Berichtsheft als Investmentfondskaufmann: Beispiele und Tipps
Ins Berichtsheft als Investmentfondskaufmann gehören die Tätigkeiten und Unterrichtsthemen jeder Woche, geordnet nach den Bereichen Ausbildungsbetrieb, Kommunikation und Kooperation, Marketing und Vertrieb, fondsbezogenes Rechnungswesen, Investmentprozess und Depotgeschäft. Typische Einträge sind die Abstimmung von Fondspreisen, die Bearbeitung von Zeichnungen und Rücknahmen, die Pflege von Depotdaten, die Mitarbeit an Fondsberichten und die Vorbereitung von Anlegerunterlagen.
Stand: 21.10.2026
Was als Investmentfondskaufmann ins Berichtsheft gehört
Grundlage ist die Verordnung über die Berufsausbildung zum Investmentfondskaufmann/zur Investmentfondskauffrau (InvestAusbV). Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Schwerpunkte oder Fachrichtungen gibt es nicht, alle Auszubildenden durchlaufen dieselben sechs Bereiche des Berufsbilds. Ausgebildet wird bei Kapitalverwaltungsgesellschaften und Fondsgesellschaften.
Der Ausbildungsrahmenplan ordnet die Inhalte nach Berufsbildpositionen. Ihre Einträge lassen sich diesen Bereichen zuordnen:
- Ausbildungsbetrieb: Stellung, Rechtsform und Struktur, Berufsbildung, Arbeitssicherheit, Umweltschutz, Insiderrecht und Compliance
- Informations- und Kommunikationssysteme mit Datenschutz und Datensicherheit
- Arbeitsorganisation und kundenorientierte Kommunikation
- Fremdsprache bei Fachaufgaben
- Marketing und Vertrieb: Absatzmärkte, Zielgruppen, Vertriebskanäle und Anlegerschutz im Vertrieb
- Kaufmännische Steuerung und Kontrolle: betriebliches und fondsbezogenes Rechnungswesen, Wertentwicklungsberechnung
- Fondsreporting und Fondscontrolling
- Investmentprozess: Analysen für Kauf- und Verkaufsentscheidungen, Auflegung und Verwaltung von Fonds, Handel und Abwicklung
- Depotgeschäft: Depotführung, Verwahrung und Verwaltung von Fondsanteilen, Zahlungsverkehr, Meldewesen und Statistik
Beispielwoche im ersten Ausbildungsjahr
Die Einträge sind Beispiele; Ihre Woche sieht anders aus. Die Stunden richten sich nach Ihrem Ausbildungsvertrag.
| Tag | Tätigkeiten | Stunden |
|---|---|---|
| Montag | Einweisung in die Fondsbuchhaltung, Belege zu Verwaltungsvergütungen den Konten zugeordnet, Postfach der Abteilung Depotführung gesichtet | 8 |
| Dienstag | Zeichnungs- und Rücknahmeaufträge mit der Depotbank abgeglichen, Abweichungen in einer Liste notiert | 8 |
| Mittwoch | Berufsschule: Grundlagen des Rechnungswesens, Buchungen auf Bestandskonten, Wirtschafts- und Sozialkunde | 8 |
| Donnerstag | Anlegerstammdaten im Depotverwaltungssystem geprüft und Adressänderungen nach Vorgabe erfasst, Datenschutzunterweisung besucht | 8 |
| Freitag | Wochenstatistik zu Fondsvolumen und Mittelzuflüssen für die Abteilung erstellt, Ablage der Wochenunterlagen | 8 |
Beispielwoche im dritten Ausbildungsjahr
| Tag | Tätigkeiten | Stunden |
|---|---|---|
| Montag | Tägliche Anteilspreisermittlung eines Publikumsfonds nachvollzogen, Kursdifferenzen zur Bewertungsquelle geklärt | 8 |
| Dienstag | Wertentwicklung mehrerer Fonds nach der BVI-Methode berechnet und mit dem Controlling abgestimmt | 8 |
| Mittwoch | Berufsschule: Investmentprozess, Fondsstrukturen und Anlagegrenzen, Vorbereitung auf die Abschlussprüfung | 8 |
| Donnerstag | Mitarbeit am Halbjahresbericht eines Fonds, Daten zu Portfoliostruktur und Kosten zusammengestellt | 8 |
| Freitag | Entwurf einer Anlegerinformation zu einer Ausschüttung vorbereitet, Rücksprache mit der Compliance zur Prüfung der Formulierungen | 8 |
Berufsschule im Berichtsheft des Investmentfondskaufmanns
Tragen Sie die Unterrichtsthemen als Stichworte ein, zum Beispiel „Zinseszinsrechnung“, „Bewertung von Wertpapieren“ oder „Anlegerschutz“. Der Rahmenlehrplan der Kultusministerkonferenz gliedert den Unterricht in Lernfelder; welche davon wann dran sind, legt Ihre Berufsschule fest.
Nach der Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses gehören die Themen des Berufsschulunterrichts in den Ausbildungsnachweis.
Formulierungen für den Beruf Investmentfondskaufmann
| Statt | Besser |
|---|---|
| Mit Fonds gearbeitet | Tägliche Anteilspreise dreier Aktienfonds mit der Bewertungsquelle abgeglichen und Differenzen dokumentiert |
| Kundenanfragen bearbeitet | Anfragen von Anlegern zu Rücknahmefristen beantwortet und die Antworten im System vermerkt |
| Buchhaltung gemacht | Verwaltungsvergütung und Depotbankgebühr eines Fonds für den Monat gebucht |
| Bericht geschrieben | Tabellen zu Portfoliostruktur und Kosten für den Jahresbericht eines Fonds erstellt |
| Im Handel dabei gewesen | Wertpapierorders mit dem Handel abgestimmt und die Abwicklung bis zur Lieferung der Stücke verfolgt |
Fachberichte, Lehrgänge und zuständige Stelle
Ausgebildet wird in Kapitalverwaltungsgesellschaften und bei Fondsanbietern von Banken und Versicherern. Zuständige Stelle ist die Industrie- und Handelskammer. Ob Fachberichte, Skizzen oder Fotos verlangt werden, geben Kammer und Betrieb vor. Fragen Sie Ihren Ausbilder.
Lehrgänge außerhalb der Ausbildungsstätte tragen Sie mit Thema, Ort und Stunden ein. Der Betrieb stellt Sie dafür frei (§ 15 Absatz 1 Satz 2 Nummer 4 BBiG). Kundennamen und Auftragsnummern brauchen Sie im Nachweis nicht. Das gilt besonders bei Anlegerdaten, die dem Datenschutz unterliegen.
Abschlussprüfung und Zulassung
Die Abschlussprüfung hat drei schriftliche Bereiche und einen mündlichen. Schriftlich geprüft werden Investmentprozess und fondsbezogenes Rechnungswesen (bis zu 180 Minuten), Depotgeschäft und Marketing (bis zu 90 Minuten) sowie Wirtschafts- und Sozialkunde (bis zu 90 Minuten). Mündlich folgt ein fallbezogenes Fachgespräch: Aus zwei Aufgaben wählen Sie eine, bereiten sich bis zu 20 Minuten vor und sprechen dann bis zu 20 Minuten. Der erste schriftliche Bereich zählt in der Gesamtnote doppelt. Zuvor findet in der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres eine Zwischenprüfung statt.
Zur Abschlussprüfung wird zugelassen, wer den Ausbildungsnachweis vorgelegt hat (§ 43 Absatz 1 Nummer 2 BBiG). Nach der Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses wird der Nachweis in der Prüfung nicht bewertet.
- Berichtsheft schreiben: Anleitung
- Berichtsheft Vorlage
- Berichtsheft Beispiele nach Beruf
- Zwischenprüfung oder Abschlussprüfung Teil 1: Was gilt in meinem Beruf?
- Berichtsheft und Abschlussprüfung: Was gilt für die Zulassung?
Ausbildungsrahmenplan
Was der Betrieb in der Ausbildung vermittelt, legt der Ausbildungsrahmenplan fest, eine Anlage der Ausbildungsordnung. Hier steht er im Wortlaut der Verordnung über die Berufsausbildung zum Investmentfondskaufmann/zur Investmentfondskauffrau (InvestAusbV), abgerufen von gesetze-im-internet.de am 25.10.2026. Verweise auf Paragrafen der Verordnung sind in den Überschriften weggelassen. Die Zeitangaben sind Richtwerte; maßgeblich ist die amtliche Fassung.
Positionen des Rahmenplans28 Positionen
1. Der Ausbildungsbetrieb
1.1 Stellung, Rechtsform und Struktur
- a)Zielsetzung und Geschäftsfelder des ausbildenden Betriebes sowie seine Stellung am Markt beschreiben
- b)Rechtsform und Struktur des ausbildenden Betriebes und seine rechtliche und organisatorische Einbindung in das Unternehmen darstellen
- c)Aufbau- und Ablauforganisation des Ausbildungsbetriebes darstellen
- d)die Bedeutung von Kooperationen im Bereich von Finanzdienstleistungen für den Ausbildungsbetrieb darstellen
- e)Zusammenarbeit des Ausbildungsbetriebes mit Wirtschaftsorganisationen, Behörden und Berufsvertretungen beschreiben
- f)rechtliche Grundlagen für Kapitalverwaltungsgesellschaften anwenden und deren Auswirkungen auf die Geschäftsfelder und den Handlungsrahmen des Ausbildungsbetriebes beachten
1.2 Berufsbildung und Personalwirtschaft
- a)arbeits- und sozialrechtliche Bestimmungen für das Arbeitsverhältnis anhand von Beispielen erläutern
- b)Nachweise für das Arbeitsverhältnis erläutern und die Positionen der eigenen Gehaltsabrechnung beschreiben
- c)Beteiligungsrechte betriebsverfassungs- oder personalvertretungsrechtlicher Organe erklären
- d)über wesentliche tarifvertragliche Regelungen, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen sowie betriebliche Übungen und deren Zustandekommen berichten
- e)den Nutzen der beruflichen Weiterbildungsmöglichkeiten für die persönliche und berufliche Entwicklung sowie für den Unternehmenserfolg darstellen
- f)Ziele, Grundsätze und Kriterien bei Personalplanung, -beschaffung und -einsatz beschreiben
- g)Rechte und Pflichten aus dem Ausbildungsvertrag und die Aufgaben der Beteiligten im dualen System erläutern
- h)den betrieblichen Ausbildungsplan mit der Ausbildungsordnung vergleichen und unter Nutzung von Arbeits- und Lerntechniken zu seiner Umsetzung beitragen
1.3 Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit
- a)Gefährdung von Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz feststellen und Maßnahmen zu ihrer Vermeidung ergreifen
- b)berufsbezogene Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften anwenden
- c)Verhaltensweisen bei Unfällen beschreiben sowie erste Maßnahmen einleiten
- d)Vorschriften des vorbeugenden Brandschutzes anwenden; Verhaltensweisen bei Bränden beschreiben und Maßnahmen zur Brandbekämpfung ergreifen
1.4 Umweltschutz
Zur Vermeidung betriebsbedingter Umweltbelastungen im beruflichen Einwirkungsbereich beitragen, insbesondere
- a)mögliche Umweltbelastungen durch den Ausbildungsbetrieb und seinen Beitrag zum Umweltschutz an Beispielen erklären
- b)für den Ausbildungsbetrieb geltende Regeln des Umweltschutzes anwenden
- c)Möglichkeiten der wirtschaftlichen und umweltschonenden Energie- und Materialverwendung nutzen
- d)Abfälle vermeiden; Stoffe und Materialien einer umweltschonenden Entsorgung zuführen
1.5 Insiderrecht, Compliance
- a)Regelungen zu Insidertatbeständen umsetzen
- b)Compliance-Regeln im Hinblick auf den Schutz der Kunden, der Anleger, der Mitarbeiter, des ausbildenden Betriebes und verbundener Unternehmen anwenden
- c)Bestimmungen zur Verhinderung von Geldwäsche anwenden
2. Kommunikation und Kooperation
2.1 Informations- und Kommunikationssysteme, Datenschutz und Datensicherheit
- a)Informations- und Kommunikationssysteme aufgabenorientiert nutzen
- b)Regeln zum Datenschutz anwenden
- c)Daten sichern, Daten pflegen, Datensicherung und unterschiedliche Zugriffsberechtigungen begründen
2.2 Arbeitsorganisation
- a)qualitätssichernde Maßnahmen im eigenen Arbeitsbereich ausführen, insbesondere zur kontinuierlichen Verbesserung von Arbeitsprozessen im eigenen Arbeitsbereich beitragen
- b)interne und externe Geschäftsprozesse des Ausbildungsbetriebes unterscheiden und Schnittstellen aufzeigen
- c)Berichts- und Entscheidungswege im Rahmen von Geschäftsprozessen und bei der Aufgabendurchführung berücksichtigen
- d)mit den beteiligten Organisationseinheiten des Ausbildungsbetriebes zusammenarbeiten und dabei die Aufgabendurchführung in den Gesamtprozess einordnen
- e)Schriftwechsel und Unterlagen dokumentieren und archivieren
2.3 Kooperation und kundenorientierte Kommunikation
- a)Information, Kommunikation und Kooperation zur Verbesserung des Geschäftserfolgs, der Arbeitsleistung und des Betriebsklimas nutzen
- b)Aufgaben im Team planen und bearbeiten, Ergebnisse abstimmen, auswerten und darstellen
- c)Konflikte erkennen und Möglichkeiten der Konfliktlösung nutzen
- d)Sachverhalte mit Hilfe von Präsentations- und Moderationstechniken situations- und adressatengerecht aufbereiten und darstellen
- e)Informations- und Beratungsgespräche mit Kunden zielorientiert planen, durchführen und nachbereiten; Korrespondenz kundenorientiert führen
- f)Kundenreklamationen, insbesondere mit dem Ziel der Kundenbindung, bearbeiten
2.4 Anwendung einer Fremdsprache bei Fachaufgaben
- a)fremdsprachige Fachbegriffe anwenden
- b)fremdsprachige branchenübliche Informationen auswerten
- c)Auskünfte in einer fremden Sprache erteilen und einholen
- d)wesentliche Merkmale eines Fonds und Unterschiede von Fondsarten in einer Fremdsprache erklären
3. Marketing und Vertrieb
3.1 Absatzmärkte, Zielgruppen, Vertriebskanäle
- a)Anlegerbedürfnisse nach Zielgruppen unterscheiden und Absatzmärkten zuordnen
- b)Wechselwirkungen zwischen Anlegerbedürfnissen und geschäftspolitischer Zielsetzung erläutern
- c)Fondsprodukte des Unternehmens mit denen von Mitbewerbern an Beispielen vergleichen
- d)Investmentfonds mit konkurrierenden Finanzprodukten vergleichen
- e)Vertriebskanäle nach den Interessen von Kunden und dem Unternehmen unterscheiden
- f)Vertriebskanäle für neue Fonds, insbesondere unter Berücksichtigung betriebwirtschaftlicher Aspekte, vorschlagen
3.2 Marketinginstrumente
- a)Marketinginstrumente des Unternehmens unterscheiden
- b)bei der Planung, inhaltlichen Gestaltung und Durchführung von Maßnahmen der Werbung und Verkaufsförderung mitwirken
3.3 Anlegerschutz im Vertrieb
- a)Fondsprodukte nach Risikogruppen klassifizieren und zielgruppengerecht vertreiben
- b)rechtliche Vorschriften zum Anlegerschutz verkaufsfördernd aufbereiten
- c)Anleger über Risiken von Investmentfonds aufklären
4. Kaufmännische Steuerung und Kontrolle, Fondsbezogenes Rechnungswesen
4.1 Betriebliches Rechnungswesen
- a)Rechnungswesen und Kontenplan des Ausbildungsbetriebes erläutern
- b)Aufbau und Struktur der Kosten- und Leistungsrechnung darstellen
- c)Auswirkungen der Kosten- und Leistungsrechnung auf das Unternehmen und das Sondervermögen beachten
- d)Aufgaben des Controllings als Informations- und Steuerungsinstrument beschreiben
4.2 Fondsbezogenes Rechnungswesen
- a)betriebliches Rechnungswesen und fondsbezogenes Rechnungswesen unterscheiden
- b)Rechnungswesen sowie Kontenplan von Fonds im Ausbildungsbetrieb erläutern
- c)Geschäftsvorfälle im Wertpapier-Sondervermögen bearbeiten
- d)Grundzüge der Nebenbuchhaltung und Besonderheiten von Immobilien-Sondervermögen darstellen
- e)Fonds- und Wertpapierstammdaten pflegen
- f)Inventarwertberechnung und Anteilspreisermittlung einschließlich deren Nebenrechnungen für die Fondsprodukte des Ausbildungsbetriebes durchführen
- g)Bedeutung von Inventarwertberechnung und Anteilspreisermittlung einschließlich deren Nebenrechnungen für weitere Sondervermögen erläutern
- h)Pflichtmitteilungen vorbereiten
- i)interne Statistiken zur Vorbereitung von Entscheidungen erstellen, bewerten, aufbereiten und präsentieren sowie bei der Erstellung von externen Statistiken mitwirken
- k)Fondsabschlüsse nach rechtlichen Vorgaben erstellen
- l)Ausgabe und Rücknahme von Fondsanteilen erfassen
- m)für Hauptversammlungen Stimmrechtsausübungen aus dem Sondervermögen aufbereiten
- n)bei Neuauflegung und Auflösung von Fonds mitwirken
- o)Aufgabenverteilung zwischen Verwahrstelle und Kapitalverwaltungsgesellschaft begründen und bei der Fondsbuchhaltung berücksichtigen
4.3 Wertentwicklungsberechnung
- a)Wertentwicklung von Sondervermögen des Ausbildungsbetriebes berechnen
- b)Branchenstandards der Wertentwicklungsberechnung erläutern
4.4 Fondsreporting und -controlling
- a)Reportingunterlagen der Fonds nach rechtlichen Vorgaben erstellen und bei der Erstellung von individuellen vertraglichen Reportingunterlagen mitwirken
- b)Funktionen des Fondscontrollings als Steuerungs- und Informationsinstrument erläutern
- c)Handelsaktivitäten im Hinblick auf Anlegerschutz kontrollieren und betriebsübliche Maßnahmen einleiten
- d)Wertpapiertypen identifizieren und wertpapierspezifische Risiken aufzeigen
- e)Anlagegrenzen nach rechtlichen Vorschriften, Vertragsbedingungen und internen Richtlinien kontrollieren und betriebsübliche Maßnahmen einleiten
5. Investmentprozess
5.1 Analysen zur Vorbereitung von Kauf- und Verkaufsentscheidungen
- a)Unternehmensinformationen und -abschlüsse aufbereiten und auswerten
- b)qualitative und quantitative Unternehmensanalysen interpretieren
- c)Auswertungen zur Beurteilung von Unternehmen erstellen
- d)Wertpapierarten und Finanzderivate unterscheiden und Einsatzmöglichkeiten darstellen
- e)Informationen für die Analyse von Wertpapieren und Finanzinstrumenten recherchieren und aufbereiten
- f)wirtschaftliche und politische Informationen zur Beurteilung des Geld- und Kapitalmarktes zusammenstellen
- g)Auswertungen zu Marktanalysen unter Nutzung von branchenüblichen Informationsdiensten erstellen
- h)rechtliche Rahmenbedingungen deutscher und internationaler Immobilienmärkte an Beispielen aufzeigen
- i)Immobilienmärkte und -Standorte analysieren, Chancen und Risiken aufzeigen
5.2 Auflegung und Verwaltung von Fonds
- a)Kriterien zur Auflegung von Fonds erläutern
- b)Einfluss von wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, politischen, ökologischen und ethischen Faktoren auf die Produktgestaltung und -pflege beschreiben
- c)Vertragsbedingungen für neue Fonds zusammenstellen
- d)Genehmigungs- und Auflegungsprozess in- und ausländischer Fonds organisatorisch abwickeln
- e)unterschiedliche Managementansätze sowie Investmentziele für Fonds vergleichen
- f)betriebliche Vorgaben zur Steuerung und Strukturierung von Fonds beachten und deren Auswirkungen auf den einzelnen Fonds begründen
- g)Vorschläge zu Kauf- und Verkaufsentscheidungen von Wertpapieren, Finanzinstrumenten und Immobilien unter Berücksichtigung der Risikobegrenzung entwickeln und präsentieren
- h)Prozess der Verkehrswertermittlung von Liegenschaften erläutern
- i)Aufgaben des Liquiditätsmanagements beschreiben; Liquiditätsgrenzen für unterschiedliche Fondsarten ermitteln
- k)Betreuung und Verwaltung von Immobilien und Liegenschaften beschreiben
5.3 Handel und Abwicklung
- a)Wertpapier-, Geld- und Devisenaufträge auf Vollständigkeit prüfen und bearbeiten
- b)Aufträge über den Kauf und Verkauf von Finanzinstrumenten auf Vollständigkeit prüfen und bearbeiten
- c)Aufträge Märkten und Marktsegmenten zuordnen
- d)Auftragsausführung überwachen, Mängel aufzeigen und Maßnahmen zur Mängelbeseitigung einleiten
- e)operative Risiken bei Handel und Lieferung berücksichtigen
- f)Handelsgeschäfte unter Berücksichtigung von Vorgaben und rechtlichen Grundlagen abwickeln
6. Depotgeschäft
6.1 Depotführung
- a)rechtliche Bestimmungen für das Depotgeschäft anwenden
- b)Depotkonten eröffnen, führen, abschließen und kontrollieren
- c)Geschäftsvorfälle, insbesondere Nachlässe, Verträge zu Gunsten Dritter und Verpfändungen, bearbeiten
- d)steuerrechtliche Vorschriften für die Depotführung anwenden
- e)Vermittlerdaten pflegen und Provisionen abrechnen
6.2 Verwahrung und Verwaltung von Fondsanteilen; Zahlungsverkehr
- a)Geldeingänge und -ausgänge bearbeiten
- b)Ausgabe und Rücknahme von Fondsanteilen bearbeiten
- c)Geschäftsvorfälle unter Berücksichtigung der Depotbuchhaltungsstruktur und Depotbuchhaltungsprozesse buchen
- d)Bestandsführung zwischen Lagerstelle und kundendepotführender Stelle abstimmen
6.3 Meldewesen und Statistik
- a)Meldungen aufgrund rechtlicher Vorgaben für das Depotgeschäft erstellen
- b)interne und externe Statistiken anfertigen
Zeitliche Gliederung
A.
Die Fertigkeiten und Kenntnisse zu den Berufsbildpositionen 1.5, 2.1 und 2.3 Lernziele a bis d sind während der gesamten Ausbildungszeit zu vermitteln. Ihre Vermittlung soll insbesondere im Zusammenhang mit den Berufsbildpositionen 3, 4, 5 und 6 erfolgen.
B.
1. Ausbildungsjahr
(1) In einem Zeitraum von insgesamt zwei bis vier Monaten sind schwerpunktmäßig die Fertigkeiten und Kenntnisse der Berufsbildpositionen
- 3.1Absatzmärkte, Zielgruppen, Vertriebskanäle, Lernziele b und e,
- 3.3Anlegerschutz im Vertrieb, Lernziel b,
- 1.1Stellung, Rechtsform und Struktur,
- 1.2Berufsbildung und Personalwirtschaft, Lernziele a bis d und f bis h,
- 1.3Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit,
- 1.4Umweltschutz
zu vermitteln.
(2) In einem Zeitraum von vier bis sechs Monaten sind schwerpunktmäßig die Fertigkeiten und Kenntnisse der Berufsbildpositionen
- 6.1Depotführung, Lernziele a und b,
- 6.2Verwahrung und Verwaltung von Fondsanteilen; Zahlungsverkehr,
- 6.3Meldewesen und Statistik
zu vermitteln.
(3) In einem Zeitraum von drei bis fünf Monaten sind schwerpunktmäßig die Fertigkeiten und Kenntnisse der Berufsbildpositionen
- 4.1Betriebliches Rechnungswesen,
- 4.2Fondsbezogenes Rechnungswesen, Lernziele a bis c, e, f und o,
- 4.4Fondsreporting und -controlling, Lernziele b, c und e,
- 2.2Arbeitsorganisation, Lernziele b und c,
- 2.4Anwendung einer Fremdsprache bei Fachaufgaben, Lernziel a,
zu vermitteln.
2. Ausbildungsjahr
(1) In einem Zeitraum von insgesamt zwei bis drei Monaten sind schwerpunktmäßig die Fertigkeiten und Kenntnisse der Berufsbildpositionen
- 6.1Depotführung, Lernziele c bis e,
- 2.2Arbeitsorganisation, Lernziele a, d und e,
- 2.3Kooperation und kundenorientierte Kommunikation, Lernziele e und f,
- 3.3Anlegerschutz im Vertrieb, Lernziele a und c,
- 3.1Absatzmärkte, Zielgruppen, Vertriebskanäle, Lernziele a, c und d,
zu vermitteln.
(2) In einem Zeitraum von insgesamt fünf bis sechs Monaten sind schwerpunktmäßig die Fertigkeiten und Kenntnisse der Berufsbildpositionen
- 4.2Fondsbezogenes Rechnungswesen, Lernziele h bis n,
- 4.3Wertentwicklungsberechnung
zu vermitteln
und im Zusammenhang damit die Vermittlung der Fertigkeiten und Kenntnisse der Berufsbildpositionen
- 4.2Fondsbezogenes Rechnungswesen, Lernziele c, e und f,
- 2.2Arbeitsorganisation, Lernziele b und c,
- 2.4Anwendung einer Fremdsprache bei Fachaufgaben, Lernziel a,
fortzuführen.
(3) In einem Zeitraum von insgesamt drei bis fünf Monaten sind schwerpunktmäßig die Fertigkeiten und Kenntnisse der Berufsbildpositionen
- 5.1Analysen zur Vorbereitung von Kauf- und Verkaufsentscheidungen, Lernziele a bis g,
- 5.2Auflegung und Verwaltung von Fonds, Lernziele e bis g,
- 5.3Handel und Abwicklung, Lernziele a und b,
- 2.4Anwendung einer Fremdsprache bei Fachaufgaben, Lernziel b,
zu vermitteln.
3. Ausbildungsjahr
(1) In einem Zeitraum von insgesamt drei bis fünf Monaten sind schwerpunktmäßig die Fertigkeiten und Kenntnisse der Berufsbildpositionen
- 4.2Fondsbezogenes Rechnungswesen, Lernziele d und g,
- 4.4Fondsreporting und -controlling, Lernziele a und d,
- 2.4Anwendung einer Fremdsprache bei Fachaufgaben, Lernziele c und d,
zu vermitteln
und im Zusammenhang damit die Vermittlung der Fertigkeiten und Kenntnisse der Berufsbildpositionen
- 2.4Anwendung einer Fremdsprache bei Fachaufgaben, Lernziele a und b,
- 4.2Fondsbezogenes Rechnungswesen, Lernziele h bis n,
- 4.3Wertentwicklungsberechnung,
- 4.4Fondsreporting und -controlling, Lernziele c und e,
- 2.2Arbeitsorganisation
fortzuführen.
(2) In einem Zeitraum von insgesamt vier bis sechs Monaten sind schwerpunktmäßig die Fertigkeiten und Kenntnisse der Berufsbildpositionen
- 5.1Analysen zur Vorbereitung von Kauf- und Verkaufsentscheidungen, Lernziele h und i,
- 5.2Auflegung und Verwaltung von Fonds, Lernziele a bis d, h bis k,
- 5.3Handel und Abwicklung, Lernziele c bis f,
zu vermitteln
und im Zusammenhang damit die Vermittlung der Fertigkeiten und Kenntnisse der Berufsbildpositionen
- 5.1Analysen zur Vorbereitung von Kauf- und Verkaufsentscheidungen, Lernziele c, e bis g,
- 5.2Auflegung und Verwaltung von Fonds, Lernziel g,
fortzuführen.
(3) In einem Zeitraum von insgesamt zwei bis vier Monaten sind schwerpunktmäßig die Fertigkeiten und Kenntnisse der Berufsbildpositionen
- 3.1Absatzmärkte, Zielgruppen, Vertriebskanäle, Lernziel f,
- 3.2Marketinginstrumente,
- 1.2Berufsbildung und Personalwirtschaft, Lernziel e,
zu vermitteln
und im Zusammenhang damit die Vermittlung der Fertigkeiten und Kenntnisse der Berufsbildpositionen
- 2.3Kooperation und kundenorientierte Kommunikation, Lernziele e und f,
- 3.1Absatzmärkte, Zielgruppen, Vertriebskanäle, Lernziele c und d,
- 3.3Anlegerschutz im Vertrieb
fortzuführen.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Ausbildung zum Investmentfondskaufmann?
Die Ausbildung dauert 3 Jahre. In dieser Zeit führen Sie den Ausbildungsnachweis (§ 13 Satz 2 Nummer 7 BBiG), den Ihr Ausbilder durchsieht (§ 14 Absatz 2 BBiG). Tragen Sie möglichst regelmäßig ein, damit nichts verloren geht.
Gibt es Schwerpunkte oder Fachrichtungen, die ich im Berichtsheft trennen muss?
Nein, der Beruf kennt keine Fachrichtungen. Sie ordnen Ihre Einträge den sechs Bereichen des Berufsbilds zu, etwa Investmentprozess, Depotgeschäft oder fondsbezogenes Rechnungswesen. Welche Abteilungen Sie wann durchlaufen, regelt der Ausbildungsplan Ihres Betriebs.
Darf ich Anlegernamen oder Kontonummern ins Berichtsheft schreiben?
Das ist nicht nötig und sollte unterbleiben. Beschreiben Sie die Tätigkeit, zum Beispiel „Rücknahmeauftrag mit der Depotbank abgeglichen“, ohne Namen, Kontonummern oder Beträge einzelner Anleger. Im Zweifel klären Sie das mit Ihrem Ausbilder und dem Datenschutzbeauftragten.
Wird mein Berichtsheft in der Abschlussprüfung bewertet?
Nein. Nach der Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses wird der Nachweis in der Prüfung nicht bewertet. Er ist aber Voraussetzung für die Zulassung (§ 43 Absatz 1 Nummer 2 BBiG), deshalb sollte er vollständig und abgezeichnet sein.
Quellen
- Verordnung über die Berufsausbildung zum Investmentfondskaufmann/zur Investmentfondskauffrau (InvestAusbV), abgerufen am 21.10.2026
- Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses zum Ausbildungsnachweis, abgerufen am 21.10.2026
Das Berichtsheft digital führen
heftwerk ist ein Berichtsheft-Tool für den digitalen Ausbildungsnachweis. Auszubildende tragen ihre Woche am Telefon oder am Rechner ein, der Ausbilder gibt sie frei, und der Nachweis steht als PDF bereit. Für Auszubildende ist heftwerk kostenlos, den Zugang richtet der Ausbildungsbetrieb ein. heftwerk im Überblick
Ausbildungsnachweis nach BBiG, Freigabe durch den Ausbilder, Export als PDF. Ab 41,25 € im Monat* für bis zu fünf Auszubildende, netto zuzüglich Umsatzsteuer. Preis und häufige Fragen
*Mit dem Code IHK2026: bis einschließlich 31.12.2026 kostenfrei (bei Abschluss ab 2027: 30 Tage), danach zum halben Preis, bei jährlicher Zahlung 41,25 € im Monat (495 € im Jahr), netto. Preis fest bis Ende 2030, danach bis 2045 nur Inflationsausgleich nach dem Verbraucherpreisindex. Abschluss bis 31.03.2027. *Aktionsbedingungen
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