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Kaufmann im Eisenbahn- und Straßenverkehr: neu als Kaufmann für Mobilität und Verkehrsservice

Seit dem 1. August 2026 gilt die Verordnung über die Berufsausbildung zum Kaufmann für Mobilität und Verkehrsservice. Sie ersetzt die Verordnung zum Kaufmann im Eisenbahn- und Straßenverkehr von 1999 und die zum Kaufmann für Verkehrsservice von 1997. Für das Berichtsheft bleibt das Vorgehen gleich: Sie tragen ein, was Sie in der Woche getan und gelernt haben, je Tag mit Stichworten und Stunden. Neu sind die Bereiche, denen Sie Ihre Einträge zuordnen.

Stand: 25.10.2026

Was sich mit der Neuordnung ändert

Der Beruf heißt jetzt Kaufmann für Mobilität und Verkehrsservice. Die Ausbildung dauert drei Jahre; Fachrichtungen gibt es nicht. Wer vor dem 1. August 2026 begonnen hat, klärt mit dem Ausbilder und der Kammer, nach welcher Fassung Ausbildung und Prüfung laufen.

Der Ausbildungsrahmenplan des neuen Berufs ordnet die Inhalte nach Berufsbildpositionen. Ihre Einträge lassen sich diesen Bereichen zuordnen:

Beispielwoche im ersten Ausbildungsjahr

Die Einträge sind Beispiele; Ihre Woche sieht anders aus. Die Stunden richten sich nach Ihrem Ausbildungsvertrag.

TagTätigkeitenStunden
MontagEinführung in Aufbau und Aufgaben des Unternehmens, Unterweisung zu Arbeitssicherheit und Datenschutz, Abteilungen kennenlernen8
DienstagAm Kundenschalter mitgelaufen: Fahrplanauskünfte beobachtet, Tarife und Fahrausweisarten kennengelernt, Kundenanfragen notiert8
MittwochBerufsschule: Rechtsform und Aufbau von Unternehmen, Geschäftsprozesse, Buchführung8
DonnerstagEingangspost sortiert und erfasst, Belege geordnet und vorkontiert, einfache Geschäftsvorfälle gebucht8
FreitagTelefonische Fahrgastanfragen angenommen und weitergeleitet, Fahrplanunterlagen aktualisiert, Ablage im Archiv gepflegt8

Beispielwoche im dritten Ausbildungsjahr

TagTätigkeitenStunden
MontagEinsatzplan für die Fahrzeuge der Folgewoche erstellt, Wartungstermine abgestimmt, Ersatzfahrzeug für einen Ausfall disponiert8
DienstagAngebot für eine Gruppenreise kalkuliert: Fahrzeugkosten, Personalkosten und Zuschläge ermittelt, Preis festgelegt, Angebot an den Kunden verschickt8
MittwochBerufsschule: Kosten- und Leistungsrechnung, Controlling, Haftung im Beförderungsvertrag8
DonnerstagSchadensmeldung eines Fahrgasts bearbeitet, Unterlagen angefordert, Regulierung mit der Versicherung vorbereitet8
FreitagMonatsauswertung der Auslastung je Linie erstellt, Abweichungen zum Plan geprüft, Ergebnisse im Teamgespräch vorgestellt8

Berufsschule im Berichtsheft des Kaufmanns im Eisenbahn- und Straßenverkehr

Tragen Sie die Unterrichtsthemen als Stichworte ein, zum Beispiel Beförderungsverträge, Tarifgestaltung, Buchführung oder Kalkulation. Der Rahmenlehrplan der Kultusministerkonferenz gliedert den Unterricht in Lernfelder; welche davon wann dran sind, legt Ihre Berufsschule fest.

Nach der Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses gehören die Themen des Berufsschulunterrichts in den Ausbildungsnachweis.

Formulierungen für den Beruf Kaufmann im Eisenbahn- und Straßenverkehr

StattBesser
Büroarbeit erledigtEingangsrechnungen geprüft, kontiert und im Buchhaltungssystem erfasst
Kundenanfragen bearbeitetFahrplan- und Tarifauskünfte erteilt, Kundenanfrage zu einer Gruppenfahrt aufgenommen und an die Disposition weitergegeben
Bei der Planung geholfenTourenplan für 4 Fahrzeuge erstellt, Fahrzeiten und Pausen berücksichtigt
Reklamation bearbeitetBeschwerde über eine Verspätung geprüft, Ursache beim Betriebsdienst erfragt, Antwortschreiben an den Kunden entworfen
Im Einkauf mitgearbeitetBedarf an Büromaterial ermittelt, 3 Angebote verglichen, Bestellung vorbereitet

Fachberichte, Lehrgänge und zuständige Stelle

Ausgebildet wird in Verkehrsunternehmen des Schienen- und Straßenverkehrs, etwa bei Eisenbahnen, Verkehrsverbünden, Busunternehmen und Verkehrsgesellschaften. Zuständige Stelle ist die Industrie- und Handelskammer. Ob Fachberichte, Skizzen oder Fotos verlangt werden, geben Kammer und Betrieb vor. Fragen Sie Ihren Ausbilder.

Lehrgänge außerhalb der Ausbildungsstätte tragen Sie mit Thema, Ort und Stunden ein. Der Betrieb stellt Sie dafür frei (§ 15 Absatz 1 Satz 2 Nummer 4 BBiG). Kundennamen und Auftragsnummern brauchen Sie im Nachweis nicht.

Abschlussprüfung und Zulassung

Nach der neuen Verordnung besteht die Abschlussprüfung aus zwei Teilen. Teil 1 soll im vierten Ausbildungshalbjahr stattfinden und prüft schriftlich in 90 Minuten Personalwirtschaft und Geschäftsprozesse; er zählt 20 Prozent. Teil 2 am Ende der Ausbildung umfasst Notfalleinrichtungen und Sicherheitsmanagement (20 Prozent), Mobilitätsdienstleistungen und projektorientiertes Arbeiten (25 Prozent), Kommunikation, Service und Betreuung (25 Prozent) sowie Wirtschafts- und Sozialkunde (10 Prozent).

Zur Abschlussprüfung wird zugelassen, wer den Ausbildungsnachweis vorgelegt hat (§ 43 Absatz 1 Nummer 2 BBiG). Nach der Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses wird der Nachweis in der Prüfung nicht bewertet.

Häufige Fragen

Heißt der Beruf noch Kaufmann im Eisenbahn- und Straßenverkehr?

Nein. Seit dem 1. August 2026 heißt er Kaufmann für Mobilität und Verkehrsservice; die neue Verordnung ersetzt die von 1999. Was für einen Vertrag gilt, der vorher begonnen hat, sagt Ihnen Ihre Kammer.

Was schreibe ich als Kaufmann im Eisenbahn- und Straßenverkehr ins Berichtsheft?

Tragen Sie ein, was Sie in der Woche getan haben, zum Beispiel Fahrplanauskünfte, Disposition von Fahrzeugen, Angebote, Buchungen oder die Bearbeitung von Reklamationen. Dazu kommen die Themen der Berufsschule. Je Tag genügen Stichworte mit Stunden.

Wer muss das Berichtsheft führen und wer sieht es durch?

Auszubildende führen den Nachweis (§ 13 Satz 2 Nummer 7 BBiG). Ausbildende sehen ihn durch (§ 14 Absatz 2 BBiG). Wie oft Sie abgeben, legt Ihr Betrieb fest.

Gibt es im Beruf Schwerpunkte, die ich im Berichtsheft trennen muss?

Nein, auch der neue Beruf hat keine Fachrichtungen. Ordnen Sie Ihre Einträge den Bereichen des Rahmenplans zu, etwa Service und Betreuung, Mobilitätsdienstleistungen oder kaufmännische Steuerung. Welche Abteilungen Sie durchlaufen, richtet sich nach Ihrem Betrieb.

Wird das Berichtsheft in der Abschlussprüfung bewertet?

Nein. Nach der Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses wird der Nachweis in der Prüfung nicht bewertet. Er ist aber Voraussetzung für die Zulassung (§ 43 Absatz 1 Nummer 2 BBiG).

Quellen

Das Berichtsheft digital führen

heftwerk ist ein Berichtsheft-Tool für den digitalen Ausbildungsnachweis. Auszubildende tragen ihre Woche am Telefon oder am Rechner ein, der Ausbilder gibt sie frei, und der Nachweis steht als PDF bereit. Für Auszubildende ist heftwerk kostenlos, den Zugang richtet der Ausbildungsbetrieb ein. heftwerk im Überblick

Ausbildungsnachweis nach BBiG, Freigabe durch den Ausbilder, Export als PDF. Ab 41,25 € im Monat* für bis zu fünf Auszubildende, netto zuzüglich Umsatzsteuer. Preis und häufige Fragen

*Mit dem Code IHK2026: bis einschließlich 31.12.2026 kostenfrei (bei Abschluss ab 2027: 30 Tage), danach zum halben Preis, bei jährlicher Zahlung 41,25 € im Monat (495 € im Jahr), netto. Preis fest bis Ende 2030, danach bis 2045 nur Inflationsausgleich nach dem Verbraucherpreisindex. Abschluss bis 31.03.2027. *Aktionsbedingungen

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