | Stunden |
|---|---|---|
| Montag | Warenbestellung: Verkaufszahlen der Vorwoche ausgewertet, Bestellmengen berechnet, Bestellung ausgelöst | 8 |
| Dienstag | Kundenberatung für ein hochwertiges Produkt, Alternativen vorgestellt, Zusatzangebot erklärt, Reklamation aufgenommen | 8 |
| Mittwoch | Berufsschule: Kalkulation, Marketing, Onlinehandel | 8 |
| Donnerstag | Inventur im Bereich Haushaltswaren: Ware gezählt, Differenzen mit dem Systembestand abgeglichen, Ursachen notiert | 8 |
| Freitag | Preisänderung für eine Aktion umgesetzt, Auszeichnung im Markt und im System angepasst, Team kurz eingewiesen | 8 |
Berufsschule im Berichtsheft
Tragen Sie die Unterrichtsthemen als Stichworte ein, zum Beispiel „Kaufvertragsstörungen“ oder „Kalkulation des Verkaufspreises“. Der Rahmenlehrplan der Kultusministerkonferenz gliedert den Unterricht in Lernfelder. Welche Lernfelder wann dran sind, legt Ihre Berufsschule fest.
Formulierungen für den Einzelhandel
| Statt | Besser |
|---|---|
| Verkauft | Kunden zu Produkten beraten, Bedarf erfragt, Alternativen gezeigt, Verkauf an der Kasse abgeschlossen |
| Regale eingeräumt | Neue Ware platziert, Preisauszeichnung geprüft, Warenpräsentation nach Vorgabe der Abteilung angepasst |
| An der Kasse gestanden | Kasse bedient, Zahlungsarten abgewickelt, Kassenabschluss mit dem Kassenleiter durchgeführt |
| Inventur gemacht | Bestand im Bereich gezählt, Zählliste mit dem Systembestand abgeglichen, Abweichungen gemeldet |
| Beschwerde gehabt | Reklamation aufgenommen, Sachverhalt geklärt, Lösung mit der Abteilungsleitung abgestimmt |
Kundendaten, Wechsel zwischen Abteilungen und zuständige Stelle
Im Handel sehen Sie Kundendaten. Namen und Adressen gehören nicht ins Berichtsheft. Beschreiben Sie die Situation, zum Beispiel „Reklamation aufgenommen“. Wechseln Sie die Abteilung, nennen Sie die Abteilung im Kopf der Woche.
Zuständige Stelle ist die IHK. Wer die Abschlussprüfung zum Verkäufer bestanden hat, kann die Ausbildung nach der Ausbildungsordnung mit zwei Jahren auf die Ausbildung zum Kaufmann anrechnen lassen.
Abschlussprüfung in zwei Teilen und Zulassung
Die Abschlussprüfung zum Kaufmann im Einzelhandel hat zwei Teile, eine Zwischenprüfung gibt es nicht. Teil 1 soll am Ende des zweiten Ausbildungsjahres stattfinden: Verkauf und Werbemaßnahmen, Warenwirtschaft und Kalkulation sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Teil 2 liegt am Ende der Ausbildung: Geschäftsprozesse im Einzelhandel und ein Fachgespräch in der Wahlqualifikation.
Zur Abschlussprüfung wird zugelassen, wer den Ausbildungsnachweis vorgelegt hat (§ 43 Absatz 1 Nummer 2 BBiG). Über die Zulassung zu jedem Teil wird gesondert entschieden (§ 44 Absatz 1 BBiG).
- Berichtsheft schreiben: Anleitung
- Berichtsheft Vorlage
- Berichtsheft Beispiele nach Beruf
- Zwischenprüfung oder Abschlussprüfung Teil 1: Was gilt in meinem Beruf?
- Berichtsheft und Abschlussprüfung: Was gilt für die Zulassung?
Ausbildungsrahmenplan
Was der Betrieb in der Ausbildung vermittelt, legt der Ausbildungsrahmenplan fest, eine Anlage der Ausbildungsordnung. Hier steht er im Wortlaut der Verordnung über die Berufsausbildungen zum Verkäufer und zur Verkäuferin sowie zum Kaufmann im Einzelhandel und zur Kauffrau im Einzelhandel (VerkEHKflAusbV), abgerufen von gesetze-im-internet.de am 25.10.2026. Verweise auf Paragrafen der Verordnung sind in den Überschriften weggelassen. Die Zeitangaben sind Richtwerte; maßgeblich ist die amtliche Fassung.
Abschnitt A: wahlqualifikationsübergreifende, berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten8 Positionen
1 Waren- und Dienstleistungsangebot des Ausbildungsbetriebes12 Wochen im 1. bis 24. Monat
- a)Kunden über das betriebliche Warensortiment Orientierung geben
- b)den Warenbereich, in dem ausgebildet wird, in Warengruppen mit unterschiedlichen Artikeln und Sorten strukturieren und in das betriebliche Warensortiment einordnen
- c)Informationsquellen zum Erwerb von Kenntnissen über Waren nutzen
- d)Kunden über Eigenschaften und Möglichkeiten der Verwendung von Waren aus dem Warenbereich, in dem ausgebildet wird, unter Berücksichtigung von Aspekten der Nachhaltigkeit informieren
- e)Kunden über das Dienstleistungsangebot des Betriebes informieren
- f)Warenkennzeichnungen, Fachbegriffe und handelsübliche Bezeichnungen, auch fremdsprachige, für Waren und Dienstleistungen anwenden
2 Warenpräsentation und Werbemaßnahmen14 Wochen im 1. bis 24. Monat
- a)Konzepte für eine ansprechende Warenpräsentation erarbeiten und umsetzen, dabei Betriebs-, Verkaufs- und Lagerform, Sortiment und Zielgruppen, allgemeine Regeln der Warenpräsentation und der Warenplatzierung sowie verkaufspsychologische Erkenntnisse berücksichtigen
- b)Angebotsplätze nach absatzfördernden Gesichtspunkten auswählen und Waren unter Einsatz betriebsüblicher Dekorationsmittel platzieren und verkaufsfördernd präsentieren
- c)Preisänderungen im Rahmen der betrieblichen und rechtlichen Vorgaben vornehmen
- d)Werbemittel und Werbeträger unter Berücksichtigung des rechtlichen Rahmens und der betrieblichen Vorgaben einsetzen
- e)Kunden über Werbeaktionen informieren
- f)Konkurrenzbeobachtungen planen, durchführen und auswerten, Verbesserungen für den eigenen Betrieb vorschlagen
- g)Vorschläge für Verbesserungen bei der Warenpräsentation erarbeiten, begründen und umsetzen
3 Preiskalkulation6 Wochen im 1. bis 24. Monat
- a)Berechnungen für Bezugs- und Preiskalkulationen durchführen
- b)im Rahmen der betrieblichen und rechtlichen Vorgaben die Preisauszeichnung vornehmen
- c)Möglichkeiten der Preisgestaltung bei der Kalkulation berücksichtigen
- d)Vorschläge für Preisänderungen entwickeln und die Folgen von Preisänderungen für Absatz, Umsatz und Ertrag beurteilen
4 Warenbestandskontrolle10 Wochen im 1. bis 24. Monat
- a)Warenbewegungen artikelgenau und zeitnah im Warenwirtschaftssystem erfassen, dabei Informationssysteme nutzen und Sicherheitsanforderungen einhalten
- b)bei der Steuerung des Bestandes und des Absatzes durch Nutzung des Warenwirtschaftssystems mitwirken
- c)Belege prüfen und bei Unstimmigkeiten entsprechende Schritte einleiten
- d)Warenbestände auf Menge und Qualität kontrollieren
- e)bei der Vorbereitung und Durchführung von Inventuren mitwirken, dabei die rechtlichen Bestimmungen beachten und Arbeits- und Organisationsmittel einsetzen
- f)Maßnahmen zur Vermeidung von Inventurdifferenzen ergreifen
- g)betriebsübliche Maßnahmen bei Bestandsabweichungen, insbesondere durch Bruch, Verderb, Schwund und Diebstahl, einleiten
5 Warenannahme und -lagerung10 Wochen im 1. bis 24. Monat
- a)Warenmenge kontrollieren und Verpackung auf Transportschäden überprüfen sowie bei Bedarf betriebsübliche Maßnahmen einleiten
- b)Warenbelege und Frachtpapiere unter Berücksichtigung der betrieblichen Vorgaben kontrollieren
- c)Waren sachgerecht lagern und pflegen
- d)Hilfsmittel zur Warenbewegung unter Beachtung ergonomischer Anforderungen einsetzen und pflegen
- e)Lagergrundsätze beachten, Lagerbestandskontrollen durchführen
- f)Lagerkennziffern beurteilen und Optimierungsmöglichkeiten ableiten
- g)im Lager und beim Umgang mit Verpackungen ökonomische und ökologische Anforderungen berücksichtigen, insbesondere Energie sparsam einsetzen
6 Verkaufen von Waren12 Wochen im 1. bis 24. Monat
- a)auf Kunden mit Vorrang vor anderen Arbeiten freundlich und hilfsbereit eingehen, verbale und nonverbale Kommunikationsformen einsetzen und auf Kundenverhalten situationsgerecht reagieren
- b)die Wünsche von Kunden in Informations-, Beratungs- und Verkaufsgesprächen unter Einsatz von Frage- und Gesprächsführungstechniken ermitteln, Angebote unterbreiten und auf Kundeneinwände und Kundenargumente verkaufsfördernd reagieren
- c)in Kundengesprächen Kenntnisse über Waren anwenden
- d)Ergänzungs-, Ersatz- und Zusatzartikel sowie Serviceleistungen anbieten und die Kaufentscheidung fördern
- e)Waren kunden- und dienstleistungsorientiert unter Berücksichtigung der Betriebs- und Verkaufsform sowie unter Einhaltung von Rechtsvorschriften verkaufen und damit zur Kundenbindung beitragen
- f)auf Beschwerden, Reklamationen und Umtauschwünsche angemessen reagieren, bei deren Bearbeitung betriebliche Regelungen berücksichtigen und bei der sachgerechten Lösung von Konflikten mitwirken
- g)das eigene Verkaufsverhalten reflektieren, bewerten und verbessern
7 Servicebereich Kasse10 Wochen im 1. bis 24. Monat
- a)die Kasse unter Beachtung der betrieblichen Kassieranweisungen vorbereiten und bedienen
- b)den Kassenbereich unter ergonomischen Gesichtspunkten beurteilen und das eigene Verhalten danach ausrichten
- c)bare und unbare Zahlungen abwickeln, dabei Preisnachlässe berücksichtigen und Vorsichtsmaßnahmen bei der Annahme von Zahlungsmitteln beachten
- d)Kaufbelege erstellen sowie Umtausch und Reklamation kassentechnisch abwickeln
- e)bei der Kassiertätigkeit serviceorientiert mit Kunden kommunizieren, Stresssituationen an der Kasse bewältigen
- f)die Kassenabrechnung durchführen, den Kassenbericht erstellen, Einnahmen und Belege weiterleiten und Ursachen für Kassendifferenzen ermitteln
8 Einzelhandelsprozesse13 Wochen im 25. bis 36. Monat
- a)Organisation, Leistungen und Aufgaben entlang der Wertschöpfungskette des Ausbildungsbetriebes darstellen
- b)Einkauf, Sortimentsgestaltung, logistische Prozesse und Verkauf als Kernprozesse des Einzelhandels in die Wertschöpfungskette einordnen, Wechselwirkungen begründen, Zusammenhänge und Schnittstellen beurteilen, Schwachstellen und Fehlerquellen herausarbeiten und Verbesserungen zur Prozessgestaltung vorschlagen
- c)Optimierungsmöglichkeiten an den Schnittstellen zu Lieferanten und Herstellern aus Sicht des Verkaufs begründen und Vorschläge zu ihrer Umsetzung erarbeiten
- d)Arbeitsabläufe im Verkauf mit dem Ziel der Kundenorientierung und unter Berücksichtigung der Wechselwirkungen mit anderen Einzelhandelsprozessen gestalten
- e)die unterstützenden Prozesse Rechnungswesen, Personalwirtschaft, Marketing, IT-Anwendungen und warenwirtschaftliche Analysen im eigenen Arbeitsbereich nutzen und Vorschläge zur Optimierung der Zusammenarbeit machen
- f)das betriebliche Controlling als Informations- und Steuerungsinstrument unterstützen und Ergebnisse des Controllings nutzen
- g)qualitätssichernde Maßnahmen entwickeln und durchführen
- h)zur Umsetzung betrieblicher Nachhaltigkeitsziele beitragen
Abschnitt B: berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten in den Wahlqualifikationen nach § 5 Absatz 3 Satz 14 Positionen
1 Sicherstellung der Warenpräsenz12 Wochen im 1. bis 24. Monat
- a)eingehende Waren unter Beachtung der rechtlichen Vorschriften und der betrieblichen Vorgaben kontrollieren, mit dem betrieblichen Informationssystem erfassen sowie bei Abweichungen betriebsübliche Maßnahmen einleiten
- b)bei der Warenannahme erkennbare Mängel unter Einhaltung der gesetzlichen und betriebsüblichen Bestimmungen bei der Warenannahme dokumentieren
- c)Reklamationen, insbesondere Bruch, Verderb und Schwund, aufnehmen und geeignete Maßnahmen mit internen und externen Lieferanten abstimmen und umsetzen
- d)optimale Bestände ermitteln, Auswirkungen von zu hohen und zu niedrigen Beständen analysieren und Vorschläge zur Bestandsoptimierung ableiten
- e)den Warenfluss unter Nutzung des Warenwirtschaftssystems steuern und kontrollieren
- f)die Verfügbarkeit des Warenangebots unter Berücksichtigung saisonaler, nachfrage-, aktions- und frequenzbedingter Einflussfaktoren sowie unter Berücksichtigung regionaler Besonderheiten kontrollieren und im Bedarfsfall geeignete Maßnahmen einleiten
- g)Maßnahmen des Qualitätsmanagements bei der Lagerhaltung umsetzen
2 Beratung von Kunden12 Wochen im 1. bis 24. Monat
- a)Verkaufs- und Beratungsgespräche erfolgsorientiert führen und dabei vertiefte Kenntnisse aus einem Warenbereich mit mindestens zwei Warengruppen anwenden
- b)Kunden über qualitäts- und preisbestimmende sowie über nachhaltigkeitsbezogene Merkmale und über Verwendungsmöglichkeiten der Artikel und Sorten informieren
- c)Unterschiede zwischen Herstellermarken und Handelsmarken im Verkaufs- und Beratungsgespräch herausstellen
- d)die Bedeutung von Qualitäts- und Gütesiegeln im Verkaufs- und Beratungsgespräch herausstellen
- e)Trends und aktuelle Entwicklungen beobachten und als Verkaufsargumente nutzen
- f)Kaufmotive und Wünsche von Kunden durch Beobachten, aktives Zuhören und Fragen ermitteln und diese in Verkaufs- und Beratungsgesprächen berücksichtigen
- g)Kundentypologien und Verhaltensmuster unterscheiden und das Wissen darüber verkaufsfördernd in individuellen Verkaufs- und Beratungsgesprächen einsetzen
- h)Konfliktursachen feststellen, emotional geprägte Situationen sowie Stresssituationen im Verkauf bewältigen und Handlungsstrategien für den Umgang mit schwierigen Kunden anwenden
- i)Sonderfälle beim Verkauf bearbeiten und dabei rechtliche und betriebliche Vorschriften anwenden
- j)die Bedeutung einer erfolgreichen Verkaufstätigkeit hinsichtlich Umsatz, Ertrag, Kundenzufriedenheit und Kundenbindung erläutern und dabei besonders das Erfordernis von Teamarbeit berücksichtigen
- k)Umtausch, Beschwerde und Reklamation bearbeiten, dabei kundenorientiert handeln und die rechtlichen und betrieblichen Vorgaben einhalten
3 Kassensystemdaten und Kundenservice12 Wochen im 1. bis 24. Monat
- a)Kunden an der Kasse situationsgerecht ansprechen
- b)Kunden beim Kassiervorgang Serviceleistungen anbieten
- c)Kassiervorgänge systemgerecht durchführen und dabei die Bedeutung der Kasse für die Steuerung des Daten- und Warenflusses berücksichtigen
- d)Kassenberichte insbesondere im Hinblick auf Artikel, Zahlungsmittel, Personaleinsatz und verkaufsfördernde Maßnahmen auswerten
- e)Umtausch, Beschwerde und Reklamation bearbeiten, dabei kundenorientiert handeln und die rechtlichen und betrieblichen Vorgaben einhalten
- f)auf der Grundlage der Kassenabrechnung den Geldtransport vorbereiten und die Verfügbarkeit von Wechselgeld sicherstellen
- g)bei Störungen des Kassensystems Maßnahmen zur Datensicherung und zur Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit einleiten
4 Werbung und Verkaufsförderung12 Wochen im 1. bis 24. Monat
- a)Zusammenhänge zwischen Werbemitteln und Werbeträgern beurteilen
- b)Werbekosten und Werbeerfolg beurteilen
- c)Werbemittel und Werbeträger ziel- und kostenorientiert auswählen und einsetzen
- d)Auswirkungen preispolitischer Maßnahmen bewerten sowie Verbesserungsvorschläge ableiten
- e)Maßnahmen der visuellen Verkaufsförderung umsetzen und Kundenerwartungen berücksichtigen
- f)bei der Warenpräsentation die unterschiedlichen Sinne ansprechen und verkaufspsychologische Aspekte berücksichtigen
- g)Maßnahmen des Kundenservices zur Förderung des Verkaufserfolges nutzen
- h)Aktionen zur Förderung der Kundenbindung planen, umsetzen und auswerten
- i)Werbeerfolgskontrollen durchführen und Verbesserungsvorschläge ableiten
Abschnitt C: berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten in den Wahlqualifikationen nach § 5 Absatz 4 Satz 18 Positionen
1 Beratung von Kunden in komplexen Situationen13 Wochen im 25. bis 36. Monat
- a)im Beratungsgespräch vertiefte Kenntnisse aus einem Warenbereich mit mindestens zwei Warengruppen anwenden, dabei Leistungsversprechen des Unternehmens gegenüber Kunden vertreten
- b)Kaufmotive und Wünsche von Kunden durch Beobachten, aktives Zuhören und Fragen ermitteln und diese in Verkaufs- und Beratungsgesprächen berücksichtigen
- c)im Beratungsgespräch Kommunikationstechniken zur Förderung der Kundenzufriedenheit einsetzen
- d)Selbst- und Fremdbild reflektieren und bei der Kommunikation berücksichtigen
- e)Kunden über qualitäts- und preisbestimmende Merkmale sowie über Verwendungsmöglichkeiten der Waren informieren
- f)Merkmale von Herstellermarken und Handelsmarken im Beratungsgespräch herausstellen
- g)die Bedeutung von Qualitäts- und Gütesiegeln von Waren im Beratungsgespräch herausstellen
- h)die Gesundheits- und Umweltverträglichkeit sowie die Nachhaltigkeit von Waren beurteilen und Kunden hierüber informieren
- i)Einwänden von Kunden überzeugend begegnen und den Verkaufsabschluss fördern
- j)Trends und aktuelle Entwicklungen beobachten und als Verkaufsargument nutzen
- k)Informationsquellen zur Aneignung warenbezogener Kenntnisse nutzen
- l)Kunden über rechtliche und betriebliche Rücknahmeregelungen sowie über umweltgerechte Möglichkeiten der Entsorgung von Waren informieren
- m)Umtausch, Beschwerde und Reklamation auch in schwierigen Situationen unter Anwendung rechtlicher und betrieblicher Regelungen lösen und dabei sowohl die Interessen des Unternehmens vertreten als auch kundenorientiert handeln
- n)Ursachen von Konflikten in Verkaufssituationen analysieren und Schlussfolgerungen für künftige Verkaufsgespräche ableiten
- o)Stress auslösende Faktoren identifizieren und Strategien zur Stressbewältigung anwenden
2 Beschaffung von Waren13 Wochen im 25. bis 36. Monat
- a)den Warenbedarf für das Ausbildungssortiment unter Berücksichtigung von Kennziffern aus dem Warenwirtschaftssystem sowie unter Berücksichtigung künftiger verkaufsrelevanter Ereignisse ermitteln
- b)Waren unter Berücksichtigung von Bestellverfahren und Liefermodalitäten disponieren
- c)die Einhaltung von Vertrags- und Zahlungsbedingungen aus Beschaffungsverträgen kontrollieren und bei Abweichungen geeignete Maßnahmen einleiten
- d)Maßnahmen zur Sicherstellung der Vollständigkeit der Waren ergreifen und bewerten
- e)Vorschläge zur Gestaltung des Warensortiments nach Auswertung warenwirtschaftlicher Daten erarbeiten, dabei insbesondere Umsatz, Handelsspanne, Qualität, Trends, Zielgruppen, Standort, Nachhaltigkeit und die Wettbewerbssituation beachten,
- f)an der Herausnahme und Neuaufnahme von Waren mitwirken
3 Warenbestandssteuerung13 Wochen im 25. bis 36. Monat
- a)Bestandsstatistiken erstellen, führen und auswerten
- b)Bestands- und Umsatzkennziffern analysieren und entsprechende Statistiken nutzen
- c)Maßnahmen zur Umsatzsteigerung, Ertragsverbesserung und Bestandsoptimierung ableiten sowie Umsetzungsvorschläge entwickeln und umsetzen
- d)Warenbestände unter Berücksichtigung der Bestellvorschläge des Warenwirtschaftssystems erfolgsorientiert steuern
- e)Ursachen für Inventurdifferenzen feststellen, Vorschläge für Maßnahmen zur Vermeidung von Inventurdifferenzen entwickeln und bei deren Umsetzung mitwirken
4 Kaufmännische Steuerung und Kontrolle13 Wochen im 25. bis 36. Monat
- a)Ergebnisse der Kosten- und Leistungsrechnung analysieren und Schlussfolgerungen ableiten
- b)Ergebnisse der betrieblichen Erfolgsrechnung analysieren und Verbesserungsmöglichkeiten insbesondere unter Berücksichtigung des Rohertrages entwickeln
- c)Statistiken erstellen und auswerten
- d)betriebliche Kennzahlen ermitteln und bewerten sowie Schlussfolgerungen ableiten, Maßnahmen vorschlagen sowie an deren Umsetzung mitwirken
- e)Auswirkungen unterschiedlicher Faktoren, insbesondere von Preisgestaltung, Beständen sowie Kosten, auf Kalkulation und Ertrag beurteilen
- f)Maßnahmen zur Verbesserung betrieblicher Arbeitsprozesse vorschlagen und an deren Umsetzung mitwirken
5 Marketingmaßnahmen13 Wochen im 25. bis 36. Monat
- a)die Marktsituation am Standort unter besonderer Berücksichtigung von wirtschaftlichen und regionalen Gesichtspunkten analysieren und beurteilen
- b)den Marktauftritt von Mitbewerbern im stationären Handel und im Onlinehandel bewerten und unter Berücksichtigung wettbewerbsrechtlicher Vorgaben Vorschläge für Marketingmaßnahmen erarbeiten und begründen
- c)Instrumente der Marktbeobachtung einsetzen, Ergebnisse der Marktforschung zum Kaufverhalten auswerten und Vorschläge für den Einsatz von Marketinginstrumenten ableiten und begründen
- d)Informations- und Kaufverhalten von Zielgruppen unterscheiden, Konsequenzen ableiten, Maßnahmen vorschlagen und an der Umsetzung mitwirken
- e)verkaufsfördernde Maßnahmen unter Berücksichtigung von verkaufsstarken und verkaufsschwachen Zonen und unter Berücksichtigung betrieblicher Vorgaben entwickeln und umsetzen
- f)Platzierungen im Verkaufsraum planen, umsetzen und deren Auswirkungen beurteilen
- g)Produktinformationen für die Verkaufsförderung kundenorientiert einsetzen
- h)Erfolgskontrollen vorbereiten, durchführen und auswerten sowie Verbesserungsvorschläge ableiten
6 Onlinehandel13 Wochen im 25. bis 36. Monat
- a)bei der Betreuung eines Onlineshops Rechtsvorschriften einhalten
- b)Wechselwirkungen zwischen Onlinehandel und stationärem Verkauf berücksichtigen
- c)den Produktkatalog im Onlineshop pflegen
- d)Instrumente des Onlinemarketings einsetzen und die Suchmaschinenplatzierung bewerten
- e)Kunden beim Onlinekauf beraten
- f)Feedback von Kunden im Onlinehandel auswerten und daraus Verbesserungsvorschläge für die Multi-Channel-Strategie des Betriebes ableiten
- g)Kennziffern für den Onlineshop ermitteln und auswerten
- h)Maßnahmen zur Verbesserung von Sortimentsstrukturen, Logistikprozessen und Marketingmaßnahmen im Rahmen einer Multi-Channel-Strategie vorschlagen
- i)mit IT-Dienstleistern den Onlinehandel weiterentwickeln sowie Maßnahmen zur Behebung von Störungen einleiten
7 Mitarbeiterführung und -entwicklung13 Wochen im 25. bis 36. Monat
- a)Maßnahmenpläne zur Personalentwicklung aus betrieblichen Zielen ableiten, Zielerreichung überprüfen und Anpassungen vornehmen
- b)die Bedeutung von Motivation und Selbstverantwortung bei der Mitarbeiterführung berücksichtigen,
- c)Gespräche mit Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen sowie Teambesprechungen ergebnisorientiert führen und reflektieren
- d)die Wirkungen verbaler und nonverbaler Kommunikation sowie die Unterschiede zwischen Selbstbild und Fremdbild reflektieren und in der Mitarbeiterführung nutzen
- e)Möglichkeiten der Konfliktlösung mit dem Ziel anwenden, Motivation, Arbeitsklima und Arbeitsleistung zu verbessern
- f)Methoden des Selbst- und Zeitmanagements einsetzen
- g)Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bei ihrer Tätigkeit konstruktiv unterstützen und die Zusammenarbeit im Team fördern
- h)aus Personaleinsatz und Personalbedarfsplanung sowie aus Mitarbeiterpotenzial und Qualifikationsbedarf Maßnahmen der Personalentwicklung ableiten und umsetzen
- i)Personaleinsatzplanung erstellen
- j)arbeits- und sozialrechtliche Vorschriften bei Personalplanung und Personaleinsatz anwenden
8 Vorbereitung unternehmerischer Selbständigkeit13 Wochen im 25. bis 36. Monat
- a)Chancen und Risiken für ein Handelsunternehmen einschätzen, ein Unternehmenskonzept unter Berücksichtigung von Innovationen entwickeln
- b)Marktforschungsdaten und Standortanalysen auswerten und für das Unternehmenskonzept nutzen
- c)persönliche und fachliche Kompetenzen für eine unternehmerische Selbständigkeit kritisch reflektieren
- d)eine geeignete Rechtsform für das Unternehmen auswählen und einen Businessplan erstellen, präsentieren und begründen
- e)Personalbedarf ermitteln und Rekrutierungsmöglichkeiten auswählen
- f)die Unternehmensfinanzierung unter Berücksichtigung von Finanzierungsquellen und Fördermöglichkeiten planen
- g)erforderliche Versicherungen und Steuerpflichten bei der Planung berücksichtigen
- h)Kennziffern der Unternehmensbewertung nutzen, daraus Maßnahmen ableiten und dabei Nachhaltigkeit berücksichtigen
Abschnitt D: wahlqualifikationsübergreifende, integrativ zu vermittelnde Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten5 Positionen
1 Berufsbildung, arbeits- und sozialrechtliche Vorschriften6 Wochen im 1. bis 24. Monat
- a)wesentliche Inhalte und Bestandteile des Ausbildungsvertrages darstellen, Rechte und Pflichten aus dem Ausbildungsvertrag feststellen und Aufgaben der Beteiligten im dualen System beschreiben
- b)den betrieblichen Ausbildungsplan mit der Ausbildungsordnung vergleichen
- c)arbeits-, sozial- und mitbestimmungsrechtliche Vorschriften sowie für den Arbeitsbereich geltende Tarif- und Arbeitszeitregelungen beachten
- d)Positionen der eigenen Entgeltabrechnung erklären
- e)Chancen und Anforderungen des lebensbegleitenden Lernens für die berufliche und persönliche Entwicklung begründen und die eigenen Kompetenzen weiterentwickeln
- f)Lern- und Arbeitstechniken sowie Methoden des selbstgesteuerten Lernens anwenden und beruflich relevante Informationsquellen nutzen
- g)berufliche Aufstiegs- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten darstellen
2 Bedeutung und Struktur des Einzelhandels und des Ausbildungsbetriebes6 Wochen im 1. bis 24. Monat
- a)die Funktion des Einzelhandels für die Gesamtwirtschaft und die Gesellschaft erläutern
- b)die Rechtsform und den organisatorischen Aufbau des Ausbildungsbetriebes mit seinen Aufgaben und Zuständigkeiten sowie die Zusammenhänge zwischen den Geschäftsprozessen erläutern
- c)Einflüsse des Standortes, der Betriebs- und Verkaufsform, der Vertriebswege, der Sortiments- und Preisgestaltung sowie der Verkaufsraumgestaltung auf die Stellung des Ausbildungsbetriebes am Markt einschätzen
3 Information und Kommunikation6 Wochen im 1. bis 24. Monat
- a)die betriebliche Zusammenarbeit respektvoll, wertschätzend und vertrauensvoll im Team mitgestalten
- b)die Notwendigkeit der betrieblichen Personaleinsatzplanung begründen und zu ihrer Umsetzung beitragen
- c)angemessenes Feedback geben und annehmen
- d)Ursachen von Konflikten und Kommunikationsstörungen erkennen und zu deren Lösung beitragen
- e)Informations- und Kommunikationssysteme einsetzen
- f)Daten mit betriebsüblichen Verfahren erfassen, sichern und pflegen, Datenschutz und Datensicherheit beachten
4 Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeitwährend der gesamten Ausbildung
- a)Gefährdung von Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz feststellen und Maßnahmen zur Vermeidung der Gefährdung ergreifen
- b)berufsbezogene Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften anwenden
- c)Verhaltensweisen bei Unfällen beschreiben sowie erste Maßnahmen einleiten
- d)Vorschriften des vorbeugenden Brandschutzes anwenden sowie Verhaltensweisen bei Bränden beschreiben und Maßnahmen zur Brandbekämpfung ergreifen
5 Umweltschutzwährend der gesamten Ausbildung
Zur Vermeidung betriebsbedingter Umweltbelastungen im beruflichen Einwirkungsbereich beitragen, insbesondere
- a)mögliche Umweltbelastungen durch den Ausbildungsbetrieb und seinen Beitrag zum Umweltschutz an Beispielen erklären
- b)für den Ausbildungsbetrieb geltende Regelungen des Umweltschutzes anwenden
- c)Möglichkeiten der wirtschaftlichen und umweltschonenden Energie- und Materialverwendung nutzen
- d)Abfälle vermeiden sowie Stoffe und Materialien einer umweltschonenden Entsorgung zuführen
Häufige Fragen
Was schreibe ich als Kaufmann im Einzelhandel ins Berichtsheft?
Die Arbeiten der Woche in Verkauf, Warenpräsentation, Warenannahme, Kasse und Kalkulation, mit Stunden je Tag, dazu die Themen der Berufsschule. Stichworte mit konkreten Handlungen sind besser als „verkauft“.
Wie trage ich unregelmäßige Arbeitszeiten ein?
Tragen Sie die Stunden ein, die Sie tatsächlich gearbeitet haben. Wochenenddienste und lange Öffnungszeiten zählen mit. Die Arbeitszeit regeln Ihr Vertrag und gegebenenfalls ein Tarifvertrag.
Muss ich Kundennamen bei Reklamationen aufschreiben?
Nein. Beschreiben Sie nur den Vorgang, zum Beispiel „Reklamation aufgenommen und mit der Abteilungsleitung geklärt“. Namen und Adressen von Kunden sind für den Nachweis nicht nötig.
Muss das Berichtsheft zur Abschlussprüfung im Einzelhandel vorgelegt werden?
Ja, als Voraussetzung der Zulassung (§ 43 Absatz 1 Nummer 2 BBiG). Nach der Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses wird der Nachweis in der Prüfung nicht bewertet.
Quellen
Das Berichtsheft digital führen
heftwerk ist ein Berichtsheft-Tool für den digitalen Ausbildungsnachweis. Auszubildende tragen ihre Woche am Telefon oder am Rechner ein, der Ausbilder gibt sie frei, und der Nachweis steht als PDF bereit. Für Auszubildende ist heftwerk kostenlos, den Zugang richtet der Ausbildungsbetrieb ein. heftwerk im Überblick
Ausbildungsnachweis nach BBiG, Freigabe durch den Ausbilder, Export als PDF. Ab 41,25 € im Monat* für bis zu fünf Auszubildende, netto zuzüglich Umsatzsteuer. Preis und häufige Fragen
*Mit dem Code IHK2026: bis einschließlich 31.12.2026 kostenfrei (bei Abschluss ab 2027: 30 Tage), danach zum halben Preis, bei jährlicher Zahlung 41,25 € im Monat (495 € im Jahr), netto. Preis fest bis Ende 2030, danach bis 2045 nur Inflationsausgleich nach dem Verbraucherpreisindex. Abschluss bis 31.03.2027. *Aktionsbedingungen
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