Berichtsheft als Handzuginstrumentenmacher: Beispiele und Tipps
Ins Berichtsheft als Handzuginstrumentenmacher gehört, was Sie in der Werkstatt und in der Berufsschule getan haben: Metall- und Holzarbeiten, Bälge und Bassmechanik, Klaviatur und Stimmplatten, Stimmen, Endmontage und Reparaturen an Akkordeons und verwandten Instrumenten. Wichtig ist, dass jeder Eintrag zeigt, was Sie gemacht haben, an welchem Bauteil und mit welchem Werkzeug oder Verfahren. Die Beispiele auf dieser Seite helfen Ihnen, Ihre Wochen in Worte zu fassen.
Stand: 21.10.2026
Was als Handzuginstrumentenmacher ins Berichtsheft gehört
Grundlage ist die Verordnung über die Berufsausbildung zum Handzuginstrumentenmacher/zur Handzuginstrumentenmacherin (HzInstrmMAusbV). Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Schwerpunkte oder Fachrichtungen gibt es nicht, alle Auszubildenden lernen denselben Beruf.
Der Ausbildungsrahmenplan ordnet die Inhalte nach Berufsbildpositionen. Ihre Einträge lassen sich diesen Bereichen zuordnen:
- Planen und Vorbereiten des Arbeitsablaufs, Lesen und Erstellen technischer Unterlagen
- Bestimmen und Zuordnen von Instrumenten, Anwenden von Leimen und Klebern
- Prüfen, Messen und Kennzeichnen, Anfertigen und Instandhalten von Werkzeugen
- Manuelles und maschinelles Bearbeiten von Metallen, Trennen und Fügen
- Auswählen, Lagern, Be- und Verarbeiten von Hölzern und Holzwerkstoffen
- Behandeln von Oberflächen und Verarbeiten von Zelluloid
- Be- und Verarbeiten von Leder, Pappe, Stoff und Kunstleder zu Bälgen
- Montieren von Bassmechanik und Schaltgruppen, Einbauen der Klaviatur und der Stimmplatten
- Stimmen von Instrumenten, Endmontage und Endkontrolle
- Reparieren von Handzuginstrumenten
Beispielwoche im ersten Ausbildungsjahr
Die Einträge sind Beispiele; Ihre Woche sieht anders aus. Die Stunden richten sich nach Ihrem Ausbildungsvertrag.
| Tag | Tätigkeiten | Stunden |
|---|---|---|
| Montag | Werkzeugkasten eingeräumt, Messschieber und Anreißnadel kennengelernt; Flachstahl nach Zeichnung angerissen und mit der Feile auf Maß gebracht | 8 |
| Dienstag | Stahlstück gesägt, entgratet und Gewinde geschnitten; Maße mit dem Messschieber geprüft und notiert | 8 |
| Mittwoch | Berufsschule: Arbeitssicherheit, technisches Zeichnen, Grundlagen der Werkstoffkunde | 8 |
| Donnerstag | Buchenleiste gehobelt und auf Maß gesägt, Zapfenverbindung gestemmt und probeweise gefügt; Holzfeuchte besprochen | 8 |
| Freitag | Holzteile mit Leim verbunden und gespannt, Werkbank aufgeräumt; Schleifbock gewartet und Stechbeitel geschärft | 8 |
Beispielwoche im dritten Ausbildungsjahr
| Tag | Tätigkeiten | Stunden |
|---|---|---|
| Montag | Reparaturannahme eines Akkordeons: Modell bestimmt, Mängel am Instrument aufgenommen und Reparaturumfang mit dem Meister festgelegt | 8 |
| Dienstag | Instrument zerlegt, Balg auf Dichtheit geprüft und eine undichte Falte neu verklebt; Bassmechanik gereinigt und Gestänge nachjustiert | 8 |
| Mittwoch | Berufsschule: Klangerzeugung und Akustik, technische Mathematik, Wirtschafts- und Sozialkunde | 8 |
| Donnerstag | Stimmplatten ausgebaut, Ventile erneuert, Töne durch Feilen und Schaben nachgestimmt; Tremolostimmung mit dem Stimmgerät kontrolliert | 8 |
| Freitag | Klaviatur eingebaut und gerichtet, Instrument zusammengesetzt; Endkontrolle mit Funktions- und Klangprobe, Reparaturbericht geschrieben | 8 |
Berufsschule im Berichtsheft des Handzuginstrumentenmachers
Tragen Sie die Unterrichtsthemen als Stichworte ein, zum Beispiel Zeichnen von Bauteilen, Berechnen von Zuschnitten, Werkstoffe oder Grundlagen der Akustik. Der Rahmenlehrplan der Kultusministerkonferenz gliedert den Unterricht in Lernfelder; welche davon wann dran sind, legt Ihre Berufsschule fest.
Nach der Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses gehören die Themen des Berufsschulunterrichts in den Ausbildungsnachweis.
Formulierungen für den Beruf Handzuginstrumentenmacher
| Statt | Besser |
|---|---|
| Am Akkordeon gearbeitet | Balg eines Akkordeons auf Dichtheit geprüft und zwei undichte Falten neu verklebt |
| Stimmplatten gemacht | Stimmplatten ventiliert, in den Stimmstock eingebaut und im Diskant vorgestimmt |
| Metall bearbeitet | Flachstahl gesägt, gefeilt und auf 0,1 mm Toleranz geprüft |
| Beim Stimmen geholfen | Töne der Tremolostimmung durch Schaben der Zungen nachgestimmt und mit dem Stimmgerät kontrolliert |
| Reparatur erledigt | Mängel am Instrument aufgenommen, Bassmechanik zerlegt, gereinigt und neu justiert |
Fachberichte, Lehrgänge und zuständige Stelle
Handzuginstrumentenmacher werden in Handwerksbetrieben ausgebildet, zuständig ist die Handwerkskammer. Ob Fachberichte, Skizzen oder Fotos verlangt werden, geben Kammer und Betrieb vor. Fragen Sie Ihren Ausbilder.
Lehrgänge außerhalb der Ausbildungsstätte tragen Sie mit Thema, Ort und Stunden ein. Der Betrieb stellt Sie dafür frei (§ 15 Absatz 1 Satz 2 Nummer 4 BBiG). Kundennamen und Auftragsnummern brauchen Sie im Nachweis nicht.
- ÜBA und Lehrgänge im Berichtsheft: so tragen Sie Unterweisungen ein
- Digitales Berichtsheft im Handwerksbetrieb
Gesellenprüfung und Zulassung
Die Gesellenprüfung besteht aus einem praktischen und einem schriftlichen Teil. Praktisch fertigen Sie zwei Arbeitsproben und ein Prüfungsstück an Bauteilen eines Handzuginstruments, etwa Einbau und Richten der Klaviatur, Montage der Bassmechanik, Balg mit Dichtheitsprüfung oder Stimmen des Instruments. Schriftlich werden Technologie, Technische Mathematik, Technisches Zeichnen sowie Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft. Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres liegt zudem eine Zwischenprüfung.
Zur Gesellenprüfung wird zugelassen, wer den Ausbildungsnachweis vorgelegt hat (§ 36 Absatz 1 Nummer 2 HwO). Nach der Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses wird der Nachweis in der Prüfung nicht bewertet.
- Berichtsheft schreiben: Anleitung
- Berichtsheft Vorlage
- Berichtsheft Beispiele nach Beruf
- Zwischenprüfung oder Abschlussprüfung Teil 1: Was gilt in meinem Beruf?
- Berichtsheft und Abschlussprüfung: Was gilt für die Zulassung?
Ausbildungsrahmenplan
Was der Betrieb in der Ausbildung vermittelt, legt der Ausbildungsrahmenplan fest, eine Anlage der Ausbildungsordnung. Hier steht er im Wortlaut der Verordnung über die Berufsausbildung zum Handzuginstrumentenmacher/zur Handzuginstrumentenmacherin (HZInstrmMAusbV), abgerufen von gesetze-im-internet.de am 25.10.2026. Verweise auf Paragrafen der Verordnung sind in den Überschriften weggelassen. Die Zeitangaben sind Richtwerte; maßgeblich ist die amtliche Fassung.
Positionen des Rahmenplans28 Positionen
1 Berufsbildungwährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln
- a)Bedeutung des Ausbildungsvertrages, insbesondere Abschluß, Dauer und Beendigung, erklären
- b)gegenseitige Rechte und Pflichten aus dem Ausbildungsvertrag nennen
- c)Inhalte der Ausbildungsordnung und den betrieblichen Ausbildungsplan erläutern
- d)Möglichkeiten der beruflichen Fortbildung nennen
2 Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebeswährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln
- a)Aufbau und Aufgaben des ausbildenden Betriebes erläutern
- b)Grundfunktionen des ausbildenden Betriebes, wie Beschaffung, Fertigung, Absatz und Verwaltung, erklären
- c)Beziehungen des ausbildenden Betriebes und seiner Belegschaft zu Wirtschaftsorganisationen, Berufsvertretungen und Gewerkschaften nennen
- d)Grundlagen, Aufgaben und Arbeitsweise der betriebsverfassungsrechtlichen bzw. personalvertretungsrechtlichen Organe des ausbildenden Betriebes beschreiben
3 Arbeits- und Tarifrecht, Arbeitsschutzwährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln
- a)wesentliche Teile des Arbeitsvertrages nennen
- b)wesentliche Bestimmungen der für den ausbildenden Betrieb geltenden Tarifverträge nennen
- c)Aufgaben des betrieblichen Arbeitsschutzes sowie der zuständigen Berufsgenossenschaft und der Gewerbeaufsicht erläutern
- d)wesentliche Bestimmungen der für den ausbildenden Betrieb geltenden Arbeitsschutzgesetze nennen
4 Arbeitssicherheit, Umweltschutz und rationelle Energieverwendungwährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln
- a)berufsbezogene Vorschriften der Träger der gesetzlichen Unfallversicherung, insbesondere Unfallverhütungsvorschriften, Richtlinien und Merkblätter, beachten und anwenden
- b)Gefahren am Arbeitsplatz, insbesondere durch fehlerhaften Umgang mit Betriebs- und Hilfsmitteln, erkennen und berufsbezogene Arbeitssicherheitsvorschriften bei den Arbeitsabläufen anwenden
- c)Verhaltensweisen bei Unfällen und Bränden, insbesondere in elektrischen Anlagen, beschreiben sowie Maßnahmen der Schadensminderung und der Ersten Hilfe einleiten oder veranlassen
- d)Gefahren beim Lagern, Verwenden und Beseitigen gefährlicher Arbeitsstoffe, insbesondere Reinigungs-, Lösungs- und Schmiermittel, beachten
- e)Bestimmungen über gefährliche Arbeitsstoffe und Umweltschutz einhalten
- f)für den ausbildenden Betrieb geltende wesentliche Vorschriften über den Immissions- und Gewässerschutz sowie über die Reinhaltung der Luft nennen
- g)zur Vermeidung betriebsbedingter Umweltbelastungen im beruflichen Einwirkungsbereich beitragen sowie Möglichkeiten der rationellen und umweltschonenden Materialverwendung, insbesondere durch Wiederverwendung und Entsorgung von Werk- und Hilfsstoffen, nutzen
- h)im Ausbildungsbetrieb verwendete Energiearten nennen und Möglichkeiten rationeller Energieverwendung im beruflichen Einwirkungs- und Beobachtungsbereich anführen
5 Planen und Vorbereiten des Arbeitsablaufs sowie Kontrollieren und Bewerten des Arbeitsergebnisses; Qualitätssicherung4 Wochen im 1. Ausbildungsjahr
- a)Arbeitsschritte unter Beachtung mündlicher und schriftlicher Vorgaben abstimmen und festlegen sowie Arbeitsablauf sicherstellen
- b)Materialbedarf abschätzen und bereitstellen
- c)Informationen für Fertigung und Instandhaltung beschaffen
- d)Arbeitsplatz an Werkbank oder Werkzeugmaschine einrichten
- e)durch ständiges Kontrollieren und Bewerten des Arbeitsergebnisses insbesondere Qualität sichern
6 Lesen, Anwenden und Erstellen von technischen Unterlagen4 Wochen im 1. Ausbildungsjahr, 4 Wochen im 2. Ausbildungsjahr, 2 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
- a)Skizzen und Stücklisten anfertigen, lesen und anwenden
- b)Grundbegriffe der Normung anwenden
- c)Tabellen, Diagramme, Handbücher und Bedienungshinweise lesen und anwenden
- d)Zeichnungen lesen und anwenden
- e)spezielle Merkmale von Instrumenten zeichnerisch darstellen
7 Bestimmen und Zuordnen von Instrumenten2 Wochen im 1. Ausbildungsjahr, 2 Wochen im 2. Ausbildungsjahr
- a)Instrumente mit durchschlagenden Zungen, insbesondere nach musikalischer Funktion und Bauweise, auswählen
- b)Instrumente mit durchschlagenden Zungen im Hinblick auf Konstruktionsmerkmale der Mechanik und Klangerzeugung bestimmen
8 Anwenden von Leimen und Klebern3 Wochen im 1. Ausbildungsjahr, 4 Wochen im 2. Ausbildungsjahr
- a)Leime und Kleber nach ihren Eigenschaften und ihrem Verwendungszweck auswählen
- b)Einzelteile zum Leimen vorbereiten und verleimen
- c)Kanten und Korpusse durch Leimen oder Kleben verbinden
9 Unterscheiden, Zuordnen und Handhaben von Werk- und Hilfsstoffen4 Wochen im 1. Ausbildungsjahr, 2 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
- a)Eisen- und Nichteisenmetalle unterscheiden und dem Verwendungszweck zuordnen
- b)Holz und Holzwerkstoffe unterscheiden und dem Verwendungszweck zuordnen
- c)Pappe, Leder, Papier und Stoff nach den Eigenschaften unterscheiden und dem Verwendungszweck zuordnen
- d)Hilfsstoffe nach den Eigenschaften unterscheiden und dem Verwendungszweck zuordnen
- e)Kunststoffe im Handzuginstrumentenbau nach den Eigenschaften und dem Verwendungszweck auswählen und produktbezogen verarbeiten
10 Prüfen, Messen und Kennzeichnen4 Wochen im 1. Ausbildungsjahr
- a)Längen unter Beachtung von systematischen und zufälligen Meßfehlermöglichkeiten messen
- b)mit Winkeln lehren und mit Winkelmessern messen
- c)Oberflächen durch Sichtprüfen beurteilen
- d)Bezugslinien, Bohrungsmitten und Umrisse an Werkstücken unter Berücksichtigung der Werkstoffeigenschaften und nachfolgender Bearbeitung anzeichnen
- e)Werkstücke kennzeichnen
- f)ebene und gewölbte Flächen auf Formgenauigkeit prüfen
11 Anfertigen und Instandhalten von Werkzeugen3 Wochen im 1. Ausbildungsjahr
- a)Spezialwerkzeuge, insbesondere durch Sägen, Feilen und Schleifen, herstellen und auf Maßgenauigkeit prüfen
- b)Schnittwerkzeuge schärfen
- c)Werkzeuge, insbesondere Reißnadel, Körner und Bohrer, am Schleifblock schärfen
12 Trennen3 Wochen im 1. Ausbildungsjahr, 2 Wochen im 2. Ausbildungsjahr
- a)Hand- und Handhebelschere, insbesondere unter Berücksichtigung des Werkstoffes, der Blechdicke und des Kraftbedarfs, auswählen
- b)Papier, Stoff, Pappe, Leder, Kunstleder und Filz manuell und maschinell schneiden
- c)Feinbleche mit Hand- und Handhebelscheren nach Anriß scheren
13 Ausrichten und Spannen von Werkzeugen und Werkstücken3 Wochen im 1. Ausbildungsjahr, 2 Wochen im 2. Ausbildungsjahr
- a)Spannzeuge unter Berücksichtigung der Größe, der Form, des Werkstoffs und der Bearbeitung von Werkstücken auswählen und befestigen
- b)Werkstücke mit Spannzeugen, insbesondere unter Beachtung der Werkstückstabilität und des Oberflächenschutzes, ausrichten und spannen
- c)Werkzeuge mittels Spannfutter oder Spannzange spannen und Meißelhalter ausrichten
14 manuelles und maschinelles Bearbeiten von Metallen7 Wochen im 1. Ausbildungsjahr, 5 Wochen im 2. Ausbildungsjahr, 2 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
- a)Werkzeuge unter Berücksichtigung der Verfahren und der Werkstücke auswählen
- b)Flächen und Formen an Werkstücken aus Nichteisen- und Eisenmetallen glatt, eben, winklig und parallel auf Maß feilen
- c)Bleche, Rohre und Profile aus Nichteisen-, Eisenmetallen und Kunststoffen nach Anriß mit Handbügelsäge trennen
- d)Innen- und Außengewinde an Nichteisen- und Eisenmetallen unter Anwendung der Kühlschmierstoffe mit Gewindebohrern und Schneideisen herstellen
- e)Eisen- und Nichteisenmetalle von Hand nach Schablone biegen
- f)Betriebsbereitschaft der Werkzeugmaschine herstellen
- g)Bohrungen in Werkstücken aus Nichteisen- und Eisenmetallen auf Maßgenauigkeit reiben
- h)Werkzeuge unter Berücksichtigung der Verfahren, der Werkstoffe und der Schneidengeometrie auswählen
- i)Maschinenwerte an Werkzeugmaschinen für Bohr- und Drehoperationen mit Hilfe von Tabellen und Diagrammen bestimmen und einstellen
- k)Bohrungen in Werkstücken aus Nichteisen- und Eisenmetallen unter Beachtung der Kühlschmierstoffe an Bohrmaschinen durch Reiben herstellen
- l)Werkstücke aus Nichteisen- und Eisenmetallen mit unterschiedlichen Drehmeißeln durch Quer-Plan-Drehen und Längs-Runddrehen herstellen
- m)Eisen- und Nichteisenmetalle maschinell nach Zeichnung und Biegeformen biegen
- n)Federn wickeln
- o)Flächen an Werkstücken aus Nichteisen- und Eisenmetallen schaben
15 Fügen3 Wochen im 1. Ausbildungsjahr, 2 Wochen im 2. Ausbildungsjahr, 2 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
- a)Bauteile mit Schrauben, Muttern und Sicherungselementen unter Beachtung der Reihenfolge und des Anzugsdrehmoments sowie der Werkstoffpaarung verbinden und sichern
- b)Funktion, Maß- und Lagetoleranzen gefügter Bauteile prüfen
- c)Bauteile auf Oberflächenbeschaffenheit der Fügeflächen und Formtoleranz prüfen, sowie in lötgerechter Lage fixieren
- d)Lötwerkzeuge, Lote und Flußmittel nach Eigenschaften und Verwendungszweck auswählen
- e)Bauteile aus Eisen- und Nichteisenmetallen weichlöten
- f)Bauteile aus Eisen- und Nichteisenmetallen hartlöten
16 Auswählen, Bestimmen und Lagern von Hölzern und Holzwerkstoffen2 Wochen im 1. Ausbildungsjahr
- a)Hölzer nach Eigenschaften, Wirtschaftlichkeit und Verwendungszweck auswählen
- b)Hölzer und Holzwerkstoffe stapeln und lagern
17 Be- und Verarbeiten von Holz und Holzwerkstoffen12 Wochen im 1. Ausbildungsjahr
- a)Fehler des Holzes erkennen und bei der Bearbeitung berücksichtigen
- b)natürliche und technische Holztrocknung unterscheiden und bei der Verarbeitung der Hölzer die Holzfeuchte beachten
- c)von Holzstäuben ausgehende Gefahren beachten und Maßnahmen für den Gesundheitsschutz ergreifen
- d)Säge-, Hobel-, Schleif-, Bohr-, Stemm-, Raspel- und Feilarbeiten mit Handwerkzeugen ausführen
- e)Holzverbindungen durch Nuten, Zinken und Dübeln herstellen
- f)elektrisch getriebene Maschinen, insbesondere Kreissäge, Bohrmaschine, Schleifmaschine und Hobelmaschine, einrichten und unter Beachtung der Arbeitsschutzvorschriften anwenden
- g)vorgefertigte Bauteile verleimen, verkitten und formen
18 Warten und Pflegen von Betriebsmitteln2 Wochen im 1. Ausbildungsjahr, 2 Wochen im 2. Ausbildungsjahr
- a)Betriebsmittel, insbesondere Maschinen, warten und pflegen
- b)Betriebsstoffe, insbesondere Öle, Kühl- und Schmierstoffe, nach Betriebsvorschriften wechseln oder auffüllen
19 Verarbeiten von Zelluloid4 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
- a)Zelluloid mit Lösungsmittel weich machen und unter Beachtung der von ihnen ausgehenden Gefahren bearbeiten
- b)Zelluloid nach Schablone zuschneiden
- c)Gehäuse von Handzuginstrumenten mit Zelluloid überziehen
- d)Gehäuse ebenschneiden, verputzen, schleifen und schwabbeln
20 Behandeln von Oberflächen4 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
- a)Maßnahmen für den Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz, insbesondere zur Vermeidung von Emissionen und Abfall, nach Betriebsanweisung ergreifen
- b)Beschichtungsmaterialien sowie Auftrags- und Beschichtungstechniken bei Teilen und Erzeugnissen, insbesondere zur Verwendung in Innenräumen, auswählen sowie nach Verarbeitungsvorschriften anwenden
- c)Eigenschaften und Reaktionen von Lösungsmitteln, Harzen und Farbstoffen beachten
- d)Oberflächen behandeln, insbesondere durch Schleifen, Beizen, Mattieren, Lackieren und Polieren
21 Be- und Verarbeiten von Leder, Pappe, Stoff und Kunstleder zu Bälgen3 Wochen im 2. Ausbildungsjahr
- a)Werkstoffe zuschneiden, stanzen und zu Balgteilen plissieren
- b)Balgteile aufspannen, kleben und abdichten
- c)Eckenschoner anbringen, pressen und anreißen
- d)Balgstreifen aufkleben
- e)Balgrahmen aufkleben
- f)Balg auf Luftdichtheit prüfen
22 Montieren von Baßmechanik und Schaltgruppen7 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
- a)Bauteile der Baßmechanik aufnieten, Sattel einfädeln sowie Walzen und Akkordschieber einlegen
- b)Baßmechanik einbauen und justieren
- c)Bauteile aufnieten, Schieber montieren sowie Schaltgruppe auf Dichtheit prüfen
- d)Schaltgruppe einbauen und abdichten
23 Montieren und Einbauen der Klaviatur4 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
- a)Klaviatur montieren und einbauen
- b)Ventilklappen untersetzen und justieren
24 Einbauen der Stimmplatten7 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
- a)Stimmplatten unter Berücksichtigung von Material und Herstellungsart bearbeiten
- b)Stimmzungen auf Stimmplatten aufnieten
- c)Stimmplatten vorstimmen
- d)Stimmplatten ventilieren und auf dem Stimmstock einwachsen
- e)Stimmstock in Diskant und Baßteil einbauen
25 Stimmen von Instrumenten20 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
- a)Grundtöne durch Feilen und Schaben nach Gehör und mit Hilfsmitteln stimmen
- b)Tremolo durch Feilen und Schaben stimmen
26 Endmontage6 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
- a)Diskant, Balg und Baßteil bereitstellen und montieren
- b)Verdeck anpassen und montieren
27 Endkontrolle6 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
- a)Instrument auf Funktion kontrollieren
- b)musikalische und optische Kontrolle durchführen
28 Reparieren von Handzuginstrumenten8 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
- a)Modelle und Bauweisen erkennen und bei der Reparatur berücksichtigen
- b)Fehleranalyse durchführen
- c)im Gespräch mit dem Kunden Mängel erfassen, beurteilen und dokumentieren
- d)Reparaturumfang festlegen
- e)Instrument demontieren
- f)Defekte beseitigen
- g)Instrument zusammenbauen und prüfen
Häufige Fragen
Wie führe ich das Berichtsheft als Handzuginstrumentenmacher?
Sie halten Ihre Tätigkeiten im Betrieb und die Themen der Berufsschule regelmäßig fest, möglichst jede Woche. Nennen Sie das Bauteil, das Verfahren und das Werkzeug, zum Beispiel Balg, Verkleben und Pinsel. Die Pflicht dazu ergibt sich aus § 13 Satz 2 Nummer 7 BBiG, Ihr Ausbilder sieht den Nachweis durch (§ 14 Absatz 2 BBiG).
Wie lange dauert die Ausbildung zum Handzuginstrumentenmacher?
Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Es gibt keine Schwerpunkte oder Fachrichtungen, Sie lernen vom Metall- und Holzbearbeiten über den Balgbau bis zum Stimmen und Reparieren alle Bereiche des Berufs.
Was gehört in die Beispielwoche, wenn ich nur Feilen und Sägen übe?
Auch Übungsstücke gehören hinein. Schreiben Sie, was Sie gefertigt haben, auf welches Maß Sie gearbeitet haben und womit Sie geprüft haben, etwa Messschieber oder Winkel. Das zeigt dem Ausbilder und der Handwerkskammer, was Sie gelernt haben.
Wird das Berichtsheft in der Gesellenprüfung bewertet?
Nein. Nach der Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses wird der Nachweis in der Prüfung nicht bewertet. Er ist aber Voraussetzung für die Zulassung (§ 36 Absatz 1 Nummer 2 HwO), deshalb sollte er vollständig vorliegen.
Quellen
- Verordnung über die Berufsausbildung zum Handzuginstrumentenmacher/zur Handzuginstrumentenmacherin (HzInstrmMAusbV), abgerufen am 21.10.2026
- Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses zum Ausbildungsnachweis, abgerufen am 21.10.2026
Das Berichtsheft digital führen
heftwerk ist ein Berichtsheft-Tool für den digitalen Ausbildungsnachweis. Auszubildende tragen ihre Woche am Telefon oder am Rechner ein, der Ausbilder gibt sie frei, und der Nachweis steht als PDF bereit. Für Auszubildende ist heftwerk kostenlos, den Zugang richtet der Ausbildungsbetrieb ein. heftwerk im Überblick
Ausbildungsnachweis nach BBiG, Freigabe durch den Ausbilder, Export als PDF. Ab 41,25 € im Monat* für bis zu fünf Auszubildende, netto zuzüglich Umsatzsteuer. Preis und häufige Fragen
*Mit dem Code IHK2026: bis einschließlich 31.12.2026 kostenfrei (bei Abschluss ab 2027: 30 Tage), danach zum halben Preis, bei jährlicher Zahlung 41,25 € im Monat (495 € im Jahr), netto. Preis fest bis Ende 2030, danach bis 2045 nur Inflationsausgleich nach dem Verbraucherpreisindex. Abschluss bis 31.03.2027. *Aktionsbedingungen
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