Berichtsheft als Rechtsanwalts- und Notarfachangestellter: Beispiele und Tipps
Ins Berichtsheft als Rechtsanwalts- und Notarfachangestellter gehört, was Sie in der Woche im Betrieb, in der Berufsschule und bei Lehrgängen getan haben. Typische Bereiche sind die Betreuung von Mandanten und Beteiligten, Büro- und Arbeitsorganisation, Fristen und Akten, Schriftsätze und Entwürfe, Gebührenabrechnung nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz, Notariatsgeschäfte und der elektronische Rechtsverkehr. Tragen Sie Tätigkeiten mit Thema und Stundenzahl ein, ohne Namen von Mandanten und ohne Aktenzeichen.
Stand: 21.10.2026
Was als Rechtsanwalts- und Notarfachangestellter ins Berichtsheft gehört
Grundlage ist die Verordnung über die Berufsausbildungen zum Rechtsanwaltsfachangestellten, zum Notarfachangestellten, zum Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten sowie zum Patentanwaltsfachangestellten (ReNoPatAusbV). Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Schwerpunkte oder Fachrichtungen gibt es für diesen Beruf nicht; er verbindet die Arbeit in der Anwaltskanzlei mit der im Notariat.
Der Ausbildungsrahmenplan ordnet die Inhalte nach Berufsbildpositionen. Ihre Einträge lassen sich diesen Bereichen zuordnen:
- Mandanten- oder Beteiligtenbetreuung
- Büro- und Arbeitsorganisation
- Rechnungswesen und -kontrolle
- Gesetze und Verordnungen in der Rechtspflege
- Rechtsanwendung in den Bereichen des bürgerlichen Rechts sowie des Handels- und Gesellschaftsrechts
- Rechtsanwendung in den Bereichen des Zivilprozesses und der Zwangsvollstreckung
- Notariatsgeschäfte
- Vergütung und Kosten
- Elektronischer Rechts- und Zahlungsverkehr
Beispielwoche im ersten Ausbildungsjahr
Die Einträge sind Beispiele; Ihre Woche sieht anders aus. Die Stunden richten sich nach Ihrem Ausbildungsvertrag.
| Tag | Tätigkeiten | Stunden |
|---|---|---|
| Montag | Eingehende Post geöffnet, mit Eingangsstempel versehen und den Akten zugeordnet; Fristen im Kalender eingetragen | 8 |
| Dienstag | Telefonate angenommen und Rückrufbitten notiert; Besucher empfangen; neue Akte angelegt und beschriftet | 8 |
| Mittwoch | Berufsschule: Grundlagen des bürgerlichen Rechts, Rechtsfähigkeit und Geschäftsfähigkeit, Textverarbeitung | 8 |
| Donnerstag | Schreiben nach Tonaufnahme erfasst und Korrektur gelesen; Terminvereinbarungen für die Anwälte abgestimmt | 8 |
| Freitag | Akten abgelegt und Altakten für das Archiv vorbereitet; Kopien und Scans erstellt; Kanzleikasse mit Beleg abgeglichen | 8 |
Beispielwoche im dritten Ausbildungsjahr
| Tag | Tätigkeiten | Stunden |
|---|---|---|
| Montag | Klageentwurf nach Vorgaben des Anwalts vorbereitet; Gerichtskostenvorschuss berechnet und angefordert | 8 |
| Dienstag | Kostenfestsetzungsantrag nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz erstellt; Zwangsvollstreckungsauftrag vorbereitet | 8 |
| Mittwoch | Berufsschule: Zwangsvollstreckung, Vergütung und Kosten, Vorbereitung auf die Abschlussprüfung | 8 |
| Donnerstag | Im Notariat Entwurf einer Grundstücksurkunde vorbereitet; Grundbuchauszug angefordert; Beurkundungstermin organisiert | 8 |
| Freitag | Schriftsätze über das besondere elektronische Anwaltspostfach versandt; Fristenkontrolle durchgeführt; Handakte geschlossen | 8 |
Berufsschule im Berichtsheft des Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten
Tragen Sie die Unterrichtsthemen als Stichworte ein, etwa „Zivilprozess: Ablauf des Klageverfahrens“ oder „Gebührenberechnung nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz“. Der Rahmenlehrplan der Kultusministerkonferenz gliedert den Unterricht in Lernfelder; welche davon wann dran sind, legt Ihre Berufsschule fest.
Nach der Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses gehören die Themen des Berufsschulunterrichts in den Ausbildungsnachweis.
Formulierungen für den Beruf Rechtsanwalts- und Notarfachangestellter
| Statt | Besser |
|---|---|
| Aktenarbeit | Neue Akte angelegt, Fristen im Kalender eingetragen und Vorfrist festgelegt |
| Schreibarbeiten | Schriftsatz nach Tonaufnahme erfasst und Anlagen zusammengestellt |
| Mandantenkontakt | Mandant am Telefon beraten, Terminwunsch aufgenommen und Unterlagen angefordert |
| Abrechnung | Vergütungsrechnung nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz berechnet und Vorschuss angefordert |
| Gericht | Schriftsatz über das elektronische Anwaltspostfach eingereicht und Eingangsbestätigung abgelegt |
Fachberichte, Lehrgänge und zuständige Stelle
Ausgebildet wird in Anwaltskanzleien und Notariaten; zuständige Stelle ist die Rechtsanwaltskammer. Ob Fachberichte, Skizzen oder Fotos verlangt werden, geben Kammer und Betrieb vor. Fragen Sie Ihren Ausbilder.
Lehrgänge außerhalb der Ausbildungsstätte tragen Sie mit Thema, Ort und Stunden ein. Der Betrieb stellt Sie dafür frei (§ 15 Absatz 1 Satz 2 Nummer 4 BBiG). Namen von Mandanten und Aktenzeichen brauchen Sie im Nachweis nicht; für Sie gilt ohnehin die Verschwiegenheit.
Abschlussprüfung und Zulassung
Die Abschlussprüfung besteht aus 5 Prüfungsbereichen: Geschäfts- und Leistungsprozesse, Mandanten- und Beteiligtenbetreuung, Rechtsanwendung im Rechtsanwalts- und Notarbereich, Vergütung und Kosten sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Die Prüfung kombiniert schriftliche Aufgaben mit einem Gespräch zur Mandantenbetreuung. In der Mitte der Ausbildung findet zudem eine Zwischenprüfung statt.
Zur Abschlussprüfung wird zugelassen, wer den Ausbildungsnachweis vorgelegt hat (§ 43 Absatz 1 Nummer 2 BBiG). Nach der Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses wird der Nachweis in der Prüfung nicht bewertet.
- Berichtsheft schreiben: Anleitung
- Berichtsheft Vorlage
- Berichtsheft Beispiele nach Beruf
- Zwischenprüfung oder Abschlussprüfung Teil 1: Was gilt in meinem Beruf?
- Berichtsheft und Abschlussprüfung: Was gilt für die Zulassung?
Ausbildungsrahmenplan
Was der Betrieb in der Ausbildung vermittelt, legt der Ausbildungsrahmenplan fest, eine Anlage der Ausbildungsordnung. Hier steht er im Wortlaut der Verordnung über die Berufsausbildungen zum Rechtsanwaltsfachangestellten und zur Rechtsanwaltsfachangestellten, zum Notarfachangestellten und zur Notarfachangestellten, zum Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten und zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten sowie zum Patentanwaltsfachangestellten und zur Patentanwaltsfachangestellten (ReNoPatAusbV 2015), abgerufen von gesetze-im-internet.de am 25.10.2026. Verweise auf Paragrafen der Verordnung sind in den Überschriften weggelassen. Die Zeitangaben sind Richtwerte; maßgeblich ist die amtliche Fassung.
Abschnitt A: berufsübergreifende berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten23 Positionen
1 Mandanten- oder Beteiligtenbetreuung
1.1 Mandanten- oder beteiligtenorientierte Kommunikation und serviceorientierte Betreuung3 Wochen im 1. bis 12. Monat, 2 Wochen im 13. bis 36. Monat
- a)eigene Rolle als Dienstleister und die kommunikativen Anforderungen an den Mandanten- oder Beteiligtenkontakt verstehen
- b)Gespräche unter Anwendung verbaler und nonverbaler Kommunikationsformen und -techniken adressatenorientiert führen, auf Mandanten- oder Beteiligtenverhalten angemessen reagieren
- c)Telefonate serviceorientiert führen und nachbereiten
- d)Wertschätzung und Vertrauensbildung als Grundlage erfolgreicher Kommunikation begreifen und umsetzen
- e)aus mündlichen und schriftlichen Informationen den wesentlichen Sachverhalt ermitteln und weitere Handlungsschritte einleiten
- f)Mandanten oder Beteiligte empfangen und unter Berücksichtigung ihrer persönlichen Situation und ihres soziokulturellen Hintergrundes, ihrer Erwartungen und Wünsche serviceorientiert betreuen
- g)Beschwerden entgegennehmen und Lösungsmöglichkeiten anbieten
- h)Konflikte identifizieren, thematisieren und versachlichen
- i)durch situationsgerechtes Verhalten zur Konfliktlösung beitragen
1.2 Konferenz- und Besprechungsmanagement2 Wochen im 1. bis 12. Monat
- a)externe und interne Konferenzen und Besprechungen planen, vorbereiten und bei der Durchführung mitwirken
- b)Konferenz- und Besprechungsergebnisse aufzeichnen
- c)Konferenzen und Besprechungen nachbereiten
1.3 Fachbezogene Anwendung der englischen Sprache2 Wochen im 1. bis 12. Monat, 2 Wochen im 13. bis 36. Monat
- a)Auskünfte erteilen und einholen
- b)Informationen aufgabenbezogen auswerten
- c)kurze Standardschreiben verfassen
2 Büro- und Arbeitsorganisation
2.1 Betriebs- und Arbeitsabläufe; Qualitätssicherung2 Wochen im 1. bis 12. Monat, 2 Wochen im 13. bis 36. Monat
- a)bei Planung, Organisation und Gestaltung von Betriebsabläufen mitwirken und zu deren Optimierung beitragen
- b)Arbeits- und Organisationsmittel aufgabenorientiert auswählen und effektiv und effizient einsetzen
- c)eigene Arbeit systematisch, inhaltlich und zeitlich strukturieren, zielgerecht organisieren, rationell gestalten und qualitätsbewusst kontrollieren
- d)qualitätssichernde Maßnahmen im eigenen Verantwortungsbereich durchführen, kontrollieren und bewerten
- e)Methoden des Selbst- und Zeitmanagements nutzen, insbesondere Prioritäten setzen bei der zeitlichen Planung von Arbeitsabläufen und bei deren Durchführung
- f)Zusammenhänge von Selbst- und Zeitmanagement, Leistungssteigerung und Stress beachten
2.2 Büro- und Verwaltungsarbeiten; Aktenverwaltung und Dokumentation3 Wochen im 1. bis 12. Monat, 2 Wochen im 13. bis 36. Monat
- a)eingehende und ausgehende Post unter Berücksichtigung rechtlicher und betrieblicher Vorgaben bearbeiten
- b)Informationen beschaffen, auswerten, weiterleiten und archivieren
- c)Ordnungs- und Ablagesysteme für Schriftgut- und Aktenverwaltung einsetzen
- d)Dokumente und Unterlagen ordnen, sicher verwahren und Aufbewahrungsfristen beachten
- e)Akten anlegen, führen und archivieren
- f)Materialbedarf ermitteln, Waren unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte bestellen
- g)Waren annehmen, kontrollieren und lagern
- h)Schriftverkehr selbständig und nach Anweisung führen, Anlagen und Dokumente zusammenstellen und beifügen
2.3 Fristen- und Terminmanagement4 Wochen im 1. bis 12. Monat
- a)Verfahrenstermine notieren und kontrollieren
- b)betriebliche Termine planen, notieren und koordinieren
- c)Fristen nach Eingang unter Berücksichtigung gesetzlicher und betrieblicher Vorgaben berechnen, notieren; Einhaltung der Fristen kontrollieren
- d)Termin- und Fristenkalender führen und verwalten
2.4 Arbeiten im Team2 Wochen im 1. bis 12. Monat
- a)Aufgaben im Team planen und bearbeiten
- b)Teamentwicklung mitgestalten
- c)Kritik konstruktiv annehmen und äußern
- d)Teambesprechungen vorbereiten und mitgestalten
2.5 Textgestaltung4 Wochen im 1. bis 12. Monat
- a)fachkundliche Texte formulieren und gestalten
- b)fachkundliche Textbausteine und Formulare entwickeln
- c)Textverarbeitungssysteme und -programme wirtschaftlich und aufgabenorientiert einsetzen
2.6 Informations- und Kommunikationssysteme3 Wochen im 1. bis 12. Monat
- a)Informations- und Kommunikationssysteme einsetzen; branchen- und betriebsspezifische Software anwenden
- b)Informationen beschaffen, aufbereiten und nutzen; fachspezifische Datenbanken anwenden
- c)Möglichkeiten des internen und externen Datenaustausches über unterschiedliche Kommunikationsnetze nutzen
- d)Auskünfte aus Registern und Datenbanken abrufen
2.7 Elektronischer Rechtsverkehr2 Wochen im 1. bis 12. Monat
- a)rechtliche Voraussetzungen zur Teilnahme am elektronischen Rechtsverkehr beachten
- b)elektronisches Postfach für Kommunikation mit Gerichten und Verwaltung nutzen
2.8 Datenschutz und Datensicherheit2 Wochen im 1. bis 12. Monat
- a)gesetzliche, berufsspezifische und betriebliche Vorschriften zum Datenschutz anwenden
- b)Daten sichern und verwahren
3 Rechnungswesen und -kontrolle
3.1 Rechnungs- und Finanzwesen; Zahlungsverkehr2 Wochen im 1. bis 12. Monat, 4 Wochen im 13. bis 36. Monat
- a)Rechnungen nach steuerrechtlichen Vorgaben entwerfen und eingehende Rechnungen auf diese Vorgaben hin prüfen
- b)betriebliche Berechnungen unter Berücksichtigung des kaufmännischen Rechnens durchführen, insbesondere Prozent- und Zinsberechnungen
- c)Sach- und Finanzkonten unterscheiden und einrichten
- d)betriebliche Geschäftsvorfälle unter Berücksichtigung von Buchführungspflichten nach Handels- und Steuerrecht buchen
- e)Zahlungsvorgänge abwickeln und überwachen
- f)Arten der betriebsrelevanten Steuern unterscheiden und deren Termine und Fristen überwachen
- g)Vorarbeiten zur Einnahmenüberschussrechnung und zum Jahresabschluss durchführen
3.2 Aktenbuchhaltung2 Wochen im 13. bis 36. Monat
- a)gesetzliche und betriebliche Pflichten bei der Aufzeichnung von Zahlungsvorgängen in den Akten und im Aktenkonto berücksichtigen
- b)gesetzliche und betriebliche Pflichten im Umgang mit Fremdgeld und Anderkonten berücksichtigen
4 Gesetze und Verordnungen in der Rechtspflege
4.1 Handhabung von Gesetzen und Verordnungen; Europarecht3 Wochen im 1. bis 12. Monat
- a)Aufbau und Struktur von Gesetzen und Verordnungen erfassen sowie die entsprechenden Vorschriften auffinden; Inhalts- und Sachverzeichnisse verwenden
- b)Gesetze, Verordnungen, Rechtsprechung, Literatur und Zeitschriften sowie deren Fundstellen mit den üblichen Abkürzungen bezeichnen, unterscheiden und zuordnen
- c)Grundlagen des grenzüberschreitenden Rechtsverkehrs unterscheiden und berücksichtigen
4.2 Zivilrecht
4.2.1 Allgemeiner Teil des bürgerlichen Rechts4 Wochen im 1. bis 12. Monat
- a)Bücher des BGB und ihre Rechtsgebiete, insbesondere Schuld- und Sachenrecht, unterscheiden
- b)Rechtsbegriffe, insbesondere die der Personen und Sachen, bei der Lösung von berufsbezogenen Aufgaben berücksichtigen
- c)Unterschiede der gesetzlichen und rechtsgeschäftlichen Vertretung beachten
- d)Voraussetzung und Wirkung der Verjährung überprüfen
- e)Voraussetzungen für die Entstehung, Wirksamkeit und Durchführung von Rechtsgeschäften prüfen, insbesondere Arten von Willenserklärungen sowie einseitige und mehrseitige Rechtsgeschäfte erläutern, Formerfordernisse prüfen sowie Nichtigkeit und Anfechtbarkeit unterscheiden
4.2.2 Schuld- und Sachenrecht4 Wochen im 1. bis 12. Monat
- a)vertragliche und gesetzliche Schuldverhältnisse unterscheiden
- b)Leistungsstörungen bei der Erfüllung des Kaufvertrages feststellen und Rechtsfolgen beachten
- c)Formen des vertraglichen und gesetzlichen Eigentumserwerbs unterscheiden und bei der Bearbeitung von Fachaufgaben berücksichtigen
4.2.3 Handels- und Gesellschaftsrecht3 Wochen im 1. bis 12. Monat
- a)Arten der Kaufleute und Unternehmensformen unterscheiden und deren rechtlichen Haftungs- und Vertretungsumfang ermitteln
- b)Aufbau und Inhalte der Register unterscheiden und die daraus gewonnenen Informationen bei der Erledigung berufsspezifischer Aufgaben nutzen
4.3 Zivilverfahrensrecht; Zwangsvollstreckungsrecht2 Wochen im 1. bis 12. Monat
- a)Strukturen und Verfahrensabläufe in der ordentlichen Gerichtsbarkeit beachten
- b)Voraussetzungen der Zwangsvollstreckung prüfen und Vollstreckungsmaßnahmen veranlassen
Abschnitt D: weitere berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten im Ausbildungsberuf Rechtsanwalts- und Notarfachangestellter und Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte12 Positionen
1 Rechtsanwendung in den Bereichen des bürgerlichen Rechts sowie des Handels- und Gesellschaftsrechts2 Wochen im 1. bis 12. Monat, 20 Wochen im 13. bis 36. Monat
- a)Vertragsarten unterscheiden, Übertragung von Rechten und Ansprüchen aus Kauf-, Tausch-, Schenkungs-, Miet-, Pacht- und Darlehensvertrag sowie Bürgschaft und Schuldversprechen prüfen und fallbezogen aufbereiten
- b)Formerfordernisse von Rechtsgeschäften prüfen
- c)Mahn- und Kündigungsschreiben entwerfen
- d)Arten, Erwerb, Belastung und Untergang von Besitz und Eigentum an beweglichen und unbeweglichen Sachen unterscheiden und bei der Bearbeitung von Fachaufgaben berücksichtigen
- e)Haftungs- und Vertretungsumfang der Kaufleute und Unternehmensformen bei der Prüfung und Durchsetzung von Ansprüchen berücksichtigen
- f)Gesellschaftsverträge für Personengesellschaften vorbereiten
- g)GmbH-Gesellschaftsverträge, Beschlüsse der Gesellschafterversammlung einer GmbH, Geschäftsanteilsabtretungsverträge sowie Liste der Gesellschafter unter Beachtung der Formerfordernisse entwerfen, vollziehen und steuerliche Beistandspflichten erfüllen
2 Rechtsanwendung in den Bereichen des Zivilprozesses und der Zwangsvollstreckung3 Wochen im 1. bis 12. Monat, 18 Wochen im 13. bis 36. Monat
- a)Voraussetzungen für das Mahnverfahren prüfen sowie Anträge auf Erlass von Mahn- und Vollstreckungsbescheiden entwerfen und einreichen
- b)Zuständigkeiten der Gerichte bei verschiedenen Klagearten prüfen
- c)außergerichtliches Aufforderungsschreiben unter Berücksichtigung der Ziele und Folgen formulieren, auch in englischer Sprache
- d)Anträge auf Bewilligung der Prozesskosten- und Verfahrenskostenhilfe fertigen; Beschluss prüfen
- e)Klageschrift entwerfen
- f)den Mandanten Ablauf eines zivilrechtlichen Verfahrens erläutern, auch in englischer Sprache
- g)Folgen gerichtlicher Endentscheidungen einschließlich Rechtsmittel und Rechtsbehelfe prüfen und Maßnahmen einleiten
- h)Verfahrensfristen erfassen, berechnen und kontrollieren sowie Fristverlängerungs- und Terminverlegungsanträge entwerfen
- i)Verfahren der Zwangsvollstreckung unterscheiden; Organe, Arten und Voraussetzungen der Zwangsvollstreckung ermitteln
- j)Zwangsvollstreckung wegen einer Geldforderung in das bewegliche und unbewegliche Vermögen des Schuldners einleiten
- k)Anträge auf Abgabe der Vermögensauskunft sowie auf Haft stellen
- l)Einwendungen in der Zwangsvollstreckung unterscheiden, Fristen berechnen
3 Notariatsgeschäfte
3.1 Rechtsanwendung im Bereich des Liegenschaftsrechts11 Wochen im 13. bis 36. Monat
- a)Aufbau und Inhalt des Grundbuchs erfassen, Grundstücksbegriffe unterscheiden, Einsicht in das Grundbuch nehmen
- b)Lasten und Beschränkungen an Grundstücken bewerten, insbesondere Vormerkung, Dienstbarkeit, Wohnungsrecht, Nießbrauch, Reallast, Hypothek und Grundschuld, einschließlich Abtretung, Rangänderung, Nachverpfändung, Pfandentlassung, Löschung, und unter Berücksichtigung der Formerfordernisse anwenden
- c)Erklärungen für Eintragungen und Löschungen im Grundbuch sowie Berichtigungsanträge entwerfen
- d)Grundstückskaufverträge und Überlassungsverträge entwerfen und abwickeln, insbesondere Genehmigungen, Zustimmungen und Zeugnisse zum Vollzug einholen sowie gesetzliche Anzeigepflichten beachten
- e)Grundschuldbestellungen entwerfen und abwickeln, Erfordernisse der Zwangsvollstreckungsunterwerfung prüfen und berücksichtigen
- f)Grundbuchvollzug überwachen
3.2 Rechtsanwendung in den Bereichen des Familien- und Erbrechts7 Wochen im 13. bis 36. Monat
- a)Familien- und Güterstand bei der Vorbereitung von Urkunden prüfen
- b)gesetzliche und gewillkürte Erbfolge unterscheiden und bei der Vorbereitung von Urkunden beachten
- c)Testamente entwerfen
- d)Anträge auf Erteilung eines Erbscheins verfassen
- e)Erklärungen für die Ausschlagung der Erbschaft vorbereiten und Fristen beachten
3.3 Rechtsanwendung im Bereich des Registerrechts3 Wochen im 13. bis 36. Monat
- a)Einsicht in Register und Registerakten nehmen, Informationen aufbereiten, Bescheinigungen entwerfen
- b)Anmeldungen zum Handels-, Genossenschafts- und Vereinsregister entwerfen und einreichen
- c)Registervollzug überwachen
- d)Voraussetzungen für Rechtsbehelfe prüfen und entsprechende Maßnahmen einleiten
4 Vergütung und Kosten
4.1 Anwaltsvergütung12 Wochen im 13. bis 36. Monat
- a)Unterschiede zwischen gesetzlichen Gebühren und Vergütungsvereinbarungen gegenüber Mandanten erläutern
- b)Gegenstandswerte bestimmen, Wertfestsetzung beantragen und gesetzliche Gebühren und Auslagen unter Berücksichtigung der Anrechnungsvorschriften berechnen, auch für mehrere Auftraggeber
- c)Gebühren und Auslagen berechnen, dabei Vorschriften über dieselben und verschiedene Angelegenheiten berücksichtigen
- d)Wertänderungen im Verfahrensverlauf beachten
- e)Gebühren und Auslagen in Rechtsbehelfs- und Rechtsmittelverfahren ermitteln und berechnen
- f)Anträge auf Erstattung der Vergütung nach bewilligter Prozesskosten- und Verfahrenskostenhilfe erstellen
- g)Zwangsvollstreckungsmaßnahmen unter Berücksichtigung besonderer Angelegenheiten abrechnen
- h)Gegenstandswerte für Vollstreckungsmaßnahmen ermitteln
- i)Kostenfestsetzungs- und Kostenausgleichungsanträge erstellen
4.2 Notarkosten10 Wochen im 13. bis 36. Monat
- a)Notarkosten gegenüber Beteiligten erläutern
- b)Kostenberechnungen auf der Grundlage der Geschäftswert- und Gebührenvorschriften erstellen
- c)Kosten unter Berücksichtigung der Fälligkeits- und Verjährungsvorschriften einziehen
4.3 Gerichtskosten4 Wochen im 13. bis 36. Monat
- a)Gerichtskostenvorschüsse zu verschiedenen Verfahrensarten berechnen
- b)Gerichtskostenrechnungen kontrollieren
- c)Gerichtskosten in Prozessverfahren und in der freiwilligen Gerichtsbarkeit berechnen
5 Elektronischer Rechts- und Zahlungsverkehr3 Wochen im 13. bis 36. Monat
- a)Zahlungsvorgänge abwickeln, überwachen, kontrollieren und dokumentieren
- b)elektronisch beglaubigte Abschriften, beglaubigte Ausdrucke und andere elektronische Dokumente vorbereiten
- c)strukturierte Datensätze erzeugen
- d)Dienste der Bundesnotarkammer nutzen, insbesondere Vorsorgeurkunden im Zentralen Vorsorgeregister und erbfolgerelevante Urkunden im Zentralen Testamentsregister der Bundesnotarkammer registrieren
6 Notarielles Berufs- und Verfahrensrecht2 Wochen im 13. bis 36. Monat
- a)Vorschriften des notariellen Berufs-, Verfahrens- und Dienstrechts anwenden
- b)Bücher, Verzeichnisse und Akten führen, Aufbewahrungsfristen beachten
- c)Urschrift, Ausfertigung und beglaubigte Abschrift unterscheiden und bei der Vorbereitung von Ausfertigungen, beglaubigten Abschriften und Vermerkblättern beachten
- d)Unterschriftsbeglaubigungen entwerfen
- e)Verwahrungs- und Massenbuch nebst Namensverzeichnis sowie Anderkontenliste führen; Dokumentations- und Mitteilungspflichten beachten
Abschnitt F: berufsübergreifende integrative Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten5 Positionen
1 Stellung des Ausbildungsbetriebes im Rechtswesen und im Wirtschaftssystem
- a)Aufbau des Rechtssystems erklären sowie Aufgaben, Struktur und Organe der Rechtspflege beschreiben, Zweige der Gerichtsbarkeit unterscheiden
- b)Stellung und Bedeutung von Rechtsanwälten, Notaren und Patentanwälten in der Rechtspflege darlegen und die berufsrechtlichen Anforderungen an sie und ihre Beschäftigten erläutern
- c)Verschwiegenheitspflicht als Grundlage der Berufsausübung einhalten
- d)betriebswirtschaftliche Vorgänge erklären und in volkswirtschaftliche Zusammenhänge einordnen, insbesondere zu Angebot und Nachfrage, Preisbildung und Wettbewerb
- e)Anforderungen an eine dienstleistungsorientierte Berufsausübung in der Rechtspflege bei der eigenen Aufgabenerfüllung berücksichtigen
- f)Entwicklung und Umsetzung der Außendarstellung unter Beachtung von berufsrechtlichen Vorschriften mitgestalten
2 Aufbau, Organisationsstruktur und Rechtsform des Ausbildungsbetriebes
- a)Rechtsform des Ausbildungsbetriebes darstellen
- b)Organisationsstruktur des Ausbildungsbetriebes mit seinen Tätigkeitsbereichen und ihrem Zusammenwirken erklären
- c)Aufgaben und Arbeitsabläufe im Betrieb unter Berücksichtigung der betrieblichen Organisationsanweisungen darstellen
- d)Kooperationsbeziehungen erläutern
- e)Kammerstrukturen für Rechtsanwälte, Notare und Patentanwälte darstellen
3 Berufsbildung, Arbeits-, Sozial- und Tarifrechtwährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln
- a)Rechte und Pflichten aus dem Ausbildungsvertrag feststellen, Dauer und Beendigung erläutern und Aufgaben der Beteiligten im dualen System beschreiben
- b)den betrieblichen Ausbildungsplan mit der Ausbildungsordnung vergleichen und zu seiner Umsetzung beitragen
- c)im Ausbildungsbetrieb geltende Regelungen über Vollmachten und Weisungsbefugnisse beachten
- d)arbeitsrechtliche Vorschriften, insbesondere zum Jugendarbeitsschutz, zum Mutterschutz, zum Urlaub, zur Arbeitszeit und zur Entgeltfortzahlung, sowie tarifrechtliche Vorschriften für den Ausbildungsbetrieb erläutern
- e)Positionen der eigenen Entgeltabrechnung verstehen und sozialversicherungs- und steuerrechtliche Abzüge erklären
- f)wesentliche Inhalte eines Arbeitsvertrages erklären
- g)lebensbegleitendes Lernen als Voraussetzung für berufliche und persönliche Entwicklung begreifen und nutzen sowie berufsbezogene Fortbildungsmöglichkeiten ermitteln
4 Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit; Maßnahmen der Gesundheitsförderung
- a)Sicherheits- und Gesundheitsvorschriften am Arbeitsplatz anwenden und Maßnahmen zur Vermeidung von Gefährdungen ergreifen
- b)Arbeitsplatz unter Berücksichtigung ergonomischer Anforderungen einrichten und pflegen
- c)stressauslösende Situationen im Beruf erkennen und bewältigen
- d)Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften anwenden
- e)Verhaltensweisen bei Unfällen beschreiben sowie erste Maßnahmen einleiten
- f)Vorschriften des vorbeugenden Brandschutzes anwenden; Verhaltensweisen bei Bränden beschreiben und Maßnahmen der Brandbekämpfung ergreifen
5 Umweltschutz
zur Vermeidung betriebsbedingter Umweltbelastungen im beruflichen Einwirkungsbereich beitragen, insbesondere
- a)mögliche Umweltbelastungen durch den Ausbildungsbetrieb und seinen Beitrag zum Umweltschutz an Beispielen erklären
- b)für den Ausbildungsbetrieb geltende Regelungen des Umweltschutzes anwenden
- c)Möglichkeiten der wirtschaftlichen und umweltschonenden Energie- und Materialverwendung nutzen
- d)Abfälle vermeiden; Stoffe und Materialien einer umweltschonenden Entsorgung zuführen
Häufige Fragen
Wie oft muss ich als Rechtsanwalts- und Notarfachangestellter das Berichtsheft führen?
Die Auszubildenden führen den Nachweis (§ 13 Satz 2 Nummer 7 BBiG). Ob wöchentlich oder täglich, regeln Betrieb und zuständige Stelle. Üblich ist ein Eintrag je Woche, den Sie möglichst zeitnah schreiben.
Darf ich Namen von Mandanten ins Berichtsheft schreiben?
Nein, das ist nicht nötig. Beschreiben Sie die Tätigkeit und das Rechtsgebiet, zum Beispiel „Klageentwurf im Mietrecht vorbereitet“. Name und Aktenzeichen bleiben weg, da Sie in der Kanzlei zur Verschwiegenheit verpflichtet sind.
Wer sieht mein Berichtsheft durch?
Ihre Ausbilderin oder Ihr Ausbilder sieht den Nachweis durch (§ 14 Absatz 2 BBiG). Dabei achtet sie oder er auf vollständige Einträge und auf die Zuordnung zu den Inhalten der Ausbildung. Kleine Korrekturen besprechen Sie direkt in der Woche.
Zählt das Berichtsheft in der Abschlussprüfung?
Der Nachweis ist Voraussetzung für die Zulassung (§ 43 Absatz 1 Nummer 2 BBiG), wird aber in der Prüfung nicht bewertet. Die Note ergibt sich aus den 5 Prüfungsbereichen. Legen Sie den vollständigen Nachweis rechtzeitig vor dem Prüfungstermin vor.
Quellen
- Verordnung über die Berufsausbildungen zum Rechtsanwaltsfachangestellten und zur Rechtsanwaltsfachangestellten, zum Notarfachangestellten und zur Notarfachangestellten, zum Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten und zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten sowie zum Patentanwaltsfachangestellten (ReNoPatAusbV), abgerufen am 21.10.2026
- Empfehlung Nr. 156 des BIBB-Hauptausschusses zum Ausbildungsnachweis, abgerufen am 21.10.2026
Das Berichtsheft digital führen
heftwerk ist ein Berichtsheft-Tool für den digitalen Ausbildungsnachweis. Auszubildende tragen ihre Woche am Telefon oder am Rechner ein, der Ausbilder gibt sie frei, und der Nachweis steht als PDF bereit. Für Auszubildende ist heftwerk kostenlos, den Zugang richtet der Ausbildungsbetrieb ein. heftwerk im Überblick
Ausbildungsnachweis nach BBiG, Freigabe durch den Ausbilder, Export als PDF. Ab 41,25 € im Monat* für bis zu fünf Auszubildende, netto zuzüglich Umsatzsteuer. Preis und häufige Fragen
*Mit dem Code IHK2026: bis einschließlich 31.12.2026 kostenfrei (bei Abschluss ab 2027: 30 Tage), danach zum halben Preis, bei jährlicher Zahlung 41,25 € im Monat (495 € im Jahr), netto. Preis fest bis Ende 2030, danach bis 2045 nur Inflationsausgleich nach dem Verbraucherpreisindex. Abschluss bis 31.03.2027. *Aktionsbedingungen
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