heftwerkAnmeldenRegistrieren

Berichtsheft als Leuchtröhrenglasbläser: Beispiele und Tipps

Ins Berichtsheft gehört, was Sie in der Werkstatt und in der Berufsschule gelernt und getan haben: Glasrohr schneiden, erhitzen, biegen und verschmelzen, Elektroden einschmelzen, Leuchtstoffe einbringen, Röhren evakuieren, mit Gas füllen, einbrennen und prüfen, dazu Skizzen, Zeichnungen und Arbeitsschutz. Pro Woche genügen wenige konkrete Stichworte mit Werkstück, Verfahren und Dauer.

Stand: 21.10.2026

Was als Leuchtröhrenglasbläser ins Berichtsheft gehört

Grundlage ist die Verordnung über die Berufsausbildung zum Leuchtröhrenglasbläser/zur Leuchtröhrenglasbläserin (LeuchtrAusbV). Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Schwerpunkte oder Fachrichtungen gibt es nicht, alle Auszubildenden durchlaufen dieselben Berufsbildpositionen.

Der Ausbildungsrahmenplan ordnet die Inhalte nach Berufsbildpositionen. Ihre Einträge lassen sich diesen Bereichen zuordnen:

Beispielwoche im ersten Ausbildungsjahr

Die Einträge sind Beispiele; Ihre Woche sieht anders aus. Die Stunden richten sich nach Ihrem Ausbildungsvertrag.

TagTätigkeitenStunden
MontagUnterweisung zu Brenner, Gasversorgung und Schutzbrille; Glasrohr nach Maß angeritzt und gebrochen, Enden am Brenner rundgeschmolzen8
DienstagZwei Rohrstücke am Tischgebläse zusammengesetzt und verschmolzen, Nahtstelle auf Gleichmäßigkeit kontrolliert8
MittwochBerufsschule: Technische Mathematik (Längen und Biegeradien berechnen), Technisches Zeichnen (Handskizze einer Röhrenform)8
DonnerstagRechten Winkel mit dem Handgebläse gebogen, drei Übungsstücke gefertigt, Wandstärke an der Biegung geprüft8
FreitagHandskizze für einen Buchstaben aus Bogen und Winkel gezeichnet, Werkbank gereinigt, Werkzeuge gewartet8

Beispielwoche im dritten Ausbildungsjahr

TagTätigkeitenStunden
MontagRöhre nach Zeichnung mit zwei Bögen gebogen, Elektroden angeschmolzen und Pumpstutzen angesetzt8
DienstagLeuchtstoff-Suspension in die Röhre eingebracht, getrocknet und Beschichtung auf Gleichmäßigkeit geprüft8
MittwochBerufsschule: Technologie (Gasentladung, Edelgase, Leuchtstoffe), Wirtschafts- und Sozialkunde8
DonnerstagRöhre an der Pumpanlage evakuiert, mit Gasgemisch gefüllt und abgeschmolzen8
FreitagRöhre eingebrannt, Zündverhalten und Dichtheit geprüft, Kennzeichnung angebracht, defekte Röhre zum Wiederaufarbeiten aussortiert8

Berufsschule im Berichtsheft des Leuchtröhrenglasbläsers

Tragen Sie die Unterrichtsthemen als Stichworte ein, etwa Glassorten und ihre Eigenschaften, Berechnungen zu Rohrlängen und Biegungen, Zeichnen und Skizzieren oder Grundlagen der Elektrotechnik. Der Rahmenlehrplan der Kultusministerkonferenz gliedert den Unterricht in Lernfelder; welche davon wann dran sind, legt Ihre Berufsschule fest.

Nach der Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses gehören die Themen des Berufsschulunterrichts in den Ausbildungsnachweis.

Formulierungen für den Beruf Leuchtröhrenglasbläser

StattBesser
Mit Glas gearbeitetGlasrohr 15 mm am Handgebläse zu einem rechten Winkel gebogen und Wandstärke geprüft
Röhre gebautRöhre mit zwei Bögen nach Zeichnung gefertigt, Elektroden angeschmolzen, Dichtheit geprüft
Bei der Pumpe geholfenRöhre an der Pumpanlage evakuiert und mit Gasgemisch gefüllt, Fülldruck kontrolliert
Leuchtstoff gemachtLeuchtstoff-Suspension angesetzt, eingebracht und Beschichtung unter UV-Licht kontrolliert
Etwas gezeichnetHandskizze eines Schriftzugs mit Bögen und Rückführung maßstäblich angefertigt

Fachberichte, Lehrgänge und zuständige Stelle

Leuchtröhrenglasbläser werden in wenigen Betrieben ausgebildet, etwa in Werkstätten für Leuchtreklame und Neonschriften sowie in Betrieben der Lichttechnik. Zuständige Stelle ist die Industrie- und Handelskammer. Ob Fachberichte, Skizzen oder Fotos verlangt werden, geben Kammer und Betrieb vor. Fragen Sie Ihren Ausbilder.

Lehrgänge außerhalb der Ausbildungsstätte tragen Sie mit Thema, Ort und Stunden ein. Der Betrieb stellt Sie dafür frei (§ 15 Absatz 1 Satz 2 Nummer 4 BBiG). Kundennamen und Auftragsnummern brauchen Sie im Nachweis nicht.

Abschlussprüfung und Zulassung

Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung statt, mit Arbeitsproben und einem Prüfungsstück sowie einem schriftlichen Teil. Die Abschlussprüfung besteht aus einer Fertigkeitsprüfung und einer Kenntnisprüfung. In der Fertigkeitsprüfung fertigen Sie in höchstens 8 Stunden drei Arbeitsproben und ein Prüfungsstück, nämlich eine funktionsfähige, gefüllte Leuchtröhre. Die Kenntnisprüfung umfasst die Fächer Technologie, Technische Mathematik, Technisches Zeichnen sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.

Zur Abschlussprüfung wird zugelassen, wer den Ausbildungsnachweis vorgelegt hat (§ 43 Absatz 1 Nummer 2 BBiG). Nach der Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses wird der Nachweis in der Prüfung nicht bewertet.

Ausbildungsrahmenplan

Was der Betrieb in der Ausbildung vermittelt, legt der Ausbildungsrahmenplan fest, eine Anlage der Ausbildungsordnung. Hier steht er im Wortlaut der Verordnung über die Berufsausbildung zum Leuchtröhrenglasbläser/zur Leuchtröhrenglasbläserin (LeuchtrAusbV), abgerufen von gesetze-im-internet.de am 25.10.2026. Verweise auf Paragrafen der Verordnung sind in den Überschriften weggelassen. Die Zeitangaben sind Richtwerte; maßgeblich ist die amtliche Fassung.

Positionen des Rahmenplans14 Positionen

1 Berufsbildungwährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln
  • a)Bedeutung des Ausbildungsvertrags, insbesondere Abschluß, Dauer und Beendigung, erklären
  • b)gegenseitige Rechte und Pflichten aus dem Ausbildungsvertrag nennen
  • c)Möglichkeiten der beruflichen Fortbildung nennen
2 Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebswährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln
  • a)Aufbau und Aufgaben des ausbildenden Betriebs erläutern
  • b)Grundfunktionen des ausbildenden Betriebs wie Beschaffung, Fertigung, Absatz und Verwaltung erklären
  • c)Beziehungen des ausbildenden Betriebs und seiner Belegschaft zu Wirtschaftsorganisationen, Berufsvertretungen und Gewerkschaften nennen
  • d)Grundlagen, Aufgaben und Arbeitsweise der betriebsverfassungsrechtlichen Organe des ausbildenden Betriebs beschreiben
3 Arbeits- und Tarifrecht, Arbeitsschutzwährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln
  • a)wesentliche Teile des Arbeitsvertrags nennen
  • b)wesentliche Bestimmungen der für den ausbildenden Betrieb geltenden Tarifverträge nennen
  • c)Aufgaben des betrieblichen Arbeitsschutzes sowie der zuständigen Berufsgenossenschaft und der Gewerbeaufsicht erläutern
  • d)wesentliche Bestimmungen der für den ausbildenden Betrieb geltenden Arbeitsschutzgesetze nennen
4 Unfallverhütung, Umweltschutz und rationelle Energieverwendungwährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln
  • a)berufsbezogene Arbeitsschutzvorschriften bei den Arbeitsabläufen anwenden
  • b)Verhaltensweisen bei Unfällen beschreiben und Maßnahmen der Ersten Hilfe einleiten
  • c)wesentliche Vorschriften der Feuerverhütung nennen und Brandschutzeinrichtungen sowie Brandbekämpfungsgeräte bedienen
  • d)Gefahren, die von Giften, Dämpfen, Gasen, Säuren sowie leicht entzündbaren Stoffen und insbesondere von Quecksilber ausgehen, beachten
  • e)für den ausbildenden Betrieb geltende wesentliche Vorschriften über den Immissions- und Gewässerschutz sowie über die Reinhaltung der Luft nennen
  • f)die im Ausbildungsbetrieb verwendeten Energiearten nennen und Möglichkeiten rationeller Energieverwendung im beruflichen Einwirkungs- und Beobachtungsbereich erläutern
5 Anfertigen von Zeichnungen und Handskizzenwährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln
  • a)Zeichnungen lesen und erläutern
  • b)Entwürfe und vorgegebene Zeichnungen auf fachgerechte Ausführbarkeit überprüfen
  • c)Profilarten unterscheiden
  • d)Handskizzen anfertigen und vermaßen
  • e)Zeichnungen nach Glasmuster im Maßstab 1:1 anfertigen
  • f)Arbeitsablauf nach Anweisung festlegen
6 Handhaben, Pflegen und Warten von Werkzeugen, Maschinen und Anlagenwährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln
  • a)Werkzeuge für die Heißverformung von Glasröhren handhaben
  • b)Werkzeuge, Maschinen und Anlagen der Leuchtröhrenherstellung unter Beachtung entsprechender Vorschriften pflegen und warten
  • c)Wirkungsweise und Verwendungsbereich von Tisch- und Handgebläse sowie Gasflöte erläutern sowie Flamme nach Bedarf einstellen und regulieren
7 Kenntnisse des Glases und anderer Werk- und Hilfsstoffe in der Leuchtröhrenherstellung4 Wochen im 1. Ausbildungsjahr
  • a)Einteilung des Glases nach Zusammensetzung, Art und Verwendung beschreiben
  • b)Eigenschaften und Wirkungen von Werkstoffen, insbesondere von Leuchtstoffen, Edelgasen und Quecksilber, beschreiben
  • c)Hilfsstoffe nennen, Auswirkungen von Heizgas, Preßluft und Sauerstoff in der Flamme beschreiben
8 Wiederaufarbeiten von Leuchtröhren10 Wochen im 1. Ausbildungsjahr
  • a)vorhandene Elektroden absprengen
  • b)Quecksilber unter Beachtung der Sicherheitsvorschriften entfernen und der Wiederaufbereitung zuführen
  • c)vorhandene Leuchtstoffe mit der Ultraviolett-Lampe bestimmen und auswaschen
9 Verarbeiten von Glas zu Leuchtröhren30 Wochen im 1. Ausbildungsjahr, 18 Wochen im 2. Ausbildungsjahr, 22 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
  • a)Glasbedarf für die zu fertigenden Systeme ermitteln und zusammenstellen
  • b)Längen anreißen und Glasröhren trennen
  • c)Glasröhren in der Flamme erhitzen und ausziehen
  • d)Glasröhren am Tischgebläse formgerecht biegen, blasen, verengen, ausblasen und auftreiben
  • e)Glasröhren mit dem Handgebläse formgerecht biegen, blasen, verengen, ausblasen und auftreiben
  • f)Rohrstücke zusammensetzen und verschmelzen
  • g)verformte Glasteile in der Flamme kühlen
  • h)zu erhitzende Längen an der Gasflöte einstellen, Glasröhren erhitzen und formgerecht biegen
  • i)geschlämmte Glasröhren biegen, ansetzen und blasen
  • k)Glasröhren mit geringem Durchmesser verarbeiten
10 Einbringen von Leuchtstoffen10 Wochen im 2. Ausbildungsjahr
  • a)Perl- und Schlämmverfahren erläutern und Verwendungsbereiche abgrenzen
  • b)Glasperlen mit Binder nach dem Perlverfahren einbringen und Glasröhren mit Leuchtstoffen einstäuben
11 Elektrotechnische Kenntnisse für den Betrieb von Leuchtröhren6 Wochen im 2. Ausbildungsjahr
  • a)Zusammenhänge von elektrischer Spannung, Strom und Leistung als physikalische Größen für das Herstellen und Betreiben von Leuchtröhrenanlagen aufzeigen
  • b)Spannungsbedarf als Funktion von Rohrlänge, -durchmesser und Entladungsart berechnen
  • c)Betriebsströme nach Farbintensität, Verwendungszweck und Entladungsart ermitteln
  • d)wichtige VDE-Vorschriften nennen und deren Bedeutung für Leuchtröhrenanlagen erläutern
12 Verarbeiten von Elektroden10 Wochen im 2. Ausbildungsjahr
  • a)Funktion, Aufbau und Belastbarkeit von Elektroden beschreiben
  • b)Elektrodenstellungen bezeichnen und Profilen zuordnen
  • c)Elektroden nach Buchstabenprofilen oder Zeichnungen auswählen, ansetzen und verschmelzen
13 Evakuieren und Füllen von Leuchtröhren22 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
  • a)Aufbau und Funktion einer Vakuumanlage erklären und die entsprechenden Sicherheitsvorschriften nennen
  • b)Pumpstengel ansetzen
  • c)für Blauentladung Quecksilber unter Einhaltung der Sicherheitsvorschriften in den Pumpstengel einfüllen
  • d)Leuchtröhren durch Abpumpen und Ausheizen evakuieren
  • e)Elektroden durch Ausglühen aktivieren
  • f)Spülgas einfüllen und Leuchtröhren auf Verunreinigungen prüfen
  • g)evakuierte Leuchtröhren unter Anwendung der Drucktabelle mit Edelgas füllen
  • h)für Blauentladung Quecksilber in der Leuchtröhre verteilen
  • i)Pumpstengel abschmelzen
14 Einbrennen, Prüfen und Kennzeichnen von Leuchtröhren8 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
  • a)Leuchtröhren entsprechend Elektrodenstärke und Edelgasfüllung unter Beachtung der Sicherheitsvorschriften einbrennen
  • b)Leuchtröhren auf gleichmäßige Leuchtkraft und Paßgenauigkeit prüfen
  • c)ermittelten Betriebsstrom beim Einbrennen überprüfen und für Transformatorenbedarf festhalten
  • d)Leuchtröhren betriebsüblich kennzeichnen

Häufige Fragen

Wie oft muss ich als Leuchtröhrenglasbläser das Berichtsheft führen?

Sie führen den Nachweis während der Ausbildung (§ 13 Satz 2 Nummer 7 BBiG), üblich ist wöchentlich. Ihr Ausbildungsbetrieb und die Kammer legen fest, ob Sie ihn täglich, wöchentlich oder als Tabelle führen.

Wer prüft mein Berichtsheft?

Ihr Ausbilder sieht den Nachweis durch (§ 14 Absatz 2 BBiG). Er bestätigt die Einträge regelmäßig mit Datum und Unterschrift. Bewertet wird das Heft in der Prüfung nicht.

Wie genau muss ich Arbeitsschritte wie Biegen und Evakuieren beschreiben?

Stichworte genügen, solange Werkstück, Verfahren und Dauer erkennbar sind, etwa „Röhre mit zwei Bögen gebogen, 4 Stunden“. Genaue Gasmengen oder Temperaturen müssen Sie nicht festhalten, sofern Ihr Betrieb es nicht verlangt.

Was trage ich bei einem Lehrgang ein?

Notieren Sie Thema, Ort und Stunden des Lehrgangs. Der Betrieb stellt Sie für überbetriebliche Ausbildung frei (§ 15 Absatz 1 Satz 2 Nummer 4 BBiG), die Zeit zählt zur Ausbildung und gehört ins Heft.

Quellen

Das Berichtsheft digital führen

heftwerk ist ein Berichtsheft-Tool für den digitalen Ausbildungsnachweis. Auszubildende tragen ihre Woche am Telefon oder am Rechner ein, der Ausbilder gibt sie frei, und der Nachweis steht als PDF bereit. Für Auszubildende ist heftwerk kostenlos, den Zugang richtet der Ausbildungsbetrieb ein. heftwerk im Überblick

Ausbildungsnachweis nach BBiG, Freigabe durch den Ausbilder, Export als PDF. Ab 41,25 € im Monat* für bis zu fünf Auszubildende, netto zuzüglich Umsatzsteuer. Preis und häufige Fragen

*Mit dem Code IHK2026: bis einschließlich 31.12.2026 kostenfrei (bei Abschluss ab 2027: 30 Tage), danach zum halben Preis, bei jährlicher Zahlung 41,25 € im Monat (495 € im Jahr), netto. Preis fest bis Ende 2030, danach bis 2045 nur Inflationsausgleich nach dem Verbraucherpreisindex. Abschluss bis 31.03.2027. *Aktionsbedingungen

Demo ansehenDem Betrieb zeigen