Berichtsheft als Figurenkeramformer: Beispiele und Tipps
Ins Berichtsheft als Figurenkeramformer gehören die Tätigkeiten, die Sie in Ihrer Woche tatsächlich ausgeführt haben, und die Themen der Berufsschule. Typische Bereiche sind das Aufbereiten von Gießmasse, das Gießen und Entformen von Figurenteilen, das Retuschieren und Zusammensetzen, Belegarbeiten, das Vorbereiten der Rohlinge für Trocknung und Brand sowie das Gießen und Drehen von Geschirr. Auf dieser Seite finden Sie Beispielwochen, Formulierungshilfen und Hinweise zu Lehrgängen und Abschlussprüfung.
Stand: 21.10.2026
Was als Figurenkeramformer ins Berichtsheft gehört
Grundlage ist die Verordnung über die Berufsausbildung zum Figurenkeramformer/zur Figurenkeramformerin (FKeramAusbV) aus dem Jahr 1995. Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Schwerpunkte oder Fachrichtungen gibt es nicht, alle Auszubildenden durchlaufen dieselben Inhalte.
Der Ausbildungsrahmenplan ordnet die Inhalte nach Berufsbildpositionen. Ihre Einträge lassen sich diesen Bereichen zuordnen:
- Planen und Vorbereiten von Arbeitsabläufen sowie Kontrollieren und Bewerten der Arbeitsergebnisse
- Entformen, Lagern und Transportieren von Figuren und Figurenteilen
- Produktionsablauf in der Feinkeramik
- Formen von Figurenteilen
- Gießen von Figurenteilen
- Retuschieren von Figurenteilen
- Zusammensetzen von Figurenteilen einschließlich Retuschieren
- Belegarbeiten
- Vorbereiten der Rohlinge für Trocknung und Brand
- Gießen, Drehen und Fertigmachen von Geschirr
Beispielwoche im ersten Ausbildungsjahr
Die Einträge sind Beispiele; Ihre Woche sieht anders aus. Die Stunden richten sich nach Ihrem Ausbildungsvertrag.
| Tag | Tätigkeiten | Stunden |
|---|---|---|
| Montag | Arbeitsplatz und Gipsformen für das Gießen vorbereitet, Gießschlicker auf Dichte geprüft, erste Figurenteile unter Anleitung gegossen | 8 |
| Dienstag | Gegossene Teile nach der Standzeit entformt, auf Brettern abgelegt und auf Risse und Blasen kontrolliert | 8 |
| Mittwoch | Berufsschule: Arbeitssicherheit und Umweltschutz, Roh-, Werk- und Hilfsstoffe der Keramik | 8 |
| Donnerstag | Gussnähte an lederharten Teilen mit Messer und Schwamm retuschiert, Ausschuss notiert und mit dem Ausbilder besprochen | 8 |
| Freitag | Gipsformen gereinigt und getrocknet, Teile ins Zwischenlager gebracht, Wochenablauf mit dem Ausbilder ausgewertet | 8 |
Beispielwoche im dritten Ausbildungsjahr
| Tag | Tätigkeiten | Stunden |
|---|---|---|
| Montag | Mehrteilige Figur geplant, Teile und Reihenfolge des Zusammensetzens festgelegt, Skizze für die Belegarbeiten angefertigt | 8 |
| Dienstag | Arme und Kopf mit Schlicker angarniert, Übergänge retuschiert, Blüten und Rüschen als Belegarbeit aufgelegt | 8 |
| Mittwoch | Berufsschule: Technische Mathematik zu Schwindung und Massenberechnung, Fachzeichnen | 8 |
| Donnerstag | Prüfungsstück für Trocknung und Brand vorbereitet, Wanddicken kontrolliert, Rohlinge auf Brennplatten gesetzt | 8 |
| Freitag | Brandergebnis begutachtet, Fehler wie Verzug und Haarrisse mit dem Ausbilder analysiert, Teller auf der Drehscheibe gedreht und fertiggemacht | 8 |
Berufsschule im Berichtsheft des Figurenkeramformers
Tragen Sie die Unterrichtsthemen als Stichworte ein, zum Beispiel Aufbereitung keramischer Massen, Formgebungsverfahren, Werkstoffkunde oder Wirtschafts- und Sozialkunde. Der Rahmenlehrplan der Kultusministerkonferenz gliedert den Unterricht in Lernfelder; welche davon wann dran sind, legt Ihre Berufsschule fest.
Nach der Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses gehören die Themen des Berufsschulunterrichts in den Ausbildungsnachweis.
Formulierungen für den Beruf Figurenkeramformer
| Statt | Besser |
|---|---|
| Figuren gegossen | Schlicker auf Dichte geprüft, 12 Rumpfteile in Gipsformen gegossen und nach der Standzeit entformt |
| Teile geputzt | Gussnähte an Armen und Köpfen im lederharten Zustand retuschiert, Oberfläche mit Schwamm geglättet |
| Figur zusammengebaut | Einzelteile mit Schlicker angarniert, Ansätze verputzt und die Passgenauigkeit geprüft |
| Verzierungen gemacht | Blüten und Blätter als Belegarbeit aus Formen gedrückt und mit Schlicker aufgesetzt |
| Brand vorbereitet | Rohlinge auf Wanddicke und Restfeuchte kontrolliert und für den Brand auf Brennplatten gesetzt |
Fachberichte, Lehrgänge und zuständige Stelle
Ausgebildet wird vor allem in keramischen Manufakturen und Betrieben der Feinkeramik, zuständige Stelle ist in der Regel die Industrie- und Handelskammer. Ob Fachberichte, Skizzen oder Fotos verlangt werden, geben Kammer und Betrieb vor. Fragen Sie Ihren Ausbilder.
Lehrgänge außerhalb der Ausbildungsstätte tragen Sie mit Thema, Ort und Stunden ein. Der Betrieb stellt Sie dafür frei (§ 15 Absatz 1 Satz 2 Nummer 4 BBiG). Kundennamen und Auftragsnummern brauchen Sie im Nachweis nicht.
Abschlussprüfung und Zulassung
In der Mitte der Ausbildung steht eine Zwischenprüfung mit praktischen Arbeitsproben und einem schriftlichen Teil. Die Abschlussprüfung besteht aus einer Fertigkeitsprüfung und einer schriftlichen Kenntnisprüfung. In der Fertigkeitsprüfung fertigen Sie ein Prüfungsstück, etwa eine mehrteilige Figur mit Belegarbeiten, einschließlich der Vorbereitung für Trocknung und Brand. Die Kenntnisprüfung umfasst die Fächer Technologie, Technische Mathematik, Fachzeichnen sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.
Zur Abschlussprüfung wird zugelassen, wer den Ausbildungsnachweis vorgelegt hat (§ 43 Absatz 1 Nummer 2 BBiG). Nach der Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses wird der Nachweis in der Prüfung nicht bewertet.
- Berichtsheft schreiben: Anleitung
- Berichtsheft Vorlage
- Berichtsheft Beispiele nach Beruf
- Zwischenprüfung oder Abschlussprüfung Teil 1: Was gilt in meinem Beruf?
- Berichtsheft und Abschlussprüfung: Was gilt für die Zulassung?
Ausbildungsrahmenplan
Was der Betrieb in der Ausbildung vermittelt, legt der Ausbildungsrahmenplan fest, eine Anlage der Ausbildungsordnung. Hier steht er im Wortlaut der Verordnung über die Berufsausbildung zum Figurenkeramformer/zur Figurenkeramformerin (FKeramAusbV), abgerufen von gesetze-im-internet.de am 25.10.2026. Verweise auf Paragrafen der Verordnung sind in den Überschriften weggelassen. Die Zeitangaben sind Richtwerte; maßgeblich ist die amtliche Fassung.
Positionen des Rahmenplans14 Positionen
1 Berufsbildungwährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln
- a)Bedeutung des Ausbildungsvertrages, insbesondere Abschluß, Dauer und Beendigung, erklären
- b)gegenseitige Rechte und Pflichten aus dem Ausbildungsvertrag nennen
- c)Möglichkeiten der beruflichen Fortbildung nennen
2 Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebeswährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln
- a)Aufbau und Aufgaben des ausbildenden Betriebes erläutern
- b)Grundfunktionen des ausbildenden Betriebes wie Beschaffung, Fertigung, Absatz und Verwaltung erläutern
- c)Beziehungen des ausbildenden Betriebes und seiner Belegschaft zu Wirtschaftsorganisationen, Berufsvertretungen und Gewerkschaften nennen
- d)Grundlagen, Aufgaben und Arbeitsweise der betriebsverfassungsrechtlichen Organe des ausbildenden Betriebes beschreiben
3 Arbeits- und Tarifrecht, Arbeitsschutzwährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln
- a)Wesentliche Teile des Arbeitsvertrages nennen
- b)wesentliche Bestimmungen der für den ausbildenden Betrieb geltenden Tarifverträge nennen
- c)Aufgaben des betrieblichen Arbeitsschutzes sowie der zuständigen Berufsgenossenschaft und der Gewerbeaufsicht erläutern
- d)wesentliche Bestimmungen der für den ausbildenden Betrieb geltenden Arbeitsschutzgesetze nennen
4 Arbeitssicherheit, Umweltschutz und rationelle Energieverwendungwährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln
- a)berufsbezogene Arbeitsschutzvorschriften bei den Arbeitsabläufen anwenden
- b)Verhaltensweisen bei Unfällen beschreiben und Maßnahmen der Ersten Hilfe einleiten
- c)wesentliche Vorschriften der Feuerverhütung nennen und Brandschutzeinrichtungen sowie Brandbekämpfungsgeräte bedienen
- d)Gefahren, die von Stäuben, Giften, Dämpfen, Gasen, Säuren sowie leichtentzündbaren Stoffen ausgehen, beachten
- e)zur Vermeidung betriebsbedingter Umweltbelastungen im beruflichen Einwirkungsbereich beitragen sowie Möglichkeiten der rationellen und umweltschonenden Materialverwendung, insbesondere durch Wiederverwendung und Entsorgung von Werk- und Hilfsstoffen, nutzen
- f)Gefahren, die bei der Anwendung des elektrischen Stroms entstehen, beschreiben
- g)die im Ausbildungsbetrieb verwendeten Energiearten nennen und Möglichkeiten rationeller Energieverwendung im beruflichen Einwirkungs- und Beobachtungsbereich erläutern
5 Planen und Vorbereiten von Arbeitsabläufen sowie Kontrollieren und Bewerten der Arbeitsergebnissewährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln
- a)Arbeitsabläufe nach sicherheitstechnischen, organisatorischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten planen und abstimmen
- b)Skizzen anfertigen sowie Fachzeichnungen lesen und anwenden
- c)Einsatz von Werkzeugen, Arbeitsgeräten und Arbeitsmitteln nach sicherheitstechnischen, organisatorischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten vorbereiten
- d)Werkzeuge und Arbeitsmittel pflegen und einsatzfähig halten
- e)Arbeitsergebnisse unter Beachtung der Qualitätssicherung kontrollieren und bewerten
6 Entformen, Lagern und Transportieren von Figuren und Figurenteilenwährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln
- a)Formlinge aus der Form entnehmen
- b)Formlinge auf Fehler überprüfen und gegebenenfalls nachbessern
- c)Formlinge zur weiteren Verarbeitung transportieren und lagern
7 Produktionsablauf in der Feinkeramik13 Wochen im 1. Ausbildungsjahr, 13 Wochen im 2. Ausbildungsjahr
bei
- a)betriebsbedingten Vorstudien
- b)der Modellentwicklung
- c)der Masseherstellung
- d)der Formenherstellung und -pflege
- e)dem Glasierverfahren
- f)dem Dekorationsverfahren
- g)dem Brennprozeß
- h)der Qualitätskontrolle und der Nachbearbeitung
mitwirken
8 Formen von Figurenteilen6 Wochen im 1. Ausbildungsjahr
- a)Formen kontrollieren und Arbeitsmassen bereitstellen
- b)plastische Arbeitsmassen portionieren
- c)hohle Figurenteile einformen
- d)volle Figurenteile einformen
9 Gießen von Figurenteilen8 Wochen im 1. Ausbildungsjahr
- a)Formen kontrollieren und Arbeitsmassen bereitstellen
- b)Hohlgußverfahren unter Beachtung der Scherbenbildung anwenden
- c)Vollgußverfahren anwenden
10 Retuschieren von Figurenteilen12 Wochen im 1. Ausbildungsjahr, 6 Wochen im 2. Ausbildungsjahr, 10 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
- a)Formennähte durch Überarbeiten entfernen
- b)Figurenteile nachmodellieren
11 Zusammensetzen von Figurenteilen einschließlich Retuschieren13 Wochen im 1. Ausbildungsjahr, 21 Wochen im 2. Ausbildungsjahr, 22 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
- a)Ansatzflächen auf Paßfähigkeit prüfen und gegebenenfalls nacharbeiten
- b)Ansatzflächen aufrauhen und gegebenenfalls ausschneiden
- c)Garnierschlicker auf Ansatzflächen auftragen
- d)Einzelteile ansetzen
- e)Ansatzstellen verarbeiten
- f)mehrteilige Figuren zusammensetzen und retuschieren
- g)Modellierungen ergänzen
12 Belegarbeiten6 Wochen im 2. Ausbildungsjahr, 10 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
- a)Belegteile freihandformen oder einformen
- b)Belegteile angarnieren
13 Vorbereiten der Rohlinge für Trocknung und Brand6 Wochen im 2. Ausbildungsjahr, 4 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
- a)paßgenaue Stützen anfertigen
- b)paßgenaue Stützen an der vorgesehenen Position der Figur anbringen
- c)Trocknungsfehler feststellen und gegebenenfalls beheben
- d)weitere Brennhilfsmittel auswählen und einsetzen
14 Gießen, Drehen und Fertigmachen von Geschirr6 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
- a)Hohlgeschirr eindrehen
- b)Flachgeschirr überdrehen
- c)Hohl- und Flachgeschirr gießen
- d)Formlinge verputzen und verschwammen
Häufige Fragen
Wie oft muss ich als Figurenkeramformer das Berichtsheft führen?
Die Auszubildenden führen den Nachweis nach § 13 Satz 2 Nummer 7 BBiG. Wie oft Sie ihn abgeben, regeln Betrieb und Kammer, üblich ist eine Seite pro Woche. Klären Sie das zu Beginn mit Ihrem Ausbilder.
Wer sieht mein Berichtsheft durch?
Ihr Ausbilder sieht den Nachweis durch (§ 14 Absatz 2 BBiG). Er zeichnet die Einträge regelmäßig ab. Tragen Sie deshalb möglichst zeitnah ein, solange Sie sich an Gießzeiten, Brände und Fehlerbilder genau erinnern.
Wie genau muss ich Gießen und Retuschieren beschreiben?
Nennen Sie, was Sie gemacht haben, an welchen Teilen und mit welchem Ergebnis, zum Beispiel Anzahl der Teile, Zustand der Oberfläche oder festgestellte Fehler. Betriebsgeheimnisse wie Rezepturen der Masse brauchen Sie nicht aufzuschreiben.
Was tue ich, wenn eine Woche hauptsächlich aus Hilfsarbeiten bestand?
Tragen Sie auch Aufräumen, Formenpflege und Transport ein, denn sie gehören zum Produktionsablauf. Fehlen über längere Zeit Inhalte des Ausbildungsrahmenplans, sprechen Sie mit Ihrem Ausbilder, damit Sie die Bereiche nachholen können.
Quellen
- Verordnung über die Berufsausbildung zum Figurenkeramformer/zur Figurenkeramformerin (FKeramAusbV), abgerufen am 21.10.2026
- Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses zum Ausbildungsnachweis, abgerufen am 21.10.2026
Das Berichtsheft digital führen
heftwerk ist ein Berichtsheft-Tool für den digitalen Ausbildungsnachweis. Auszubildende tragen ihre Woche am Telefon oder am Rechner ein, der Ausbilder gibt sie frei, und der Nachweis steht als PDF bereit. Für Auszubildende ist heftwerk kostenlos, den Zugang richtet der Ausbildungsbetrieb ein. heftwerk im Überblick
Ausbildungsnachweis nach BBiG, Freigabe durch den Ausbilder, Export als PDF. Ab 41,25 € im Monat* für bis zu fünf Auszubildende, netto zuzüglich Umsatzsteuer. Preis und häufige Fragen
*Mit dem Code IHK2026: bis einschließlich 31.12.2026 kostenfrei (bei Abschluss ab 2027: 30 Tage), danach zum halben Preis, bei jährlicher Zahlung 41,25 € im Monat (495 € im Jahr), netto. Preis fest bis Ende 2030, danach bis 2045 nur Inflationsausgleich nach dem Verbraucherpreisindex. Abschluss bis 31.03.2027. *Aktionsbedingungen
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