heftwerkAnmeldenRegistrieren

Berichtsheft als Tierwirt: Beispiele und Tipps

Ins Berichtsheft eines Tierwirts gehören die Arbeiten der Woche im Stall und auf der Weide, etwa Füttern, Melken, Tierkontrolle, Reproduktion und Dokumentation, sowie die Themen der Berufsschule und von Lehrgängen. Je Tag genügen Stichworte mit Tätigkeit und Stunden. Zwei Beispielwochen aus der Rinderhaltung im ersten und im dritten Ausbildungsjahr zeigen, wie solche Einträge aussehen.

Stand: 21.10.2026

Was als Tierwirt ins Berichtsheft gehört

Grundlage ist die Verordnung über die Berufsausbildung zum Tierwirt/zur Tierwirtin (TWirtAusbV 2005). Die Ausbildung dauert drei Jahre. Sie wird in einer von fünf Fachrichtungen absolviert: Rinderhaltung, Schweinehaltung, Geflügelhaltung, Schäferei oder Imkerei. Welche das ist, steht in Ihrem Ausbildungsvertrag. Wahlqualifikationen gibt es nicht.

Das Ausbildungsberufsbild nennt allgemeine Inhalte für alle Fachrichtungen und dazu Inhalte je Fachrichtung. Ihre Einträge lassen sich ihnen zuordnen:

Beispielwoche im ersten Ausbildungsjahr

Die Einträge sind Beispiele aus der Rinderhaltung; Ihre Woche sieht je nach Fachrichtung und Betrieb anders aus. Die Stunden richten sich nach Ihrem Ausbildungsvertrag.

TagTätigkeitenStunden
MontagUnterweisung zu Arbeitssicherheit und Umgang mit Rindern, Betriebsrundgang, Stall ausgemistet und eingestreut, Kälber getränkt, Tränken und Fressgitter kontrolliert8
DienstagFuttervorlage nach Rationsplan, Futterreste entfernt, Kälber beobachtet und Auffälligkeiten gemeldet, Boxen gereinigt und desinfiziert, Melkstand vorbereitet8
MittwochBerufsschule: Tierhaltung, Pflanzenbau, Wirtschafts- und Sozialkunde8
DonnerstagMelkzeit mit Ausbilder: Euter gereinigt, Vormelken, Melkzeug angesetzt, Melkanlage nach dem Melken gespült, Herde auf die Weide getrieben8
FreitagKlauenpflege mit dem Klauenpfleger unterstützt, Tiere im Stall fixiert, Tierliste aktualisiert, Weidezaun kontrolliert, Arbeitsgeräte gereinigt8

Beispielwoche im dritten Ausbildungsjahr

TagTätigkeitenStunden
MontagHerdenkontrolle auf Brunst und Gesundheit, Brunstbeobachtung in der Herdenliste dokumentiert, Tiere für die Besamung vorgemerkt, Futterration für die Milchkühe nach Leistung angepasst8
DienstagTrockenstehende Kühe umgestallt, Kalbebucht vorbereitet, Geburtsüberwachung, Kalb versorgt und Biestmilch verabreicht, Ohrmarke und Meldung vorbereitet8
MittwochBerufsschule: Fütterung und Rationsberechnung, Tiergesundheit, Betriebswirtschaft8
DonnerstagMilchleistungsdaten ausgewertet, Kühe mit erhöhter Zellzahl herausgesucht, kranke Tiere nach Anweisung des Tierarztes behandelt und Behandlung im Bestandsbuch eingetragen8
FreitagSiloentnahme und Silageproben vorbereitet, Futtermischwagen bedient und gewartet, Weideumtrieb geplant, Wochenübersicht der Arbeiten für das Team abgestimmt8

Berufsschule im Berichtsheft des Tierwirts

Tragen Sie die Unterrichtsthemen als Stichworte ein, zum Beispiel „Rationsberechnung für Milchkühe“ oder „Hygiene im Stall“. Die Themen finden Sie im Heft oder im Stundenplan. Bei Blockunterricht notieren Sie für die Schulwochen die Unterrichtsthemen statt der Arbeit im Betrieb.

Nach der Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses gehören die Themen des Berufsschulunterrichts in den Ausbildungsnachweis.

Formulierungen für den Beruf Tierwirt

StattBesser
Tiere gefüttertFutter nach Rationsplan vorgelegt, Futterreste entfernt, Futteraufnahme beobachtet
Beim Melken geholfenEuter gereinigt, Vormelken durchgeführt, Melkzeug angesetzt, Melkanlage gespült
Kälber versorgtKälber getränkt, Tränke und Box kontrolliert, Auffälligkeiten zu Appetit und Kot gemeldet
Stall gemachtStall ausgemistet, eingestreut, Boxen gereinigt und desinfiziert
Tier behandeltTier nach Anweisung des Tierarztes behandelt, Behandlung im Bestandsbuch eingetragen

Fachberichte, Lehrgänge und zuständige Stelle

Tierwirte werden in der Landwirtschaft ausgebildet. Zuständige Stelle ist die für die Landwirtschaft bestimmte Stelle Ihres Bundeslandes, meist die Landwirtschaftskammer. Ob Fachberichte, Skizzen oder Fotos verlangt werden, geben Stelle und Betrieb vor. Fragen Sie Ihren Ausbilder.

Lehrgänge außerhalb der Ausbildungsstätte tragen Sie mit Thema, Ort und Stunden ein. Der Betrieb stellt Sie dafür frei (§ 15 Absatz 1 Satz 2 Nummer 4 BBiG). Betriebszahlen wie Milchleistung, Bestandsgrößen oder Preise und Verträge des Betriebes brauchen Sie im Nachweis nicht. Sie können Betriebsgeheimnisse sein, über die Sie Stillschweigen wahren müssen (§ 13 Satz 2 Nummer 6 BBiG).

Zwischenprüfung, Abschlussprüfung und Zulassung

Die Zwischenprüfung soll vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres stattfinden. Die Abschlussprüfung hat einen praktischen Teil mit Aufgaben und Fachgespräch und einen schriftlichen Teil. Die schriftlichen Prüfungsbereiche unterscheiden sich je nach Fachrichtung, in der Rinderhaltung sind es zum Beispiel Versorgen von Rindern, Produktion von Milch, Zucht- und Schlachttieren, Futterwirtschaft sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.

Zur Abschlussprüfung wird zugelassen, wer den Ausbildungsnachweis vorgelegt hat (§ 43 Absatz 1 Nummer 2 BBiG). Nach der Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses wird der Nachweis in der Prüfung nicht bewertet.

Ausbildungsrahmenplan

Was der Betrieb in der Ausbildung vermittelt, legt der Ausbildungsrahmenplan fest, eine Anlage der Ausbildungsordnung. Hier steht er im Wortlaut der Verordnung über die Berufsausbildung zum Tierwirt/zur Tierwirtin (TWirtAusbV 2005), abgerufen von gesetze-im-internet.de am 25.10.2026. Verweise auf Paragrafen der Verordnung sind in den Überschriften weggelassen. Die Zeitangaben sind Richtwerte; maßgeblich ist die amtliche Fassung.

Abschnitt I: Berufsfeldbreite Grundbildung18 Positionen

1 Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrechtwährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln
  • a)Bedeutung des Ausbildungsvertrages, insbesondere Abschluss, Dauer und Beendigung, erklären
  • b)gegenseitige Rechte und Pflichten aus dem Ausbildungsvertrag nennen
  • c)Möglichkeiten der beruflichen Fortbildung nennen
  • d)wesentliche Teile des Arbeitsvertrages nennen
  • e)wesentliche Bestimmungen der für den ausbildenden Betrieb geltenden Tarifverträge nennen
2 Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebeswährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln
  • a)Aufbau und Aufgaben des ausbildenden Betriebes erläutern
  • b)Grundfunktionen des ausbildenden Betriebes, wie Beschaffung, Fertigung, Absatz und Verwaltung, erklären
  • c)Beziehungen des ausbildenden Betriebes und seiner Beschäftigten zu Wirtschaftsorganisationen, Berufsvertretungen und Gewerkschaften nennen
  • d)Grundlagen, Aufgaben und Arbeitsweisen der betriebsverfassungs- oder personalvertretungsrechtlichen Organe des ausbildenden Betriebes beschreiben
3 Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeitwährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln
  • a)Gefährdung von Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz feststellen und Maßnahmen zu ihrer Vermeidung ergreifen
  • b)berufsbezogene Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften anwenden
  • c)Verhaltensweisen bei Unfällen beschreiben sowie erste Maßnahmen einleiten
  • d)Vorschriften des vorbeugenden Brandschutzes anwenden; Verhaltensweisen bei Bränden beschreiben und Maßnahmen zur Brandbekämpfung ergreifen
4 Umweltschutzwährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln

Zur Vermeidung betriebsbedingter Umweltbelastungen im beruflichen Einwirkungsbereich beitragen, insbesondere

  • a)mögliche Umweltbelastungen durch den Ausbildungsbetrieb und seinen Beitrag zum Umweltschutz an Beispielen erklären
  • b)für den Ausbildungsbetrieb geltende Regelungen des Umweltschutzes anwenden
  • c)Möglichkeiten der wirtschaftlichen und umweltschonenden Energie- und Materialverwendung nutzen
  • d)Abfälle vermeiden; Stoffe und Materialien einer umweltschonenden Entsorgung zuführen
5 Ökologische Zusammenhänge; Nachhaltigkeit und Verbraucherschutz
  • a)ökologische Zusammenhänge bei der Tierproduktion erläutern und beachten
  • b)Kreislaufwirtschaft erläutern
  • c)Nachhaltigkeitsaspekte bei der Tierproduktion erläutern
  • d)Maßnahmen zum Verbraucherschutz bei Produktion und Vermarktung tierischer Produkte umsetzen
6 Betriebliche Abläufe und Organisation; wirtschaftliche Zusammenhänge
6.1 Planen, Kontrollieren und Beurteilen von Arbeitsabläufen und Produktion4 Wochen im 1. Ausbildungsjahr
  • a)Arbeits- und Betriebsanweisungen anwenden
  • b)Arbeits- und Produktionsabläufe unter Berücksichtigung betrieblicher Gegebenheiten sowie nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten planen und durchführen
  • c)Arbeitsergebnisse dokumentieren, beurteilen und präsentieren
  • d)Arbeitsabläufe nach ergonomischen, funktionalen und rechtlichen Anforderungen gestalten
  • e)gesetzliche und berufsbezogene Regelungen anwenden, insbesondere Meldepflichten beachten
6.2 Erstellen von Kalkulationen und Abwickeln von Geschäftsvorgängen2 Wochen im 1. Ausbildungsjahr
  • a)bei Geschäftsvorgängen mitwirken
  • b)Markt- und Preisinformationen einholen, vergleichen und bewerten
6.3 Kommunikation und Information8 Wochen im 1. Ausbildungsjahr
  • a)betriebliche Kommunikations- und Informationssysteme nutzen
  • b)Informationen beschaffen, auswerten und einordnen
  • c)Regeln zum Datenschutz und zur Datensicherheit anwenden
  • d)mit Standardsoftware und arbeitsplatzspezifischer Software arbeiten
  • e)Aufgaben im Team abstimmen und bearbeiten, Ergebnisse kontrollieren und bewerten
  • f)Gespräche ergebnisorientiert und situationsbezogen führen
  • g)Sachverhalte darstellen, Fachbegriffe anwenden
7 Qualitätssichernde Maßnahmen3 Wochen im 1. Ausbildungsjahr
  • a)produktspezifische Qualitätsstandards umsetzen und Produktionsabläufe dokumentieren
  • b)Ziele, Aufgaben und Aufbau der betrieblichen Qualitätssicherung erläutern
8 Maschinen, Geräte, und Betriebseinrichtungen8 Wochen im 1. Ausbildungsjahr
  • a)Maschinen und Geräte bedienen, Werterhaltung beachten
  • b)Maschinen, Geräte und Betriebseinrichtungen reinigen, pflegen, prüfen und warten
  • c)Störungen an Maschinen und Betriebseinrichtungen feststellen und Maßnahmen zur Instandsetzung ergreifen
  • d)Betriebs- und Werkstoffe einsetzen und lagern
  • e)Schutzmaßnahmen und Sicherungen an Maschinen und elektrischen Anlagen beachten
9 Tierschutz2 Wochen im 1. Ausbildungsjahr

Bestimmungen des Tierschutzgesetzes beachten

10 Tierproduktion
10.1 Tierzucht4 Wochen im 1. Ausbildungsjahr
  • a)Anatomie, Physiologie und Verhalten von Nutztieren erläutern
  • b)Grundlagen der Vererbung erläutern und in der Züchtung anwenden
10.2 Tierhaltung4 Wochen im 1. Ausbildungsjahr

Tiere beobachten, Verhaltensänderungen feststellen und erforderliche Maßnahmen ergreifen

10.3 Fütterung7 Wochen im 1. Ausbildungsjahr
  • a)Tiere bedarfsgerecht füttern und tränken
  • b)Futtermittel bestimmen, beurteilen und qualitätserhaltend lagern
10.4 Tiergesundheit und Tierhygiene6 Wochen im 1. Ausbildungsjahr
  • a)Tierunterkünfte reinigen und desinfizieren
  • b)Krankheitsanzeichen feststellen und Maßnahmen ergreifen
  • c)Schädlings- und Parasitenbefall feststellen und Bekämpfungsmaßnahmen einleiten
10.5 Nutzung von Tieren und Gewinnung spezifischer Produkte4 Wochen im 1. Ausbildungsjahr

Leistungen von Tieren ermitteln

Abschnitt II: Berufliche Fachbildung9 Positionen

1 Erstellen von Kalkulationen und Abwickeln von Geschäftsvorgängen6 Wochen im 2. Ausbildungsjahr
  • a)Kalkulationen erstellen
  • b)an der Planung und Konzeption von Vermarktungsmaßnahmen mitwirken
2 Qualitätssichernde Maßnahmen4 Wochen im 2. Ausbildungsjahr
  • a)Qualitätsmerkmale prüfen und feststellen sowie Qualitätsdaten dokumentieren
  • b)verbraucherspezifische Anforderungen und Informationen bei der Produktion berücksichtigen
3 Tierschutz3 Wochen im 2. Ausbildungsjahr
  • a)berufsspezifische Regelungen, insbesondere Regelungen zur Tierhaltung und -gesundheit sowie zum Transport anwenden
  • b)Nottötung durchführen
4 Tierproduktion
4.1 Tierzucht6 Wochen im 2. Ausbildungsjahr
  • a)Zuchtprogramme erläutern und bei ihrer Umsetzung mitwirken
  • b)Tiere, insbesondere unter Beachtung von Rassen- und Zuchtstandards, beurteilen
  • c)Zuchtdaten erfassen und dokumentieren
4.2 Tierhaltung11 Wochen im 2. Ausbildungsjahr
  • a)Haltungsverfahren erläutern sowie betriebsspezifische Haltungssysteme und -techniken anwenden
  • b)Tiere halten und versorgen
  • c)Tiere kennzeichnen
  • d)Tiere, insbesondere unter Berücksichtigung der Tiergesundheit, transportieren
4.3 Fütterung4 Wochen im 2. Ausbildungsjahr
  • a)Futterrationen berechnen und zusammenstellen
  • b)Fütterungs- und Tränkeeinrichtungen kontrollieren und Funktionsfähigkeit erhalten
4.4 Tiergesundheit und Tierhygiene4 Wochen im 2. Ausbildungsjahr
  • a)Desinfektionslösungen berechnen, herstellen und anwenden
  • b)Vorsorgemaßnahmen, insbesondere zur Gesunderhaltung und Seuchenprophylaxe, treffen
  • c)Medikamente nach Anweisung anwenden sowie Medikamentennachweis und Bestandsdokumentation führen
  • d)bei tierärztlichen Behandlungsmaßnahmen mitwirken
4.5 Nutzung von Tieren und Gewinnung spezifischer Produkte10 Wochen im 2. Ausbildungsjahr
  • a)Tiere erzeugen oder tierische Produkte gewinnen
  • b)Tiere oder tierische Produkte vermarkten

Abschnitt III: Berufliche Fachbildung in den Fachrichtungen

A: Fachrichtung Rinderhaltung5 Positionen

1 Kälber- und Jungrinderaufzucht8 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
  • a)Kälber bis zum Ende der Tränkephase und Jungrinder füttern
  • b)Futtermittel auswählen und Futterrationen altersgerecht zusammenstellen und berechnen
  • c)Kälber und Jungrinder beurteilen sowie ihre Entwicklung bewerten
  • d)Entwicklung der Klauen beurteilen
  • e)Kälber und Jungrinder umsetzen und transportieren
  • f)Aufzucht- und Mastverfahren beurteilen und nach betrieblichen Bedingungen anwenden
  • g)Kälber enthornen
2 Rinderhaltung12 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
  • a)Rinder nach Altersgruppen und Nutzungsart sowie Laktationsstatus einteilen und versorgen
  • b)Rinder bedarfs- und leistungsgerecht füttern
  • c)Herdenmanagement durchführen
  • d)Rinderhaltungssysteme beurteilen
  • e)Klauengesundheit erhalten und Klauenpflege durchführen
  • f)Informationen aus Auktions- und Tierschaukatalogen beurteilen sowie Zuchttiere vorführen
  • g)Rinder umstallen
3 Reproduktion10 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
  • a)Fruchtbarkeitsstatus der Herden beurteilen und Anpaarungspartner auswählen
  • b)Brunstkontrolle durchführen und bei der Besamung mitwirken
  • c)Geburt vorbereiten, überwachen und Geburtshilfe leisten
  • d)Maßnahmen zur Versorgung von Muttertieren und Kälbern nach der Geburt durchführen
4 Produktion von Milch, Zucht- und Schlachttieren18 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
  • a)Verfahren zur Gewinnung von Milch unterscheiden und Kühe melken
  • b)Melk- und Kühlanlagen kontrollieren, warten und bedienen
  • c)Eutergesundheit kontrollieren und beurteilen
  • d)Maßnahmen zur Förderung und zum Erhalt der Milchqualität durchführen
  • e)Rinder nach Qualitätsstandards vermarkten
5 Weidewirtschaft Futtergewinnung4 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
  • a)Besatzstärke und -dichte für die Weidewirtschaft definieren
  • b)Futter, insbesondere Silage, entnehmen
  • c)Weidetechniken erläutern und anwenden
  • d)Grünland beurteilen sowie Pflege-, Dünge- und Pflanzenschutzmaßnahmen erläutern

B: Fachrichtung Schweinehaltung6 Positionen

1 Reproduktion9 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
  • a)Reproduktionsverfahren in der Schweinehaltung unterscheiden und bei der Vermehrung mitwirken
  • b)Jungsauen für die Zucht selektieren
  • c)Sauen ins Deckzentrum einstallen und für die Rausche vorbereiten
  • d)Rauschekontrolle durchführen und Besamungszeitpunkt festlegen
  • e)Bedeckung, insbesondere durch künstliche Besamung, durchführen sowie Trächtigkeit überprüfen
  • f)Besamungskataloge lesen und Auswahl treffen
2 Sauenhaltung10 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
  • a)Geburt von Ferkeln vorbereiten und überwachen, Maßnahmen zur Versorgung von Muttertieren und Ferkeln durchführen
  • b)Ferkel kastrieren und Schwänze kupieren
  • c)Wurfausgleich durchführen
  • d)Saugferkel, trächtige und säugende Sauen nach Kondition und Status füttern
  • e)Saugferkel absetzen, Gewicht ermitteln und Leistungskontrolle durchführen
  • f)Klauengesundheit beurteilen und Klauenpflege durchführen
3 Ferkelaufzucht und Schweinemast20 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
  • a)Ferkel und Mastschweine nach Anzahl, Gewicht, Geschlecht und Gesundheitsstatus sortieren sowie in Gruppen zusammenstellen
  • b)Ferkel und Mastschweine alters- und bedarfsgerecht füttern
  • c)Ferkel und Mastschweine umsetzen und Gruppenausgleich durchführen
  • d)Bestandsentwicklung bei Ferkeln und Mastschweinen beobachten, kontrollieren und Leistung ermitteln
4 Vermarktung5 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
  • a)Ausstalltermine für Ferkel und Mastschweine koordinieren und Transport vorbereiten
  • b)Ferkel und Mastschweine nach Qualitätsstandards vermarkten
5 Technische Systeme der Schweinehaltung4 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
  • a)Fütterungs- und Lüftungssysteme beurteilen und betriebsspezifisch anwenden
  • b)Produktions- und Haltungsverfahren erläutern und anwenden
6 Verwertung und Entsorgung von Rückständen4 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
  • a)Mengen von tierischen Ausscheidungen, insbesondere Gülleanfall, qualitativ und quantitativ ermitteln
  • b)Wirtschaftsdünger umweltschonend lagern und den Nutzen und die Kosten für die Entsorgung, insbesondere von Gülle, kalkulieren
  • c)Emissionen aus der Schweinehaltung beschreiben und Möglichkeiten zur Reduktion nutzen
  • d)verendete und notgetötete Tiere lagern und die Entsorgung veranlassen

C: Fachrichtung Geflügelhaltung5 Positionen

1 Haltung und Herdenmanagement17 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
  • a)Haltungsverfahren, -Systeme und Einrichtungselemente beurteilen und betriebsspezifisch anwenden
  • b)Verfahren der Geflügelproduktion erläutern und betriebsspezifisch anwenden
  • c)Licht- und Impfprogramme durchführen
  • d)Anforderungen an Stallklima erläutern und Stallklima regeln
  • e)Besatzdichte nach Produktionszweig und Entwicklungsstadien festlegen
  • f)Leistung ermitteln, kontrollieren und Maßnahmen ergreifen
  • g)Küken und Junggeflügel einstallen und versorgen
  • h)produktionszweigspezifische Maßnahmen durchführen, insbesondere Schnabel kupieren
  • i)Geflügel um- und ausstallen sowie transportieren
2 Fütterung15 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
  • a)Geflügel bedarfsgerecht nach Produktionszweig und Entwicklungsstadien füttern
  • b)Fütterungstechniken beurteilen und anwenden
  • c)durch Fütterungsmaßnahmen zur Reduzierung von Stickstoff- und Phosphoremissionen beitragen
  • d)Futtermittel auf Qualität und Struktur überprüfen
  • e)Zusatzstoffe in der Geflügelfütterung einsetzen und den Einsatz dokumentieren
3 Produktgewinnung und Vermarktung10 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
  • a)Eier erzeugen, abnehmen, sortieren, kennzeichnen, verpacken und vermarkten
  • b)Geflügel schlachten, Schlachtkörper aufbereiten
  • c)Vermarktungswege erläutern und beurteilen
  • d)Geflügel nach Qualitätsstandards vermarkten
4 Reproduktion, Vermehrung, Brut6 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
  • a)Reproduktionsverfahren in der Geflügelwirtschaft unterscheiden und bei der Vermehrung mitwirken
  • b)Bruteier gewinnen und lagern
  • c)Bruttechnik anwenden
5 Verwertung und Entsorgung von Rückständen4 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
  • a)Wirtschaftsdüngeranfall unter Berücksichtigung der Nährstoffgehalte ermitteln
  • b)Wirtschaftsdünger umweltschonend lagern und nutzen
  • c)Emissionen aus der Geflügelhaltung beschreiben und Möglichkeiten zur Reduktion nutzen
  • d)verendete und notgetötete Tiere lagern und die Entsorgung veranlassen

D: Fachrichtung Schäferei6 Positionen

1 Schafhaltung10 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
  • a)Schafhaltungsformen, insbesondere stationäre Hütehaltung, Wanderschäferei, Koppelhaltung und Stallhaltung, unterscheiden und beurteilen
  • b)Schafe nach betrieblichen Haltungsformen versorgen und pflegen
  • c)Klauengesundheit beurteilen und Klauenpflege durchführen
  • d)Schafe nach Leistungsgruppen zusammenstellen und füttern
  • e)Informationen aus Auktions- und Tierschaukatalogen beurteilen sowie Zuchttiere vorführen
2 Ablammung und Aufzucht10 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
  • a)Böcke auswählen und zuteilen
  • b)Mutterschafe belegen, Trächtigkeit feststellen
  • c)Mutterschafe für die Geburt vorbereiten
  • d)Ablammphasen erläutern, Geburt vorbereiten, überwachen und Geburtshilfe leisten
  • e)Maßnahmen zur Versorgung von Muttertieren und Lämmern nach der Geburt durchführen
  • f)Lämmer kupieren und kastrieren
  • g)Aufzuchtverfahren beurteilen und nach betrieblichen Bedingungen anwenden
  • h)Eutergesundheit kontrollieren und beurteilen sowie Maßnahmen einleiten
3 Produktion von Wolle, Milch und Fleisch12 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
  • a)Schurmethoden unterscheiden und Voll- und Schwanzschur durchführen
  • b)Qualität von Wolle und Vlies beurteilen
  • c)Maßnahmen zur Förderung und zum Erhalt der Wollqualität durchführen
  • d)Verfahren zur Gewinnung von Schafmilch unterscheiden und Schafe melken
  • e)Maßnahmen zur Förderung und zum Erhalt der Fleischqualität durchführen
  • f)Schafe schlachten
  • g)Schlachtkörper beurteilen und in Teilstücke zerlegen
4 Hütetechnik6 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
  • a)Schafe hüten
  • b)Hunderassen und -schläge für die Schäferei beurteilen und Herdengebrauchshunde einsetzen
  • c)Herdengebrauchshunde pflegen, halten, versorgen und führen
5 Weidewirtschaft, Futtergewinnung10 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
  • a)Besatzstärke und -dichte für die Weidewirtschaft definieren und Weideplan erstellen
  • b)Futterwerbung erläutern sowie Heuwerbung planen und durchführen
  • c)Weidetechniken anwenden und Koppelbau durchführen
  • d)Pflege-, Dünge- und Pflanzenschutzmaßnahmen erläutern
  • e)Weidestandorte beurteilen
6 Naturschutz und Landschaftspflege4 Wochen im 3. Ausbildungsjahr

Landschaftspflegemaßnahmen mit Schafen durchführen

E: Fachrichtung Imkerei6 Positionen

1 Völkerführung und Bienengesundheit21 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
  • a)Trachtnutzung erkennen und beurteilen sowie Maßnahmen ergreifen
  • b)Ernährungsstadien erkennen und entsprechende Fütterungen durchführen
  • c)Volkstärke beurteilen, Völker einengen und erweitern, Völker vereinigen und auflösen
  • d)Schwarmstimmung beurteilen und Schwarmverhinderungsmethoden anwenden, Schwarm versorgen und führen sowie Rechtsvorschriften beachten
  • e)Jungvölker aufbauen und pflegen
  • f)Bienenvölker unter Berücksichtigung von Volkstärke, Brutnest, Futter und Bienengesundheit ein- und auswintern
  • g)Bienengesundheit prüfen und sicherstellen
2 Bienenwanderung5 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
  • a)Standorte unter Berücksichtigung von Trachtmöglichkeiten und Trachtangeboten sowie mikroklimatischen Bedingungen auswählen
  • b)Voraussetzungen für Bienenwanderung unter Beachtung rechtlicher Vorschriften abklären
  • c)Bienenvölker für Wanderung auswählen und zum Transport vorbereiten
3 Bienenweide, Bestäubung und Naturschutz3 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
  • a)Trachtpflanzen bestimmen und deren Wert erläutern
  • b)Bienenschutzverordnung erläutern sowie Schäden durch Pflanzenschutzmittel feststellen und Maßnahmen einleiten
  • c)Maßnahmen zur Bienenweideverbesserung durchführen
  • d)Völkerführung für spezifische Bestäubungsaufgaben, insbesondere von Kulturpflanzen, erläutern und durchführen
  • e)Bedeutung der Bienenhaltung für den Naturschutz erläutern
4 Bienenprodukte gewinnen und vermarkten12 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
  • a)Reifegrad des Honigs feststellen und Honig ernten
  • b)verschiedene Gewinnungsarten von Honig darstellen und Honig, insbesondere durch Schleudern, gewinnen
  • c)Honig, insbesondere unter Beachtung der lebensmittel-rechtlichen Regelungen, bearbeiten und abfüllen
  • d)weitere Bienenprodukte unterscheiden, Wachs gewinnen und verarbeiten
  • e)Produkte präsentieren und Kunden informieren
5 Königinnenzucht7 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
  • a)Königinnen in weisellosen und weiselrichtigen Völkern unter Berücksichtigung von Aufzuchtplänen aufziehen und Ergebnisse beurteilen
  • b)Pflege- und Drohnenvölker vorbereiten und betreuen
  • c)Belegstellenarten unterscheiden, Begattungseinheiten vorbereiten, versorgen und Begattungsergebnisse kontrollieren
  • d)instrumentelle Besamung erläutern
6 Betriebsmittel zur Bienenhaltung4 Wochen im 3. Ausbildungsjahr
  • a)Betriebsmittel zur Bienenhaltung, insbesondere aus Holz, anfertigen sowie Eigenschaften von Holzarten erläutern
  • b)Betriebsmittel reinigen, pflegen und instand halten

Häufige Fragen

Was schreibe ich als Tierwirt ins Berichtsheft?

Die Arbeiten der Woche mit den Tieren, etwa Füttern, Melken, Tierkontrolle, Reproduktion, Stallpflege und Dokumentation, mit Stunden je Tag, dazu die Themen der Berufsschule. Stichworte genügen, zum Beispiel „Kälber getränkt, Boxen gereinigt, Auffälligkeiten gemeldet“.

Gibt es beim Tierwirt Fachrichtungen?

Ja. Die Verordnung nennt fünf: Rinderhaltung, Schweinehaltung, Geflügelhaltung, Schäferei und Imkerei. Sie wählen eine davon, und danach richten sich die Inhalte der Ausbildung und der schriftlichen Abschlussprüfung. Die Ausbildung dauert drei Jahre.

Darf ich Betriebszahlen und Tierdaten ins Berichtsheft schreiben?

Das ist nicht nötig. Beschreiben Sie die Tätigkeit ohne Leistungsdaten, Bestandszahlen und Preise des Betriebes. Auszubildende müssen Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse wahren (§ 13 Satz 2 Nummer 6 BBiG).

Wird das Berichtsheft in der Abschlussprüfung gebraucht?

Ja, als Voraussetzung für die Zulassung. Zugelassen wird, wer den Ausbildungsnachweis vorgelegt hat (§ 43 Absatz 1 Nummer 2 BBiG). Nach der Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses wird er in der Prüfung nicht bewertet.

Quellen

Das Berichtsheft digital führen

heftwerk ist ein Berichtsheft-Tool für den digitalen Ausbildungsnachweis. Auszubildende tragen ihre Woche am Telefon oder am Rechner ein, der Ausbilder gibt sie frei, und der Nachweis steht als PDF bereit. Für Auszubildende ist heftwerk kostenlos, den Zugang richtet der Ausbildungsbetrieb ein. heftwerk im Überblick

Ausbildungsnachweis nach BBiG, Freigabe durch den Ausbilder, Export als PDF. Ab 41,25 € im Monat* für bis zu fünf Auszubildende, netto zuzüglich Umsatzsteuer. Preis und häufige Fragen

*Mit dem Code IHK2026: bis einschließlich 31.12.2026 kostenfrei (bei Abschluss ab 2027: 30 Tage), danach zum halben Preis, bei jährlicher Zahlung 41,25 € im Monat (495 € im Jahr), netto. Preis fest bis Ende 2030, danach bis 2045 nur Inflationsausgleich nach dem Verbraucherpreisindex. Abschluss bis 31.03.2027. *Aktionsbedingungen

Demo ansehenDem Betrieb zeigen