Berichtsheft als Buchbinder: Beispiele und Tipps
Ins Berichtsheft als Buchbinder gehören Ihre Arbeitsschritte in der Werkstatt, zum Beispiel Falzen, Heften, Pressen, Einhängen und Prägen, dazu die Einrichtung und Pflege von Maschinen, die Materialauswahl bei Papier, Karton, Leinen und Leder sowie die Themen aus der Berufsschule. Tragen Sie ein, was Sie getan haben, womit Sie gearbeitet haben und was Sie dabei gelernt haben.
Stand: 21.10.2026
Was als Buchbinder ins Berichtsheft gehört
Grundlage ist die Buchbinder-Ausbildungsverordnung (BuchbAusbV) von 2011. Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Es gibt keine Fachrichtungen mehr. Stattdessen legen Sie mit Ihrem Betrieb im Ausbildungsvertrag Wahlqualifikationen fest: zwei aus einer ersten Auswahlliste (zum Beispiel Instandsetzen von Büchern und Objekten, Fertigen von Behältnissen oder Gestalten buchbinderischer Erzeugnisse) und eine aus einer zweiten Liste (Einzel- und Sonderfertigung oder Maschinelle Fertigung).
Der Ausbildungsrahmenplan ordnet die Inhalte nach Berufsbildpositionen. Ihre Einträge lassen sich diesen Bereichen zuordnen:
- Planen und Organisieren von Arbeitsabläufen
- Einrichten von Arbeitsplätzen, Geräten, Maschinen und Anlagen
- Herstellen buchbinderischer Erzeugnisse
- Bewerten und Auswählen von Verarbeitungstechniken
- Pflegen und Warten
- Ihre gewählten Wahlqualifikationen, etwa Instandsetzen von Büchern und Objekten oder Einzel- und Sonderfertigung
- Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht
- Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, Umweltschutz
- Betriebliche und kundenorientierte Kommunikation
Beispielwoche im ersten Ausbildungsjahr
Die Einträge sind Beispiele; Ihre Woche sieht anders aus. Die Stunden richten sich nach Ihrem Ausbildungsvertrag.
| Tag | Tätigkeiten | Stunden |
|---|---|---|
| Montag | Papierbögen nach Laufrichtung geprüft, auf Format geschnitten und von Hand gefalzt; Falzbein und Falzmaß geübt | 8 |
| Dienstag | Lagen zu Buchblöcken zusammengetragen und mit Fadenheftung auf dem Heftrahmen geheftet | 8 |
| Mittwoch | Berufsschule: Werkstoffe Papier und Karton, Arbeitssicherheit, Fachrechnen | 8 |
| Donnerstag | Buchblöcke geleimt, abgepresst und Rücken gerundet; Kapitalband und Gazestreifen angebracht | 8 |
| Freitag | Schneidemaschine unter Anleitung eingerichtet, Werkzeuge gereinigt und Arbeitsplatz aufgeräumt | 8 |
Beispielwoche im dritten Ausbildungsjahr
| Tag | Tätigkeiten | Stunden |
|---|---|---|
| Montag | Beschädigtes Buch aus Kundenbesitz begutachtet, Schäden dokumentiert und Instandsetzung mit dem Meister abgestimmt | 8 |
| Dienstag | Rücken gelöst, Lagen ausgebessert, neu geheftet und Überzugsmaterial passend zum Original ausgewählt | 8 |
| Mittwoch | Berufsschule: Auftragsplanung, Kalkulation, Gestaltung buchbinderischer Erzeugnisse | 8 |
| Donnerstag | Kleinauflage von 50 Broschuren an der Falzmaschine und Klebebindung eingerichtet und gefertigt, Stichproben kontrolliert | 8 |
| Freitag | Schmuckkassette für Urkunden gebaut, Einband bezogen und Prägung mit der Handvergoldepresse ausgeführt | 8 |
Berufsschule im Berichtsheft des Buchbinders
Tragen Sie die Unterrichtsthemen als Stichworte ein, zum Beispiel Papierarten, Falzarten, Bindeverfahren oder Kalkulation von Aufträgen. Der Rahmenlehrplan der Kultusministerkonferenz gliedert den Unterricht in Lernfelder; welche davon wann dran sind, legt Ihre Berufsschule fest.
Nach der Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses gehören die Themen des Berufsschulunterrichts in den Ausbildungsnachweis.
Formulierungen für den Beruf Buchbinder
| Statt | Besser |
|---|---|
| Bücher gebunden | 30 Buchblöcke mit Fadenheftung geheftet, geleimt und gepresst |
| An der Maschine gearbeitet | Schneidemaschine auf Format 148 mal 210 Millimeter eingestellt und 500 Bögen geschnitten |
| Einband gemacht | Buchdecke aus Leinen und Pappe gefertigt, Buchblock eingehängt und Vorsatz angesetzt |
| Reparatur erledigt | Gelösten Rücken eines Buches neu geheftet und mit passendem Gewebe verstärkt |
| Material vorbereitet | Papier nach Laufrichtung und Grammatur ausgewählt und auf Maß zugeschnitten |
Fachberichte, Lehrgänge und zuständige Stelle
Ausgebildet wird in Buchbindereien des Handwerks, in Werkstätten für Restaurierung und Einrahmung sowie in Betrieben der Druckweiterverarbeitung. Zuständig ist im Handwerk die Handwerkskammer. Ob Fachberichte, Skizzen oder Fotos verlangt werden, geben Kammer und Betrieb vor. Fragen Sie Ihren Ausbilder.
Lehrgänge außerhalb der Ausbildungsstätte tragen Sie mit Thema, Ort und Stunden ein. Der Betrieb stellt Sie dafür frei (§ 15 Absatz 1 Satz 2 Nummer 4 BBiG). Kundennamen und Auftragsnummern brauchen Sie im Nachweis nicht.
- ÜBA und Lehrgänge im Berichtsheft: so tragen Sie Unterweisungen ein
- Digitales Berichtsheft im Handwerksbetrieb
Gesellenprüfung und Zulassung
Die Zwischenprüfung findet vor Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt. Die Gesellenprüfung hat vier Bereiche: Buchbinderische Fertigung (7 Stunden, Arbeitsaufgabe mit Fachgespräch von höchstens 10 Minuten, Gewicht 50 Prozent), Auftragsplanung und Kommunikation (120 Minuten, 20 Prozent), Fertigungstechniken und buchbinderische Gestaltung (120 Minuten, 20 Prozent) sowie Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Minuten, 10 Prozent).
Zur Gesellenprüfung wird zugelassen, wer den Ausbildungsnachweis vorgelegt hat (§ 36 Absatz 1 Nummer 2 HwO). Nach der Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses wird der Nachweis in der Prüfung nicht bewertet.
- Berichtsheft schreiben: Anleitung
- Berichtsheft Vorlage
- Berichtsheft Beispiele nach Beruf
- Zwischenprüfung oder Abschlussprüfung Teil 1: Was gilt in meinem Beruf?
- Berichtsheft und Abschlussprüfung: Was gilt für die Zulassung?
Ausbildungsrahmenplan
Was der Betrieb in der Ausbildung vermittelt, legt der Ausbildungsrahmenplan fest, eine Anlage der Ausbildungsordnung. Hier steht er im Wortlaut der Verordnung über die Berufsausbildung zum Buchbinder und zur Buchbinderin (BuchbAusbV 2011), abgerufen von gesetze-im-internet.de am 25.10.2026. Verweise auf Paragrafen der Verordnung sind in den Überschriften weggelassen. Die Zeitangaben sind Richtwerte; maßgeblich ist die amtliche Fassung.
Abschnitt A: Berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten5 Positionen
1 Planen und Organisieren von Arbeitsabläufen22 Wochen im 1. bis 18. Monat
- a)Arbeitsunterlagen auf Vollständigkeit prüfen und Umsetzbarkeit der Vorgaben abschätzen
- b)Arbeitsabläufe nach organisatorischen, fertigungstechnischen und wirtschaftlichen Kriterien festlegen, dabei Gestaltungsaspekte berücksichtigen
- c)Materialeinsatz disponieren, Verfügbarkeit von Materialien, Werkzeugen und Geräten sicherstellen
- d)Materialeingangskontrolle durchführen
- e)Materialfluss sowie material- und transportgerechte Lagerung von Produkten planen
2 Einrichten von Arbeitsplätzen, Geräten, Maschinen und Anlagen28 Wochen im 1. bis 18. Monat
- a)Arbeitsplätze, Geräte und Werkzeuge herrichten
- b)Maschinen und Anlagen rüsten
- c)Zusatzeinrichtungen einstellen
- d)Probeprodukte erstellen und Übereinstimmung mit den Anforderungen überprüfen, bei Abweichungen Einstellungen optimieren
- e)Freigabe einholen und Fertigung beginnen
3 Herstellen buchbinderischer Erzeugnisse28 Wochen im 1. bis 18. Monat
- a)Materialien, insbesondere durch Schneiden, Falzen, Sammeln, Heften, Kleben, Binden, Prägen, manuell und maschinell bearbeiten
- b)Maschinen und Geräte bedienen, Arbeitsabläufe steuern, Arbeitsergebnisse dokumentieren
- c)Produkte auf Standgenauigkeit und Maßhaltigkeit prüfen
- d)Verarbeitungsprozesse überwachen, Wechselwirkungen zwischen Materialien, klimatischen Einflüssen sowie Veredelungsprozessen berücksichtigen, Qualitätsprüfungen durchführen und Fertigungsabläufe optimieren
- e)Produkte verpacken, transportieren, lagern und versandfertig machen
4 Bewerten und Auswählen von Verarbeitungstechniken10 Wochen im 19. bis 36. Monat
- a)Verarbeitungstechniken und Verfahren hinsichtlich der zu erzielenden Produktqualität einschließlich Kosten und Ressourcenschonung beurteilen und auswählen
- b)Werkzeuge, Geräte, Maschinen und Anlagen, insbesondere hinsichtlich Funktion, Aufbau sowie Einsatzmöglichkeiten, beurteilen
- c)Materialverhalten im Fertigungsprozess hinsichtlich der geforderten Qualität beurteilen, dabei Wechselwirkungen verschiedener Materialien beachten
5 Pflegen und Warten10 Wochen im 19. bis 36. Monat
- a)Funktionsprüfungen durchführen sowie Werkzeuge, Geräte, Maschinen und Anlagen pflegen, reinigen und warten
- b)Sicherheitseinrichtungen auf ihre Wirksamkeit überprüfen
- c)Störungen und Schäden feststellen, Maßnahmen zu deren Behebung ergreifen
Abschnitt B: Weitere berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten aus den Wahlqualifikationen
1. Auswahlliste I9 Positionen
I.1 Unternehmerisches Handeln13 Wochen im 19. bis 36. Monat
- a)Abläufe kostenbewusst steuern
- b)Auftragsanweisungen und fertigungstechnische Unterlagen erstellen
- c)Schutzrechte sowie datenschutzrechtliche Aspekte bei der Auftragsvorbereitung berücksichtigen
- d)Musterdokumentation anlegen und pflegen
- e)Trends bewerten und Zielgruppen erschließen
- f)Werbemaßnahmen zur Kundengewinnung und Kundenbindung einschließlich ihrer Kontrollmöglichkeiten darstellen und durchführen
I.2 Kaufmännische Auftragsbearbeitung13 Wochen im 19. bis 36. Monat
- a)Beratungs- und Verkaufsgespräche planen, durchführen und nachbereiten
- b)Schriftverkehr durchführen
- c)Unterlagen für die Erstellung von Angeboten beschaffen und auswerten
- d)Angebote nach betrieblichen Vorgaben, insbesondere unter Berücksichtigung von Kosten, Zeitaufwand und Personalbedarf, erstellen
- e)betriebliche Leistungen erfassen
- f)Dienstleistungen und Produkte verkaufen
I.3 Einrahmen von Bildern und Objekten13 Wochen im 19. bis 36. Monat
- a)Rahmungen nach Kundenwünschen entwickeln und skizzieren
- b)Materialien, Formgebung, Farbigkeit und grafische Elemente nach funktionalen und ästhetischen Kriterien auswählen
- c)Leinwände aufspannen, Bilder aufziehen
- d)Passepartouts fertigen
- e)Rahmen herstellen sowie Bilder und Objekte einpassen
- f)Arbeitsergebnisse prüfen und dokumentieren
I.4 Fertigen von Behält- nissen13 Wochen im 19. bis 36. Monat
- a)Behältnisse, insbesondere Mappen, Ordner, Kästen, Schuber, Kassetten, Etuis und Versandverpackungen nach Kundenwünschen entwickeln und skizzieren
- b)Materialien, Formgebung, Farbigkeit und grafische Elemente nach funktionalen und ästhetischen Kriterien auswählen
- c)Behältnisse herstellen und ausstatten
- d)Arbeitsergebnisse prüfen und dokumentieren
I.5 Instandsetzen von Büchern und Objekten13 Wochen im 19. bis 36. Monat
- a)Schäden und deren Ursachen an Büchern und Objekten feststellen und dokumentieren
- b)Vorgehensweise der Instandsetzung unter Berücksichtigung der am Buch oder Objekt vorgefundenen Techniken und Materialien festlegen
- c)Materialien auswählen und auf Verarbeitbarkeit und Verträglichkeit mit dem instand zu setzenden Buch oder Objekt prüfen
- d)Instandsetzung durchführen
- e)Arbeitsergebnisse prüfen und dokumentieren
I.6 Gestalten buchbinderischer Erzeugnisse13 Wochen im 19. bis 36. Monat
- a)in Abstimmung mit Kunden unter Berücksichtigung von Kosten und technischer Realisierbarkeit Gestaltungsvorschläge entwickeln und skizzieren
- b)Materialien, Formgebung, Farbigkeit und grafische Elemente nach funktionalen und ästhetischen Kriterien auswählen, Stilepochen und Normen berücksichtigen
- c)Materialien, insbesondere Papiere durch Verändern von Struktur, Form und Oberfläche, gestalten
- d)Gestaltungsvorschläge umsetzen und Muster fertigen
- e)Musterkollektionen erstellen und präsentieren
- f)Arbeitsergebnisse prüfen und dokumentieren
I.7 Ausführen von Sonderausstattungen13 Wochen im 19. bis 36. Monat
- a)Arbeitsabläufe, insbesondere für das Anbringen von Taschen, Buchschließen, Mechaniken, Registern, Ösen, Einfassungen, Wattierungen und Applikationen, planen
- b)Sonderausstattungen herstellen
- c)Sonderausstattungen anbringen und Funktionalitäten feststellen
- d)Arbeitsergebnisse prüfen und dokumentieren
I.8 Kaschieren und Aufziehen13 Wochen im 19. bis 36. Monat
- a)Materialien auf Verträglichkeit prüfen und festlegen, Laufrichtung bestimmen, produkt- und fertigungsspezifische Gesichtspunkte berücksichtigen
- b)Klebetechniken unterscheiden und auswählen
- c)Materialien und Produkte kaschieren, auskaschieren und endfertigen
- d)Karten, Poster und Bilder aufziehen und einfassen
- e)Oberflächenschutz und -veredelung auswählen und aufbringen
- f)Arbeitsergebnisse prüfen und dokumentieren
I.9 Ausführen von Akzidenzarbeiten13 Wochen im 19. bis 36. Monat
- a)Schneidevorgänge an der Schneidemaschine programmieren und ausführen
- b)Trenntechniken auftragsbezogen ausführen
- c)Akzidenzprodukte auftragsbezogen herstellen
- d)Arbeitsergebnisse prüfen und dokumentieren
2. Auswahlliste II2 Positionen
II.1 Einzel- und Sonderfertigung26 Wochen im 19. bis 36. Monat
- a)Arbeitsabläufe für Einzel- und Kleinserienfertigung festlegen sowie Materialien auf Qualität, Beschaffenheit und Verarbeitungsfähigkeit prüfen
- b)Produkte in manuellen Einband- und Bindetechniken sowie mit Plastik-, Spiral- und Drahtkammbindungen herstellen
- c)Produkte, insbesondere durch Prägen, Schnittveredeln, Stanzen, Kapitalen sowie Anbringen von Zeichenbändern, ausstatten und veredeln
- d)Mappen und Vollkartonagen herstellen
- e)Schäden an instand zu setzenden Produkten feststellen, Arbeitsaufwand und -weg planen, Kosten ermitteln und Instandsetzung durchführen
- f)Produkte lagern, transport- und versandfertig machen
- g)Arbeitsergebnisse prüfen, beurteilen und dokumentieren
II.2 Maschinelle Fertigung26 Wochen im 19. bis 36. Monat
- a)Materialien auf Qualität und Beschaffenheit sowie maschinelle Verarbeitungsfähigkeit prüfen und bereitstellen
- b)bei der Planung produktionsspezifische Anforderungen an Halbfertigprodukte in Bezug auf den weiteren Verarbeitungsprozess berücksichtigen
- c)Maschinen rechnergestützt einstellen, dabei Produkt- und Produktionsparameter eingeben
- d)Halbfertig- und Endprodukte maschinell herstellen, dabei Produktionsabläufe überwachen, Fertigungsstörungen erkennen und beheben
- e)bei Verarbeitungsproblemen Entscheidungen für Alternativen unter Berücksichtigung der Wechselwirkungen zwischen Materialien, klimatischen Einflüssen, veredelten Vorprodukten und Fertigungsprozessen treffen
- f)Qualitätskontrollen nach Normen und Spezifikationen durchführen, Arbeitsergebnis in Bezug auf Verwendbarkeit und Qualität beurteilen, Resultate dokumentieren sowie Belegmuster archivieren
- g)Halbfertigprodukte für den innerbetrieblichen Fertigungsablauf absetzen, Produkte lagern und versenden
Abschnitt C: Integrative Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten5 Positionen
1 Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrechtwährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln
- a)Bedeutung des Ausbildungsvertrages, insbesondere Abschluss, Dauer und Beendigung, erklären
- b)gegenseitige Rechte und Pflichten aus dem Ausbildungsvertrag nennen
- c)Möglichkeiten der beruflichen Fortbildung nennen
- d)wesentliche Teile des Arbeitsvertrages nennen
- e)wesentliche Bestimmungen der für den ausbildenden Betrieb geltenden Tarifverträge nennen
2 Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebeswährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln
- a)Aufbau und Aufgaben des ausbildenden Betriebes erläutern
- b)Grundfunktionen des ausbildenden Betriebes wie Beschaffung, Fertigung, Absatz und Verwaltung, erklären
- c)Beziehungen des ausbildenden Betriebes und seiner Beschäftigten zu Wirtschaftsorganisationen, Berufsvertretungen und Gewerkschaften nennen
- d)Grundlagen, Aufgaben und Arbeitsweise der betriebsverfassungs- oder personalvertretungsrechtlichen Organe des ausbildenden Betriebes beschreiben
3 Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeitwährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln
- a)Gefährdungen von Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz feststellen und Maßnahmen zu ihrer Vermeidung ergreifen
- b)berufsbezogene Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften anwenden
- c)Verhaltensweisen bei Unfällen beschreiben sowie erste Maßnahmen einleiten
- d)Vorschriften des vorbeugenden Brandschutzes anwenden; Verhaltensweisen bei Bränden beschreiben und Maßnahmen der Brandbekämpfung ergreifen
4 Umweltschutzwährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln
Zur Vermeidung betriebsbedingter Umweltbelastungen im beruflichen Einwirkungsbereich beitragen, insbesondere
- a)mögliche Umweltbelastungen durch den Ausbildungsbetrieb und seinen Beitrag zum Umweltschutz an Beispielen erklären
- b)für den Ausbildungsbetrieb geltende Regelungen des Umweltschutzes anwenden
- c)Möglichkeiten der wirtschaftlichen und umweltschonenden Energie- und Materialverwendung nutzen
- d)Abfälle vermeiden; Stoffe und Materialien einer umweltschonenden Entsorgung zuführen
5 Betriebliche und kundenorientierte Kommunikation6 Wochen im 19. bis 36. Monat
- a)Informationsquellen, insbesondere Dokumentationen, Handbücher, Fachberichte und Firmenunterlagen in deutscher und englischer Sprache, nutzen
- b)Dokumentationen zusammenstellen und ergänzen
- c)Informationen auswerten und bewerten
- d)Sachverhalte darstellen
- e)betriebsübliche schriftliche und mündliche Kommunikation durchführen, dabei deutsche und fremdsprachliche Fachbegriffe verwenden
- f)IT-gestützte Kommunikationssysteme nutzen
- g)Gespräche mit Vorgesetzten, Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen sowie im Team situationsgerecht und zielorientiert führen, kulturelle Identitäten berücksichtigen
- h)im Team Aufgaben planen, abstimmen, Entscheidungen erarbeiten und Konflikte lösen
- i)Sachverhalte und Lösungen visualisieren und präsentieren
- j)mit vor- und nachgelagerten Bereichen und externen Partnern kommunizieren, Übergabeprozesse abstimmen
- k)Beratungsgespräche vorbereiten, Kundenwünsche ermitteln und auf Umsetzbarkeit prüfen
- l)Beschwerden und Reklamationen unter Berücksichtigung der Interessen des Betriebes und der Kundschaft bearbeiten
Häufige Fragen
Muss ich als Buchbinder ein Berichtsheft führen?
Ja. Auszubildende führen den Ausbildungsnachweis (§ 13 Satz 2 Nummer 7 BBiG), und Ausbildende sehen ihn durch (§ 14 Absatz 2 BBiG). Ihr Betrieb sagt Ihnen, ob wöchentlich oder täglich eingetragen wird.
Was trage ich bei Wahlqualifikationen wie Instandsetzen von Büchern ein?
Tragen Sie die Arbeitsschritte ein, die Sie dazu ausgeführt haben, etwa Schäden begutachten, Rücken neu heften oder Überzugsmaterial auswählen. Ordnen Sie sie der jeweiligen Wahlqualifikation aus Ihrem Ausbildungsvertrag zu.
Wie genau müssen Maschineneinstellungen im Berichtsheft stehen?
Nennen Sie Maschine, Arbeitsgang und die wichtigsten Maße, zum Beispiel Format und Stückzahl beim Schneiden. Eine vollständige Einstellungsliste brauchen Sie nicht, es geht um nachvollziehbare Tätigkeiten.
Wird das Berichtsheft in der Gesellenprüfung bewertet?
Nein. Es ist Voraussetzung für die Zulassung (§ 36 Absatz 1 Nummer 2 HwO), wird aber nach der Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses in der Prüfung nicht bewertet. Führen Sie es trotzdem sorgfältig, denn es hilft Ihnen bei der Vorbereitung auf das Fachgespräch.
Quellen
- Verordnung über die Berufsausbildung zum Buchbinder und zur Buchbinderin (Buchbinder-Ausbildungsverordnung, BuchbAusbV), abgerufen am 21.10.2026
- Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses zum Ausbildungsnachweis, abgerufen am 21.10.2026
Das Berichtsheft digital führen
heftwerk ist ein Berichtsheft-Tool für den digitalen Ausbildungsnachweis. Auszubildende tragen ihre Woche am Telefon oder am Rechner ein, der Ausbilder gibt sie frei, und der Nachweis steht als PDF bereit. Für Auszubildende ist heftwerk kostenlos, den Zugang richtet der Ausbildungsbetrieb ein. heftwerk im Überblick
Ausbildungsnachweis nach BBiG, Freigabe durch den Ausbilder, Export als PDF. Ab 41,25 € im Monat* für bis zu fünf Auszubildende, netto zuzüglich Umsatzsteuer. Preis und häufige Fragen
*Mit dem Code IHK2026: bis einschließlich 31.12.2026 kostenfrei (bei Abschluss ab 2027: 30 Tage), danach zum halben Preis, bei jährlicher Zahlung 41,25 € im Monat (495 € im Jahr), netto. Preis fest bis Ende 2030, danach bis 2045 nur Inflationsausgleich nach dem Verbraucherpreisindex. Abschluss bis 31.03.2027. *Aktionsbedingungen
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