Berichtsheft als Manufakturporzellanmaler: Beispiele und Tipps
Ins Berichtsheft eines Manufakturporzellanmalers gehören die Arbeiten der Woche an Porzellan, etwa Zeichnen und Malen nach Vorlage, Anmischen von Farben und Edelmetallen, Übertragen von Dekoren, Linieren, Randgestaltung, Lasieren und Staffieren, dazu die Themen der Berufsschule und von Lehrgängen. Je Tag genügen Stichworte mit Tätigkeit und Stunden. Zwei Beispielwochen aus dem ersten und dem vierten Ausbildungsjahr zeigen, wie solche Einträge aussehen.
Stand: 21.10.2026
Was als Manufakturporzellanmaler ins Berichtsheft gehört
Grundlage ist die Verordnung über die Berufsausbildung zum Manufakturporzellanmaler und zur Manufakturporzellanmalerin (MPorzMAusbV). Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre. Schwerpunkte oder Fachrichtungen gibt es in der Ausbildung nicht; erst in der Abschlussprüfung wählen Sie einen Malbereich, etwa Blumen, Ornament, Staffage oder Landschaft.
Der Ausbildungsrahmenplan ordnet die Inhalte nach Berufsbildpositionen. Ihre Einträge lassen sich diesen Bereichen zuordnen:
- Berufsbildung, Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes
- Arbeits- und Tarifrecht, Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit, Umweltschutz und rationelle Energieverwendung
- Planen, Vorbereiten, Kontrollieren und Bewerten von Arbeitsabläufen
- Zeichnen und Malen nach der Natur sowie nach Natur- und Dekorvorlagen
- Grafisches Zeichnen
- Farben und Edelmetalle
- Kopieren von Vorlagen und Dekoren
- Linieren, Randgestaltung, Bänder, Lasieren und Staffieren
- Malen von Dekoren
Beispielwoche im ersten Ausbildungsjahr
Die Einträge sind Beispiele; Ihre Woche sieht anders aus. Die Stunden richten sich nach Ihrem Ausbildungsvertrag.
| Tag | Tätigkeiten | Stunden |
|---|---|---|
| Montag | Unterweisung zu Arbeitsschutz und Umgang mit Farbpulvern, Rundgang durch Malerei und Brennerei, Pinsel und Palette vorbereiten | 8 |
| Dienstag | Zeichenübungen mit Bleistift: Blattformen und Blüten nach Naturvorlage skizziert, Linienführung geübt | 8 |
| Mittwoch | Berufsschule: Werkstoffkunde Porzellan, Farbenlehre, Fachrechnen | 8 |
| Donnerstag | Farbe auf der Glasplatte angerieben, Malöl zugegeben, Probestriche auf einem Testteller aufgetragen und beschriftet | 8 |
| Freitag | Goldrand mit Pinsel auf einem Übungsteller gezogen, Teller zum Brand bereitgestellt, Arbeitsplatz gereinigt | 8 |
Beispielwoche im vierten Ausbildungsjahr
| Tag | Tätigkeiten | Stunden |
|---|---|---|
| Montag | Vorlage für ein Blumendekor auf einer Vase ausgewählt, Motiv auf dem Porzellan angelegt, Farbfolge für die Malschichten geplant | 8 |
| Dienstag | Blüten und Blätter in mehreren Schichten lasierend gemalt, Schattierungen mit Pinsel und Federkiel ausgearbeitet | 8 |
| Mittwoch | Berufsschule: Technologie, Technische Mathematik, Fachzeichnen | 8 |
| Donnerstag | Nach dem ersten Brand Konturen nachgezogen, Höhungen mit Gold gesetzt, Staffage mit feinem Pinsel ergänzt | 8 |
| Freitag | Fehlstellen am Dekor ausgebessert, Stück mit der Vorlage verglichen, Ergebnis mit dem Ausbilder besprochen | 8 |
Berufsschule im Berichtsheft des Manufakturporzellanmalers
Tragen Sie die Unterrichtsthemen als Stichworte ein, zum Beispiel „Farbenlehre: Mischung und Wirkung von Pigmenten“. Die Themen finden Sie im Heft oder im Stundenplan. Der Rahmenlehrplan der Kultusministerkonferenz gliedert den Unterricht in Lernfelder; welche davon wann dran sind, legt Ihre Berufsschule fest.
Nach der Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses gehören die Themen des Berufsschulunterrichts in den Ausbildungsnachweis.
Formulierungen für den Beruf Manufakturporzellanmaler
| Statt | Besser |
|---|---|
| Porzellan bemalt | Blumendekor auf einer Vase in drei lasierenden Schichten gemalt, Schattierungen ausgearbeitet |
| Mit Farben gearbeitet | Farbpulver mit Malöl angerieben, Probestriche auf Testteller aufgetragen und beschriftet |
| Gold aufgetragen | Goldrand mit dem Pinsel gezogen, Höhungen gesetzt, Stück zum Brand bereitgestellt |
| Gezeichnet | Blattformen nach Naturvorlage mit Bleistift skizziert, Linienführung geübt |
| Dekor kopiert | Vorlage auf das Porzellan übertragen, Konturen nachgezogen, mit der Vorlage verglichen |
Fachberichte, Lehrgänge und zuständige Stelle
Manufakturporzellanmaler werden in Porzellanmanufakturen und Betrieben der Feinkeramik ausgebildet. Der Beruf ist ein Industrieberuf, zuständige Stelle ist in der Regel die IHK. Ob Fachberichte, Skizzen oder Fotos verlangt werden, geben Kammer und Betrieb vor. Fragen Sie Ihren Ausbilder.
Lehrgänge außerhalb der Ausbildungsstätte tragen Sie mit Thema, Ort und Stunden ein. Der Betrieb stellt Sie dafür frei (§ 15 Absatz 1 Satz 2 Nummer 4 BBiG). Kundennamen und Auftragsnummern brauchen Sie im Nachweis nicht.
Abschlussprüfung und Zulassung
Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung statt, mit einem Prüfungsstück von höchstens 7 Stunden und einem schriftlichen Teil. Die Abschlussprüfung besteht aus einem Prüfungsstück von höchstens 14 Stunden in einem gewählten Malbereich und einer schriftlichen Prüfung in Technologie, Technischer Mathematik, Fachzeichnen sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.
Zur Abschlussprüfung wird zugelassen, wer den Ausbildungsnachweis vorgelegt hat (§ 43 Absatz 1 Nummer 2 BBiG). Nach der Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses wird der Nachweis in der Prüfung nicht bewertet.
- Berichtsheft schreiben: Anleitung
- Berichtsheft Vorlage
- Berichtsheft Beispiele nach Beruf
- Zwischenprüfung oder Abschlussprüfung Teil 1: Was gilt in meinem Beruf?
- Berichtsheft und Abschlussprüfung: Was gilt für die Zulassung?
Ausbildungsrahmenplan
Was der Betrieb in der Ausbildung vermittelt, legt der Ausbildungsrahmenplan fest, eine Anlage der Ausbildungsordnung. Hier steht er im Wortlaut der Verordnung über die Berufsausbildung zum Manufakturporzellanmaler/zur Manufakturporzellanmalerin (MPorzMAusbV), abgerufen von gesetze-im-internet.de am 25.10.2026. Verweise auf Paragrafen der Verordnung sind in den Überschriften weggelassen. Die Zeitangaben sind Richtwerte; maßgeblich ist die amtliche Fassung.
Positionen des Rahmenplans11 Positionen
1 Berufsbildungwährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln
- a)Bedeutung des Ausbildungsvertrages, insbesondere Abschluß, Dauer und Beendigung, erklären
- b)gegenseitige Rechte und Pflichten aus dem Ausbildungsvertrag nennen
- c)Möglichkeiten der beruflichen Fortbildung nennen
2 Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebeswährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln
- a)Aufbau und Aufgaben des ausbildenden Betriebes erläutern
- b)Grundfunktionen des ausbildenden Betriebes wie Beschaffung, Fertigung, Absatz und Verwaltung erläutern
- c)Beziehungen des ausbildenden Betriebes und seiner Belegschaft zu Wirtschaftsorganisationen, Berufsvertretungen und Gewerkschaften nennen
- d)Grundlagen, Aufgaben und Arbeitsweise der betriebsverfassungsrechtlichen Organe des ausbildenden Betriebes beschreiben
3 Arbeits- und Tarifrecht, Arbeitsschutzwährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln
- a)wesentliche Teile des Arbeitsvertrages nennen
- b)wesentliche Bestimmungen der für den ausbildenden Betrieb geltenden Tarifverträge nennen
- c)Aufgaben des betrieblichen Arbeitsschutzes sowie der zuständigen Berufsgenossenschaft und der Gewerbeaufsicht erläutern
- d)wesentliche Bestimmungen der für den ausbildenden Betrieb geltenden Arbeitsschutzgesetze nennen
4 Arbeitssicherheit, Umweltschutz und rationelle Energieverwendungwährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln
- a)berufsbezogene Arbeitsschutzvorschriften bei den Arbeitsabläufen anwenden
- b)Verhaltensweisen bei Unfällen beschreiben und Maßnahmen der Ersten Hilfe einleiten
- c)wesentliche Vorschriften der Feuerverhütung nennen und Brandschutzeinrichtungen sowie Brandbekämpfungsgeräte bedienen
- d)Gefahren, die von Stäuben, Giften, Dämpfen, Gasen, Säuren sowie leicht entzündbaren Stoffen ausgehen, beachten
- e)zur Vermeidung betriebsbedingter Umweltbelastungen im beruflichen Einwirkungsbereich beitragen sowie Möglichkeiten der rationellen und umweltschonenden Materialverwendung, insbesondere durch Wiederverwendung und Entsorgung von Werk- und Hilfsstoffen, nutzen
- f)die im Ausbildungsbetrieb verwendeten Energiearten nennen und Möglichkeiten rationeller Energieverwendung im beruflichen Einwirkungs- und Beobachtungsbereich erläutern
5 Planen und Vorbereiten von Arbeitsabläufen sowie Kontrollieren und Bewerten der Arbeitsergebnissewährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln
- a)Arbeitsabläufe nach sicherheitstechnischen, organisatorischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten planen und abstimmen
- b)Skizzen anfertigen sowie Fachzeichnungen lesen und anwenden
- c)Einsatz von Werkzeugen, Arbeitsgeräten und Arbeitsmitteln nach sicherheitstechnischen, organisatorischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten vorbereiten
- d)Werkzeuge und Arbeitsmittel pflegen und einsatzfähig halten
- e)Fehler der Weißware erkennen, fehlerhafte Weißware vor der Bemalung aussortieren sowie dekorierte Ware auf richtige Dekorausführung und Sauberkeit vor und nach dem Dekorbrand kontrollieren
6 Zeichnen und Malen nach der Natur sowie nach Natur- und Dekorvorlagen31 Wochen im 1. Ausbildungsjahr, 7 Wochen im 2. Ausbildungsjahr
- a)Gestaltungsprinzipien der Porzellanmalerei anwenden
- b)die verschiedenen Pinselarten nennen sowie deren Aufbau und Verwendung erläutern
- c)Bleistift-, Pinsel- und Federtechniken anwenden
- d)linear, flächig und räumlich darstellen
- e)Komposition und Perspektive anwenden
- f)Schattieren
- g)Tonwerte setzen, Farbwerte abstimmen und Stofflichtigkeit herausarbeiten
- h)Anfertigen von Farbflächen
- i)Schablonen herstellen
- k)verschiedene Abdeck- und Aussprengtechniken anwenden
7 Graphisches Zeichnen3 Wochen im 1. Ausbildungsjahr
- a)verschiedene Schriftarten ausführen
- b)verschiedene Monogramme ausführen
8 Farben und Edelmetalle3 Wochen im 1. Ausbildungsjahr, 4 Wochen im 2. Ausbildungsjahr
- a)Farben und Edelmetallpräparate unter Verwendung von Hilfsstoffen und Malmitteln für verschiedene Dekorationstechniken aufbereiten
- b)Metalloxidfarben und Edelmetallpräparate unter Berücksichtigung verschiedener Brennvorgänge anwenden
- c)aufgeschmolzene Edelmetalle nacharbeiten
9 Kopieren von Vorlagen und Dekoren10 Wochen im 1. Ausbildungsjahr, 7 Wochen im 2. Ausbildungsjahr, 10 Wochen im 3. Ausbildungsjahr, 4 Wochen im 4. Ausbildungsjahr
- a)Kopien von Vorlagen und Dekoren auf Papier anfertigen
- b)Kopien von Vorlagen und Dekoren auf Porzellan anfertigen
10 Linieren, Rändern, Bändern, Lasieren und Staffieren5 Wochen im 1. Ausbildungsjahr, 17 Wochen im 2. Ausbildungsjahr, 14 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
- a)Linien-, Ränder- und Bänderdekore auf Werkstücken ausführen
- b)Lasurdekore auftragen
- c)Werkstücke staffieren
11 Malen von Dekoren12 Wochen im 2. Ausbildungsjahr, 28 Wochen im 3. Ausbildungsjahr, 22 Wochen im 4. Ausbildungsjahr
- a)reichhaltige Blumendekore malen
- b)reichhaltige Ornamente malen
- c)weitere reichhaltige Dekore malen
- d)Dekore selbständig gestalten
- e)verschiedene Scharffeuerdekorationen ausführen
Häufige Fragen
Was schreibe ich als Manufakturporzellanmaler ins Berichtsheft?
Die Arbeiten der Woche an Porzellan, etwa Zeichnen, Farben anreiben, Dekore übertragen, Linieren, Vergolden und Malen, mit Stunden je Tag, dazu die Themen der Berufsschule. Stichworte genügen, zum Beispiel „Goldrand mit dem Pinsel gezogen“. Kundennamen sind nicht nötig.
Gibt es beim Manufakturporzellanmaler Schwerpunkte?
Nein. Die Ausbildungsverordnung nennt keine Schwerpunkte oder Fachrichtungen, die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre. In der Abschlussprüfung wählen Sie für das Prüfungsstück einen Malbereich, zum Beispiel Blumen, Ornament, Staffage oder Landschaft.
Gehören Skizzen und Fotos ins Berichtsheft?
Das bestimmen Ihre Kammer und Ihr Betrieb, nicht das Gesetz. Fragen Sie Ihren Ausbilder, ob Skizzen, Fachberichte oder Fotos vorgeschrieben sind. Das Gesetz verlangt nur einen schriftlichen oder elektronischen Ausbildungsnachweis (§ 13 Satz 2 Nummer 7 BBiG).
Wird das Berichtsheft in der Abschlussprüfung gebraucht?
Ja, als Voraussetzung für die Zulassung. Zugelassen wird, wer den Ausbildungsnachweis vorgelegt hat (§ 43 Absatz 1 Nummer 2 BBiG). Nach der Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses wird er in der Prüfung nicht bewertet.
Quellen
- Verordnung über die Berufsausbildung zum Manufakturporzellanmaler und zur Manufakturporzellanmalerin (MPorzMAusbV), abgerufen am 21.10.2026
- Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses zum Ausbildungsnachweis, abgerufen am 21.10.2026
Das Berichtsheft digital führen
heftwerk ist ein Berichtsheft-Tool für den digitalen Ausbildungsnachweis. Auszubildende tragen ihre Woche am Telefon oder am Rechner ein, der Ausbilder gibt sie frei, und der Nachweis steht als PDF bereit. Für Auszubildende ist heftwerk kostenlos, den Zugang richtet der Ausbildungsbetrieb ein. heftwerk im Überblick
Ausbildungsnachweis nach BBiG, Freigabe durch den Ausbilder, Export als PDF. Ab 41,25 € im Monat* für bis zu fünf Auszubildende, netto zuzüglich Umsatzsteuer. Preis und häufige Fragen
*Mit dem Code IHK2026: bis einschließlich 31.12.2026 kostenfrei (bei Abschluss ab 2027: 30 Tage), danach zum halben Preis, bei jährlicher Zahlung 41,25 € im Monat (495 € im Jahr), netto. Preis fest bis Ende 2030, danach bis 2045 nur Inflationsausgleich nach dem Verbraucherpreisindex. Abschluss bis 31.03.2027. *Aktionsbedingungen
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